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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Trasse (Verkehrsweg)

Es handelt sich dabei um die Achse eines linienförmigen Objekts, das durch eine Folge von Trassierungselementen nach bautechnischen, topografischen, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Trasse und Trassierung
  2. 2. Räumliche Festlegung
  3. 3. Anforderungen und Arbeitsablauf
  4. 4. Entwurfsmethoden im Vergleich
  5. 5. Neutrassierung und Linienverbesserung

Trasse und Trassierung

Eine Trasse bezeichnet den geplanten oder bereits bestehenden Verlauf eines Verkehrsweges zwischen zwei Orten. In der Schweiz sind auch die Formen „das Trasse“ und „das Trassee“ gebräuchlich. Fachlich ist die Trasse die Achse eines linienförmigen Objekts. Sie wird in horizontaler und vertikaler Richtung durch eine Folge von Trassierungselementen festgelegt. Dabei werden bautechnische, topografische, fahrdynamische und wirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigt.

Der Begriff wird vor allem für die abstrahierte Linienführung von Straßen, Bahnstrecken und Kanälen verwendet, etwa als Straßen-, Bahn- oder Kanaltrasse. Im übertragenen Sinn bezeichnet er auch den Verlauf von Ver- und Entsorgungsleitungen, beispielsweise Ferngas- oder Hochspannungstrassen. Trassierung ist das Entwerfen und Festlegen der Linienführung eines Landverkehrsweges hinsichtlich Lage, Höhe und Querschnitt.

Räumliche Festlegung

Der Trassenverlauf wird im Gelände durch eine mathematisch definierte Achse dargestellt. Diese räumliche Linienführung setzt sich aus verschiedenen Trassierungselementen zusammen. Trassenhauptpunkte sind diejenigen Punkte, an denen benachbarte Trassierungselemente einer Komponente zusammentreffen. Zwangspunkte sind dagegen Punkte oder örtliche Bedingungen, nach denen sich die Trasse richten muss.

Die Kilometrierung gibt die Position eindimensional entlang des Trassenverlaufs an. Als übergeordnetes räumliches Bezugssystem wird dabei meist das Gauß-Krüger-Koordinatensystem verwendet.

Anforderungen und Arbeitsablauf

Bei der Trassierung wird zwischen Anfangs- und Endpunkt die zweckmäßigste Lage der Trasse in Richtung und Höhe bestimmt. Der Höhenverlauf heißt Gradiente. Einzelne Trassierungselemente werden mit einer Entwurfsmethode zu einer räumlichen Linie zusammengefügt. Abhängig vom Trassentyp muss diese Linie fahrdynamische, sicherheitstechnische und bautechnische Anforderungen erfüllen. Außerdem soll sich die Trasse mit ihren Bauwerken in die Landschaft einfügen. Eine wirtschaftliche Lösung benötigt möglichst geringe Massenbewegungen, also wenig Bewegung von Boden und Gestein, sowie möglichst wenige aufwendige Kunstbauwerke wie Brücken oder Tunnel.

Der Verlauf orientiert sich möglichst am Gelände und an vorhandenen Zwangspunkten. Dazu gehören Bebauung, Topografie, andere Verkehrswege und notwendige Kreuzungen mit weiteren Trassen. Eine Leitungstrasse kann beispielsweise dadurch festgelegt sein, dass sie entlang einer Straße oder Bahnstrecke geführt werden muss.

Beim Entwurf einer neuen Trasse wird zunächst eine Freihandlinie in das vorhandene Gelände eingetragen. In bewegtem Gelände kann das Nulllinienverfahren nötig sein. Es begrenzt die Längsneigung und soll zugleich möglichst geringe Erdbewegungen ermöglichen. Wenn die Freihandlinie ausreichend ausgearbeitet ist, wird sie in einzelne Trassierungselemente übertragen. Dafür werden insbesondere die Tangentenmethode und die Grundkreismethode eingesetzt.

Entwurfsmethoden im Vergleich

Bei der Tangentenmethode wird zunächst ein Tangentenpolygon über die Freihandlinie gelegt. Seine Tangentenseiten verlaufen durch die Wendepunkte der Trasse. Anschließend werden die Schnittpunkte der Tangenten ausgerundet, sodass eine Folge von Verbundkurven entsteht. Die Linienführung ist im Regelfall relativ unharmonisch: Die Klothoidenparameter einer Wendelinie sind häufig unterschiedlich, und zusätzlich wird eine Zwischengerade eingefügt. Auch der Arbeitsaufwand ist groß, weil viel ausprobiert werden muss, bis sämtliche Trassierungsparameter eingehalten werden.

Bei der Grundkreismethode wird die Freihandlinie dagegen durch eine Folge gegengekrümmter Kreisbögen überdeckt. Diese Bögen werden anschließend durch aufeinander abgestimmte Wendelinien mit gleich großen Klothoidenparametern verbunden. Dadurch sind weniger Trassierungselemente erforderlich, die Linienführung wird deutlich harmonischer und der Arbeitsaufwand bleibt begrenzt.

Neutrassierung und Linienverbesserung

Von einer Neutrassierung spricht man, wenn ein Abschnitt eines Verkehrsweges mit veränderter Linienführung neu gebaut wird. Ziele können größere Kurvenradien, geringere Steigungen oder kürzere Fahrwege sein. Auch Veränderungen im Umfeld können eine Verlegung erforderlich machen, etwa neue Wohngebiete, der Bau von Brücken oder Tunneln oder die Anlage einer Talsperre. Die alte Strecke wird meistens aufgegeben und zurückgebaut, kann jedoch als Alternativ- oder Entlastungsstrecke erhalten bleiben.

Eine Linienverbesserung verändert dagegen nur einzelne Abschnitte einer bestehenden Strecke, ohne deren grundsätzlichen Verlauf vollständig neu festzulegen. Sie soll die Trassierung optimieren und dadurch höhere Geschwindigkeiten, einen ruhigeren Verkehrsablauf oder einen geringeren Energieverbrauch ermöglichen. Im Eisenbahnwesen werden dafür beispielsweise enge Gleisbögen durch Bögen mit größeren Radien ersetzt. Züge können diese Abschnitte schneller befahren und müssen weniger stark abbremsen und anschließend beschleunigen. Größere Maßnahmen können Tunnel umfassen, die Umwege oder starke Steigungen vermeiden; als Beispiel wird der Katzenbergtunnel genannt.

Bei früher zweigleisigen, heute nur noch eingleisigen Bahnstrecken kann das verbliebene Gleis im Zuge einer Sanierung innerhalb des vorhandenen Bahnkörpers neu angeordnet werden. So lassen sich Linienführung und Kurvenverlauf verbessern. Diese Lösung kann allerdings eine spätere Wiederherstellung des zweiten Gleises erschweren.

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