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Vienna International Centre

Es wurde 1973–1979 von der Republik Österreich und der Stadt Wien nach den Plänen des österreichischen Architekten Johann Staber errichtet. Österreich hatte den …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Architektur und Sanierungen
  3. 3. Internationale Organisationen
  4. 4. UNO-City, Verwaltung und Einrichtungen
  5. 5. Wirtschaft und Verkehr
  6. 6. Besuch

Überblick und Bedeutung

Das Vienna International Centre (VIC), deutsch Internationales Zentrum Wien, ist ein Amtssitzzentrum für internationale Organisationen im 22. Wiener Gemeindebezirk Donaustadt. Häufig wird es gleichbedeutend als UNO-City bezeichnet. Genau genommen umfasst die UNO-City jedoch neben dem VIC auch das benachbarte Austria Center Vienna (ACV).

Das VIC wurde von 1973 bis 1979 nach Plänen des österreichischen Architekten Johann Staber gebaut und am 23. August 1979 eröffnet. Österreich hatte den Vereinten Nationen 1967 die Errichtung eines solchen Zentrums angeboten. Die Anlage dient hauptsächlich als Büro- und Konferenzstandort und bietet etwa 5000 Arbeitsplätze.

Eigentümer sind die Republik Österreich mit 65 % und die Stadt Wien mit 35 %. Das Zentrum wird den Vereinten Nationen für 99 Jahre zu einem symbolischen jährlichen Pachtzins von 7 Eurocent vermietet; bis 2001 betrug dieser 1 Schilling. Inflationsbereinigt entsprächen die 7 Eurocent etwa 13 Eurocent. Die einzelnen Organisationen tragen ihre Betriebskosten selbst. Ihre Einrichtungen im VIC sind extraterritorial, unterliegen also einem besonderen rechtlichen Status.

Architektur und Sanierungen

Vor dem Bau fand ein Architektenwettbewerb statt. 1969 gewann der argentinische Architekt César Pelli; Johann Staber erreichte den vierten Platz. Nachdem die vier bestgereihten Entwürfe überarbeitet worden waren, entschied sich die Bundesregierung Kreisky I im Dezember 1970 dennoch für Stabers Projekt. Dies führte zu heftigen Protesten der ÖVP-Opposition und zu einem Untersuchungsausschuss des Nationalrats, änderte die Entscheidung aber nicht.

Die Anlage steht auf einer von der Stadt Wien bereitgestellten Grundfläche von 17 Hektar. Sechs Bürotürme mit Y-förmigem Grundriss sind paarweise um ein zentrales rundes Konferenzgebäude angeordnet. Grundlage der Planung ist eine gedachte Wabenstruktur aus Sechsecken. Die Gebäude stehen so, dass sie sich möglichst wenig gegenseitig beschatten. Das zentrale Konferenzgebäude C verbindet alle Bürotürme.

Die gesamte Geschossfläche beträgt etwa 230.000 m². Für den höchsten Turm A nennt der Artikel unterschiedliche Höhenangaben: In den Basisdaten werden 127 m Gesamthöhe und 118 m Dachhöhe angegeben, im Architekturabschnitt 120 m. Der Turm besitzt 28 Etagen. Die Gebäude enthalten Kunstwerke österreichischer Künstler; auf der Plaza steht die Skulptur „Polis“ von Joannis Avramidis.

Wegen des beim Bau verwendeten Asbests wurde das VIC von 2004 bis 2013 schrittweise saniert. Von 2004 bis 2007 betrafen die Arbeiten die Bürogebäude A, B, D und E, von 2007 bis 2010 die Gebäude F und G. Von 2009 bis 2013 wurde schließlich Gebäude C mit den Konferenzsälen von Asbest befreit. Als Ersatz während dieser Arbeiten entstand das neue Konferenzgebäude M, das 2009 nach Plänen des Architekten Albert Wimmer fertiggestellt wurde. Es kann im Inneren variabel unterteilt werden und erweitert heute die Konferenzkapazität.

Darüber hinaus besteht erneut Sanierungsbedarf. Bis zum 14. Juli 2025 gab es noch keine Einigung Österreichs mit IAEO, UNOV, UNIDO und CTBTO über die Verteilung der voraussichtlich rund 330 Millionen Euro hohen Kosten.

Internationale Organisationen

Das VIC beherbergt das United Nations Office at Vienna (UNOV) sowie weitere internationale Organisationen. Gemeinsam mit New York (UNHQ), Genf (UNOG) und Nairobi (UNON) ist Wien einer von vier offiziellen Amtssitzen der Vereinten Nationen. Das UNOV nahm am 1. Jänner 1980 als dritter Standort des UN-Sekretariats seinen Betrieb auf. Seit Februar 2020 wird es von der Ägypterin Ghada Waly geleitet.

