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Unzensiert

Unzensiert ist das zweite Mixtape des Offenbacher Rappers Haftbefehl. Es erschien am 18. Dezember 2015 über das Label Urban/Universal. Das Album ist in …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Veröffentlichung und Singles
  3. 3. Musikstil und Themen
  4. 4. Wichtige Inhalte
  5. 5. Gestaltung und Titelliste
  6. 6. Rezeption und Erfolg

Überblick

Unzensiert ist das zweite Mixtape des Offenbacher Rappers Haftbefehl. Es erschien am 18. Dezember 2015 über das Label Urban/Universal. Das Mixtape gehört zum Genre Deutschrap, umfasst 16 Titel und hat eine Gesamtlänge von 56:44 Minuten. Es wurde digital veröffentlicht, war auf Download-Portalen erhältlich und als Stream bei Spotify verfügbar.

Die wichtigsten Produzenten waren Bazzazian, Jimmy Torrio und SOTT. Bazzazian war Executive Producer und produzierte 13 der 16 Instrumentals. In Haftbefehls Diskografie steht Unzensiert nach Russisch Roulette von 2014 und vor Der Holland Job mit Xatar von 2016.

Veröffentlichung und Singles

Vor der Veröffentlichung erschienen mehrere Musikvideos. Am 1. Dezember 2015 veröffentlichte Haftbefehl das Video zu CopKKKilla auf YouTube. Das Lied behandelt Polizeibrutalität und den Kampf gegen die Staatsmacht. Das Video zeigt düstere Gefängnisszenen und auch die Ermordung eines Polizisten mit einem Bleistift.

Die Veröffentlichung fiel zeitlich kurz nach Jan Böhmermanns Clip Ich hab Polizei im Neo Magazin Royale, in dem Böhmermann unter anderem den Stil Haftbefehls imitiert hatte. Laut Produzent Bazzazian war diese zeitliche Nähe nicht abgesprochen; das Video zu CopKKKilla war bereits im Oktober gedreht worden.

Am 16. Dezember 2015, Haftbefehls dreißigstem Geburtstag, erschien das zweite Video Depressionen im Ghetto. Am 17. Dezember kündigte Haftbefehl beim Red Bull Soundclash gegen Sido in Essen das Mixtape an. Noch in derselben Nacht um 0:15 wurde es über Spotify und iTunes veröffentlicht; weitere Downloadportale folgten. Die Singleauskopplungen waren CopKKKilla am 1. Dezember 2015, Depressionen im Ghetto am 16. Dezember 2015 und Kalash am 26. Januar 2016.

Musikstil und Themen

Der Sound von Unzensiert wird als kompromisslos, hart und bedrohlich beschrieben. Im Vergleich zum Vorgänger Russisch Roulette verzichtet das Mixtape auf die wenigen Partytracks, die dort noch vorhanden waren. Musikalisch stehen vor allem Trap-Beats im Mittelpunkt. Trap ist hier eine Form von Rap-Produktion mit schweren, düsteren Beats und markanten Rhythmusmustern.

Textlich geht es vor allem um Migration und Integration, wobei Integration im Artikel als überwiegend negativ konnotiert beschrieben wird. Haftbefehl erzählt von der Halbwelt in Frankfurt und Offenbach. Die Texte beziehen sich auf einen rohen Sozialrealismus, also eine direkte Darstellung sozialer Wirklichkeit, geprägt von Armut, Radikalisierung, Wut und Gewalt.

Die Texte sind direkt und im Storytelling-Stil verfasst. Der Titel Unzensiert verweist darauf, dass Haftbefehl laut Artikel von seinem Major-Label Universal keine Auflagen gemacht wurden und die Texte keiner Zensur unterworfen waren. Ein Song nimmt Bezug auf Verschwörungstheorien und erwähnt die Bankiersfamilie Rothschild aus Frankfurt. Auch der deutsche Staat wird in den Texten für die Lage in Frankfurter und Offenbacher Elendsvierteln verantwortlich gemacht.

