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Walter R. Stahel

Walter Rudolf Stahel (* 5. Juni 1946 in Zürich) ist ein Schweizer Politik-, Wirtschafts- und Unternehmensberater. Er war Berater mehrerer Arbeitsgruppen der …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und Arbeitsgebiet
  2. 2. Beruflicher Werdegang und Beratung
  3. 3. Kreislaufwirtschaft und Performance Economy
  4. 4. Auszeichnungen und ausgewählte Schriften

Person und Arbeitsgebiet

Walter Rudolf Stahel (* 5. Juni 1946 in Zürich) ist ein Schweizer Politik-, Wirtschafts- und Unternehmensberater. Er gründete und leitet in Genf das «Institut für Produktdauer-Forschung» (The Product-Life Institute), eine Non-Profit-Organisation. Ihr Ziel ist, Ökonomie und Ökologie zu verbinden, indem Wege der wirtschaftlichen Entwicklung aufgezeigt werden, die auf einer optimierten Lebensdauer von Produkten beruhen.

Stahel war Berater mehrerer Arbeitsgruppen der Europäischen Kommission und ist seit November 2012 Vollmitglied des Club of Rome.

Beruflicher Werdegang und Beratung

Stahel studierte an der ETH Zürich Architektur sowie Ort-, Regional- und Landesplanung. Danach arbeitete er mehrere Jahre in Architektur- und Planungsbüros in der Schweiz und in Großbritannien. Ab 1973 war er Projektleiter am Battelle-Forschungszentrum in Genf, im Zentrum für Angewandte Wirtschaftsforschung. Dort befasste er sich vor allem mit Unternehmensplanung, Innovation und Bauwesen.

Seit 1984 arbeitet er als unabhängiger Berater und Forscher in europäischen Ländern, den USA und Asien. Zu seinen Fachgebieten gehören Strategie- und Politikberatung für eine nachhaltige Gesellschaft, regionale Wirtschaftsentwicklung sowie Risikomanagement von Unternehmen und Institutionen. Von 1988 bis 2014 war er Direktor der Risikomanagement-Forschung der Geneva Association, eines Think-Tanks der globalen Versicherungswirtschaft.

2005 wurde er Mitglied der Verbraucherkommission Baden-Württemberg und dort besonders für nachhaltige Entwicklung zuständig. Im selben Jahr war er Gastprofessor an der Fakultät für Ingenieur- und physikalische Wissenschaften der University of Surrey in Guildford. 2007 wurde er in den Herausgeberrat des Chinese Journal of Population, Resources and Environment berufen.

Kreislaufwirtschaft und Performance Economy

Stahels Ideen trugen gemeinsam mit denen anderer Theoretiker zur Kreislaufwirtschaft bei. Dabei versucht die Industrie, Abfälle durch Wiederverwendung und die Verlängerung der Nutzungsdauer von Gütern zu vermeiden. Zugleich sollen regionale Arbeitsplätze entstehen und Ressourcen effizient genutzt werden. Das übergeordnete Ziel ist, Wohlstand vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln; die industrielle Wirtschaft soll also entmaterialisiert werden.

Ein wichtiges Thema ist die Optimierung der Nutzungsdauer. Dazu zählen die Weiterverwendung, Reparatur, Wiederinstandsetzung und das technologische Hochrüsten von Gütern und Systemen. Als besonders effiziente Strategie der Kreislaufwirtschaft betrachtete Stahel seit den 1990er Jahren, Güter nicht einfach zu verkaufen, sondern sie als andauernde Dienstleistung anzubieten. Diesen Ansatz beschrieb er in The Performance Economy (2006); eine zweite, erweiterte Auflage erschien 2010 und enthält 300 Beispiele und Fallstudien. Er arbeitet eng mit der Ellen MacArthur Foundation zusammen, um diese Ideen bei wirtschaftlichen Akteuren zu fördern.

Auszeichnungen und ausgewählte Schriften

Stahel erhielt zusammen mit Peter Perutz den Ersten Preis der Deutschen Gesellschaft für Zukunftsforschung. Außerdem gewann er in den USA den Mitchell-Prize-Wettbewerb über sustainable societies mit dem Beitrag The Product-Life Factor; diese Veröffentlichung wurde 1982 preisgekrönt. 2012 verlieh ihm die University of Surrey die Ehrendoktorwürde.

Zu seinen ausgewählten Schriften gehören Die Performance-Gesellschaft: Chancen und Risiken beim Übergang zur Service Economy (mit Orio Giarini, 2000) sowie New Dynamic: Effective Business in a Circular Economy (mit Amory B. Lovins und Michael Braungart, 2014).

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