Zu den im VIC vertretenen Einrichtungen der Vereinten Nationen gehören das UNODC, das Büro für Drogenkontrolle und Verbrechensverhütung; die UNIDO, die Organisation für industrielle Entwicklung; das UNOOSA, das Büro für Weltraumfragen; die UNCITRAL, die Kommission für internationales Handelsrecht; das UNODA, das Büro für Abrüstungsfragen; sowie das UNHCR, das Flüchtlingskommissariat mit Büros in Wien und Berlin und Hauptsitz in Genf.

Weitere dort ansässige Organisationen sind die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO), die Vorbereitungskommission für die Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen und die Internationale Kommission zum Schutz der Donau. Die IAEO befindet sich seit 1957, die UNIDO seit 1967 in Wien. Beide waren daher bereits vor dem Angebot für das neue Zentrum in der Stadt ansässig und arbeiteten zunächst in angepassten oder provisorischen Gebäuden im Stadtzentrum.

UNO-City, Verwaltung und Einrichtungen

Finanzierung, Bau, Instandhaltung und Verwaltung der UNO-City wurden durch ein Bundesgesetz der Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien, Aktiengesellschaft (IAKW-AG) übertragen. An ihrem Grundkapital hält die Republik Österreich 65 %, die Stadt Wien 35 %.

Zur UNO-City gehört auch das von 1983 bis 1987 errichtete Austria Center Vienna. Der Baugrund zwischen Donaupark und VIC war bereits bei der ursprünglichen Planung dafür freigehalten worden. Das ebenfalls von Johann Staber entworfene Gebäude besitzt nicht die Y-Struktur des VIC. Es ist Österreichs größtes Kongresszentrum und bietet Platz für bis zu 20.000 Konferenzteilnehmer. Die Organisationen des VIC können es für große Tagungen mieten, wenn die eigenen Säle nicht ausreichen. Eine interne Verbindung führt zwischen beiden Anlagen; die Übergänge werden von UN-Sicherheitspersonal kontrolliert.

Der Wach- und Sicherheitsdienst Security and Safety Service ist auf dem extraterritorialen Gelände für Sicherheit, Objektschutz und Hausrecht verantwortlich. Weil er Hoheitsaufgaben und hoheitliche Rechte ausübt, ist er rechtlich mit einer Art Polizei vergleichbar.

Das VIC liegt an der Wagramer Straße 5. Obwohl es geografisch zum 22. Bezirk gehört, besitzt sein Postamt die eigene Postleitzahl 1400 Wien. Im Zentrum befindet sich außerdem das „Commissary“, ein von der IAEO ohne Gewinnabsicht geführtes Geschäft. Zutritt haben Beschäftigte internationaler Organisationen und diplomatischer Vertretungen sowie teilweise deren Angehörige, nicht jedoch Besucher oder Konferenzteilnehmer. Bestimmte Waren sind von österreichischen Steuern befreit. Für Spirituosen und Tabakwaren gelten nach Dienstrang festgelegte Quartalsquoten; österreichische Staatsangehörige im Dienst einer VIC-Organisation unterliegen strengeren Regeln.

Wirtschaft und Verkehr

Die UNO-City ist für Wien ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Neben den dauerhaft in Wien lebenden Beschäftigten erzeugen Sitzungen und Konferenzen einen erheblichen Tourismuseffekt. Um 2005 fanden dort annähernd 1000 kleinere und größere Konferenzen statt, 2010 waren es etwa 2000. Für 2015 wurden rund 3000 Sitzungen erwartet. Veranstaltungen im Austria Center Vienna sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Das VIC ist seit dem 3. September 1982 vor allem über die Station Kaisermühlen – Vienna International Centre an die U-Bahn-Linie U1 angeschlossen. Vier Buslinien der Wiener Linien verbinden es mit benachbarten Wohnvierteln. Zwischen 5:00 und 20:00 besteht außerdem stündlich eine direkte Verbindung zum Flughafen Wien durch die Linie 3 der Vienna Airport Lines, die von der Österreichischen Postbus AG betrieben wird.

Mit dem Auto ist das VIC über die Anschlussstellen Reichsbrücke und VIC der Donauuferautobahn A22 erreichbar. Vom Stadtzentrum führt die Strecke über Praterstraße, Praterstern, Lassallestraße und Reichsbrücke nahezu gerade zur Wagramer Straße. Die gute Verkehrsanbindung förderte auch die Entwicklung der Umgebung: Zwischen Alter Donau und Neuer Donau entstand bis zum Jahr 2000 der neue Stadtteil Donau City.

Besuch

Der Besucherdienst der Vereinten Nationen in Wien bietet von Montag bis Freitag Führungen durch das Vienna International Centre an.

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