Wichtige Inhalte

Einige Stücke werden im Artikel genauer beschrieben. Brudi namens Fuffi verfolgt den Weg eines 50-Euro-Scheins durch verschiedene gesellschaftliche Schichten, vom verschwitzten Banker bis zum Drogendealer. Der Song erinnert in seiner Art an Blauer Schein von Torch.

Golden Brown handelt von Drogensucht; der Titel ist Straßenslang für Heroin. Der Track enthält außerdem einen Gastbeitrag von Xatar. Odyssee behandelt Haftbefehls eigene Herkunft.

Chabos versammelt viele Rapper und erinnert damit an Chabos wissen wer der Babo ist. Neben Haftbefehl sind Milonair, DOE, Celo, Soufian, Hanybal, Enemy, Abdi, Brate Azzlack, Nimo, Bausa, Diar und Capo beteiligt. Der Track wirbt für Haftbefehls Modelabel. Kalash mit Soufian, DOE, Enemy und Diar wurde die dritte Videoauskopplung und erschien am 26. Januar 2016.

Gestaltung und Titelliste

Das Cover zeigt Haftbefehl mit einer AK-47 in der rechten Hand, während er aus einem Fenster schaut. Das Artwork spielt auf ein berühmtes Bild von Malcolm X an, das bereits von verschiedenen Hip-Hop-Acts wie Boogie Down Productions oder Harris für Albumcover neu interpretiert wurde.

Das Mixtape enthält 16 Titel: Brudi namens Fuffi, Skit 2.1, 069, Aus Hater werden Fans, Frisch aus der Küche, CopKKKilla, Alles dreht sich, Skit 2.2, Wo ich herkomm, Depressionen im Ghetto, Rolle auf Chrom, Chabos, Kalash, Golden Brown, Odyssee und Hang the Bankers. Gastbeiträge stammen unter anderem von Moses Pelham, Capo, Ufo361, Milonair, Hanybal, Celo & Abdi, Xatar, Bausa, DOE und Olexesh. Über iTunes erschien außerdem eine Deluxe Edition mit den einzelnen Instrumentals. Laut Artikel setzte Haftbefehl im Gegensatz zu üblichen Deutschrap-Promokampagnen auf Minimalismus.

Rezeption und Erfolg

Unzensiert wurde von mehreren Medien positiv aufgenommen. BR Puls zählte es zu den „Top-Platten, die 2015 im Deutschrap rausgekommen sind“. Auch Rappers.in äußerte sich ähnlich. Fatma Aydemir nannte das Album „exzellent“ und beschrieb die Produktionen als „High End“ sowie die Sprachbilder als „rohe[n] Sozialrealismus“.

Das Backspin Hip Hop Magazin lobte das Mixtape unter anderem dafür, dass es ohne aufwendige Promo und Boxen erfolgreich war, kritisierte aber die vielen Features. Laut.de sah einen etwas schwächeren Mittelteil, lobte jedoch Haftbefehls Weiterentwicklung und bezeichnete ihn als einen der interessantesten Rapper Deutschlands. MZEE.com lobte den Sound und die Beiträge der Featuregäste, kritisierte aber das Skandieren der „Rothschildtheorie“ und andere Inhalte aus dem Bereich der Verschwörungstheorien.

Kommerziell erreichte Unzensiert nach der Erstveröffentlichung zunächst Rang 56 in den deutschen Albumcharts und Rang 37 in der Schweizer Hitparade. Am 25. Dezember 2020, genau fünf Jahre nach dem ersten Charteinstieg, stieg das Album erneut in die deutschen Albumcharts ein und erreichte mit Rang 28 seine bis dahin höchste Chartnotierung. In der Schweiz erreichte es Rang 32 und blieb dort 2 Wochen; in Deutschland ist für Rang 28 der 25. Dezember 2015 mit 8 Wochen angegeben.

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