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Und morgen seid ihr tot
Und morgen seid ihr tot ist ein Schweizer Spielfilm von Michael Steiner. Das Geiseldrama basiert auf dem gleichnamigen Erlebnisbericht von Daniela Widmer …
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Überblick
Und morgen seid ihr tot ist ein Schweizer Spielfilm von Michael Steiner aus dem Jahr 2021. Das 115 Minuten lange Geiseldrama wurde in der Schweiz und in Deutschland produziert und ist auf Schweizerdeutsch, Englisch und Pashto gedreht. Es basiert auf dem Erlebnisbericht von Daniela Widmer und David Och. Die beiden wurden am 1. Juli 2011 nahe Loralai in Pakistan entführt und 259 Tage von den Taliban als Geiseln festgehalten.
Die Weltpremiere fand am 23. September 2021 als Eröffnungsfilm des Zurich Film Festivals statt. Der Kinostart in der deutschen Schweiz war am 28. Oktober 2021, in der französischen Schweiz am 2. Februar 2022. Der Film ist in Deutschland ab 12 Jahren freigegeben.
Handlung
Die 28-jährige Daniela Widmer und der 31-jährige David Och reisen in einem Kleinbus entlang der alten Seidenstrasse. Auf der Rückreise in die Schweiz fahren sie auf Empfehlung einer französischen Familie durch die pakistanische Region Loralai. Trotz Polizeieskorte werden sie von einer kriminellen Bande entführt, 500 Kilometer nach Nord-Waziristan verschleppt und an die Taliban verkauft.
Das Paar wird unter schwierigen Bedingungen in einer Ruine in Miranshah festgehalten. Die Verhandlungen mit der pakistanischen und indirekt der Schweizer Regierung ziehen sich über Monate hin. Zunächst fordern die Entführer die Freilassung von Taliban-Kämpfern, später Lösegeld von mehr als fünf Millionen Dollar. Als Miranshah auf Druck der USA von der pakistanischen Armee angegriffen wird, müssen die Geiseln unter Lebensgefahr in ein Gehöft außerhalb der Stadt gebracht werden.
Dort leben auch Frauen und Kinder. David erkrankt schwer an Malaria und überlebt nur knapp. Daniela und David versuchen, ihre Überlebenschancen durch Freundschaften mit einer Frau und dem Talibankommandeur Nazarjan zu verbessern. Außerdem lernen sie Paschtu. Nach acht Monaten erfolgloser Verhandlungen wird die Lösegeldforderung auf 50 Millionen Dollar erhöht und mit der Drohung verbunden, eine der Geiseln zu töten. Für das Paar scheint nur noch Flucht oder Tod möglich.
Während einer Fahrt in die nahen Berge zu einem weiteren Verhandlungsgespräch entdecken Daniela und David einen Stützpunkt der pakistanischen Armee. Als die unmittelbare Ermordung droht, beginnen sie früher als geplant zu fliehen. In einem riskanten Nachtmarsch, verfolgt von einem Bewacher, erreichen sie den Stützpunkt. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz wird ihre Darstellung der Flucht von der Presse öffentlich angezweifelt.
Produktion
Michael Steiner arbeitete seit 2013 an dem Projekt, scheiterte zunächst jedoch mit einem anderen Drehbuch an der Finanzierung. Nach einem Wechsel der Produktionsfirma wurde 2018 ein neues Drehbuch in Auftrag gegeben. Es stammt von Urs Bühler und Daniel Young. Die Produktion übernahmen Lukas Hobi und Reto Schaerli; die Musik komponierte Adrian Frutiger, die Kamera führte Filip Zumbrunn.
Die Dreharbeiten fanden vom 17. Februar bis 18. März 2020 in der Umgebung von Udaipur im indischen Bundesstaat Rajasthan statt. Eine weitere geplante Drehwoche in Indien musste wegen des Ausbruchs der COVID-19-Pandemie entfallen. Vom 30. Juni bis 7. Juli 2020 wurden Szenen in der Schweiz in den Kantonen Zürich, Aargau und Bern gedreht. Dafür wurde ein eigenes Schutzkonzept entwickelt. Die noch fehlenden Szenen im Gehöft entstanden vom 17. bis 21. Dezember in der Sierra Nevada in Südspanien. Das Budget betrug fünf Millionen Franken.
Kritische Bewertung
Die Besprechungen bewerteten den Film überwiegend positiv. Radio SRF Kultur lobte ihn als spannendes und unprätentiöses, klassisches Kinostück. Die NZZ am Sonntag vergab 4 von 5 Sternen und hob die bis zum Schluss fesselnde Geschichte sowie die packenden Bilder hervor. Cineman bezeichnete den Film als wichtig und mutig, weil er die Einzelschicksale der Geiseln in den Mittelpunkt stellt.
Das Tagblatt von CH Media lobte die konsequente Perspektive der beiden Ex-Geiseln und die Darstellung ihrer Angst, der harten Bedingungen sowie der Gefahren für die Geiselnehmer. Schwächer beurteilte es die Darstellung der Befreiungsversuche in der Schweiz. Die Neue Zürcher Zeitung würdigte das überarbeitete Drehbuch, die Kamera, den zurückhaltenden Soundtrack und die Hauptdarsteller Morgane Ferru und Sven Schelker. Outnow vergab 5 von 6 Sternen und betonte, dass das menschliche Drama im Vordergrund stehe. Zugleich wurde der Film als weitgehend unpolitisch beschrieben, da er vor allem von den betroffenen Menschen erzählt.