Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
W-Wort
W-Wort ist eine gängige Bezeichnung für Fragewörter im Deutschen, nämlich Frageadverbien (Interrogativadverbien) und Fragepronomen (Interrogativpronomen).
Inhalt4 Abschnitte
Begriff und Grundfunktion
W-Wort ist eine gängige Bezeichnung für Fragewörter im Deutschen. Dazu gehören Fragepronomen (Interrogativpronomen) und Frageadverbien (Interrogativadverbien). Sie können einen Satz als Ergänzungsfrage kennzeichnen, also als Frage, in der ein bestimmter Bestandteil des Satzes erfragt wird. Die Bezeichnung geht auf den auffälligen Zusammenhang mit dem Wortbeginn „W-“ zurück.
Zu den W-Wörtern gehören zum Beispiel „wer“, „was“, „warum“, „wie“, „wo“ und „wann“. Fragepronomen stehen an der Stelle einer Person oder Sache beziehungsweise eines Satzglieds. Frageadverbien erfragen unter anderem Gründe, Eigenschaften und Umstände wie Ort, Richtung oder Zeit.
Ein ähnlicher Zusammenhang besteht im Englischen bei den „wh“-Wörtern, etwa „who“, „what“, „where“ und „which“. Im Lateinischen beginnen die meisten Fragewörter mit „qu-“, zum Beispiel „quis“, „quid“ und „quo“. Eine genannte Ausnahme ist „unde“ für „woher“.
Zusammenhang mit D-Wörtern
Dem deutschen Fragewort auf „W-“ entspricht häufig ein Demonstrativum, also ein Zeigewort, auf „D-“. Das Fragewort fragt nach einer Person, Sache, Eigenschaft oder einem Umstand; das entsprechende D-Wort kann darauf antworten. Eine Ausnahme ist beispielsweise das Paar „wie – so“.
Beispiele für diese Zuordnung sind:
- „wer, welche, welcher“ – „der/die, diese, dieser“
- „wem, wen, welchen, welchem“ – „den/die, dem/der, diesen, diesem“
- „wessen“ – „dessen/deren“
- „was, welches“ – „das, dieses“
- „warum, weshalb, weswegen, wieso“ – „darum, deshalb, deswegen“
- „wie, wieweit, wie viel“ – „so, soweit, soviel“
- „wo“ – „da, dort“
- „wohin, woher“ – „dahin, daher“
- „wann“ – „dann“
Der durchgängige Beginn mit „W-“ steht dabei in Zusammenhang mit der besonderen Funktion dieser Wörter als Fragewörter.
Fragepronomen und Frageadverbien im Überblick
Fragepronomen beziehen sich auf Personen oder Sachen und können unterschiedliche Satzfunktionen haben:
- Personal, Maskulinum und Femininum, Nominativsubjekt: „wer, welche, welcher“; mögliche D-Antworten sind „der/die, diese, dieser“.
- Personal, Maskulinum und Femininum, Dativ- oder Akkusativobjekt: „wem, wen, welchen, welchem“; mögliche D-Antworten sind „den/die, dem/der, diesen, diesem“.
- Personal, Maskulinum und Femininum, Genitiv: „wessen“; mögliche D-Antworten sind „dessen/deren“.
- Apersonal, Neutrum, als Subjekt oder Objekt: „was, welches“; mögliche D-Antworten sind „das, dieses“.
Frageadverbien erfragen verschiedene Arten von Umständen:
- Kausal, also nach einem Grund: „warum, weshalb, weswegen, wieso“ – „darum, deshalb, deswegen“.
- Modal, also nach der Art oder Weise beziehungsweise dem Ausmaß: „wie, wieweit, wie viel“ – „so, soweit, soviel“.
- Modal, instrumental oder final: „wofür, wozu, womit, wodurch, worum, worüber, wobei, wovon, woraus“ – „dafür, dazu, damit, dadurch, darum, darüber, dabei, davon, daraus“.
- Lokal, also nach einem Ort: „wo“ – „da, dort“.
- Direktional, also nach einer Richtung: „wohin, woher“ – „dahin, daher“.
- Lokal oder direktional als Präpositionaladverb: „woran, worin, worauf, worunter, wovor, wohinter, woneben“ – „daran, darin, darauf, darunter, davor, dahinter, daneben“.
- Temporal, also nach einem Zeitpunkt: „wann“ – „dann“.
Zusammensetzungen und weitere Verwendungen
W-Wörter können mit Präpositionen zu einem Präpositionaladverb zusammengezogen werden. Beispiele sind „womit“ und „damit“. Weitere, unregelmäßige Zusammenrückungen sind ebenfalls möglich, zum Beispiel „inwieweit“.
W-Wörter werden nicht nur als Fragewörter verwendet. Sie können auch als Relativpronomen oder Relativadverbien in freien Relativsätzen auftreten. Ein freier Relativsatz ist ein Relativsatz, dessen Bezug nicht durch ein zuvor genanntes Nomen festgelegt ist. Beispiele aus dem Artikel sind: „Wer meckert, fliegt raus.“ und „Du kannst sitzen, wo du willst.“
Außerdem erscheinen W-Wörter in Indefinita, also in unbestimmten Ausdrücken, zum Beispiel „irgendwer“, „irgendwo“ und „irgendwie“. Besonders in der gesprochenen Sprache kann der Bestandteil „irgend-“ entfallen. Dann können W-Wörter unmittelbar als Indefinita verwendet werden, etwa in „Wenn wer wo was liegen lässt …“.
In der automatischen Sprachverarbeitung kann die Verwendung von W-Wörtern bislang nicht durch Verfahren des maschinellen Lernens erkannt und somit von Algorithmen klassifiziert werden.
Lernvideos zu W-Wort
5:12
Klasse 1a schreibt das Wort Opa mit der Lauttabelle
Beate Leßmann · 566.432 Aufrufe
3:50
Nur ein Wort (Wir sind Helden) - Psycho-Chor der Uni Jena
Psycho-Chor der Uni Jena · 102.551 Aufrufe
5:45
Das längste deutsche Wort – so entstehen Kompositionen
musstewissen Deutsch · 35.677 Aufrufe
5:33
UMfahren oder umFAHRen - gleiches Wort aber andere Bedeutung! Deutsch B2, C1, C2 - typische Fehler
GermanSkills.com · 5.666 Aufrufe