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Ulrich Winkler (Theologe)
Winklers Schwerpunkte waren die Religionstheologie, Israeltheologie, komparative Theologie und postkoloniale Theologie. Er war Herausgeber der Salzburger …
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Ausbildung und akademischer Werdegang
Ulrich Winkler (4. März 1961 in Gallneukirchen, Oberösterreich – 27. Jänner 2021 in Traunstein) war ein österreichischer Theologe und Religionswissenschaftler. Nach seiner Matura 1980 am Bischöflichen Gymnasium Kollegium Petrinum im Linzer Stadtteil Urfahr studierte er zunächst Fachtheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Linz (1980–1982). Daran schloss sich das Theologische Studienjahr Jerusalem (1982–1983) an. Sein Studium der Fachtheologie und Religionspädagogik beendete er 1987 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg; zusätzlich absolvierte er Gaststudien in Tübingen und München.
Von 1988 bis 2001 war Winkler Lehrbeauftragter an der Universität Salzburg. Unter anderem arbeitete er von 1988 bis 1992 als Assistent am Institut für Dogmatik bei Gottfried Bachl. 1995 wurde er an der Universität Salzburg mit einer Dissertation im Fachgebiet Dogmatik zum Doktor der Theologie promoviert; die Arbeit wurde mit summa cum laude bewertet. 2001 wurde er Assistenzprofessor und übernahm die Leitung des Universitätslehrgangs „Spirituelle Theologie im interreligiösen Prozess“. 2010 habilitierte er sich und erhielt die venia legendi für Dogmatik, also die Lehrbefugnis für dieses Fach.
Lehre, Forschung und wissenschaftliches Engagement
Ebenfalls 2010 wurde Winkler an der Universität Salzburg zum außerordentlichen Professor im Fachbereich Systematische Theologie ernannt. Systematische Theologie beschäftigt sich mit der geordneten Darstellung und Begründung theologischer Inhalte. Im selben Jahr war er Mitbegründer des „Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen“.
2012/13 forschte er als Visiting Scholar am Center for the Study of World Religions (CSWR) der Harvard University. Von 2016 bis 2019 hatte er den Laurentius Klein Lehrstuhl für Biblische und Ökumenische Theologie am Theologischen Studienjahr in der Dormitio-Abtei in Jerusalem inne und war dort Studiendekan. Ab 2020 lehrte er wieder an der Universität Salzburg.
Zu seinen wichtigsten Forschungsschwerpunkten gehörten Religionstheologie, Israeltheologie, komparative Theologie und postkoloniale Theologie. Religionstheologie untersucht das Verhältnis des Christentums zu anderen Religionen. Komparative Theologie vergleicht theologische Fragen und religiöse Traditionen miteinander; postkoloniale Theologie befasst sich mit theologischen Fragen im Zusammenhang mit kolonialen Machtverhältnissen und deren Folgen. Winkler war außerdem Herausgeber der Salzburger Theologischen Zeitschrift.
Er engagierte sich in wissenschaftlichen Gremien und Gesellschaften. Dazu gehörten die Österreichische Gesellschaft für Religionsphilosophie (ÖGRph), in deren Beirat der Görresgesellschaft zur Pflege der Wissenschaft er seit 2006 tätig war, sowie die European Society for Intercultural Theology and Interreligious Studies (ESITIS), deren Mitglied er ab 2007 war. Bei ESITIS war er 2009 Board member, 2013 Vice-President und von 2015 bis 2017 President.
Lebensende und ausgewählte Veröffentlichungen
Winkler lebte mit seiner Familie und zwei Kindern im oberbayerischen Traunstein. Nach langer Krankheit starb er Ende Januar 2021 im Alter von 59 Jahren. Seine Urne wurde auf dem Traunsteiner Waldfriedhof beigesetzt.
Zu seinen Schriften und Herausgeberschaften zählen:
- „Vom Wert der Welt. Ein Beitrag zu einer ökologischen Schöpfungstheologie“, 2 Bände; die Arbeit war seine Dissertation.
- Die Herausgabe von „Innere Erfahrung und Offenbarung. Theologische Aufsätze zur Begegnung von Hinduismus und Christentum“ von Henri Le Saux (Swami Abhishiktānanda), mit einer Einführung von Jacques Dupuis und herausgegeben gemeinsam mit Christian Hackbarth-Johnson und Bettina Bäumer, 2005.
- „Wege der Religionstheologie. Von der Erwählung zur Komparativen Theologie“, Tyrolia, Innsbruck 2013.
- „Von Gotteskindern, Heiden und Teufelskindern. Religionstheologie versus Israeltheologie – ein neuer Diskurs des Vergessens?“, erschienen 2009 in dem von Gerhard Langer und Gregor Maria Hoff herausgegebenen Band „Der Ort des Jüdischen in der christlichen Theologie“, S. 220–263.
- „Für eine pneumatologische Religionstheologie“, erschienen 2007 in der Salzburger Theologischen Zeitschrift, Band 11, S. 175–200.