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Tod in der Antike
Die Bestattung einer bedeutenden Persönlichkeit konnte zu einem Spektakel werden. Sie wurde von berufsmäßigen Bestattern, den libitinarii, organisiert und …
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Grundformen von Grab und Bestattung
Die ältesten und einfachsten Grabmale bestanden aus einem Erdhügel oder einem Steinhaufen über der Asche der Verstorbenen. Diese Form der Bestattung war sehr verbreitet und wird im Buch Josua sowie bei Homer und Vergil erwähnt.
In der Frühgeschichte waren Bestattungsorte noch nicht überall fest geregelt. Bei den Juden lagen Gräber zunächst an Landstraßen, in Gärten oder auf Bergen. Als Beispiel nennt der Artikel Abraham und Sarah, die in der Höhle von Machpela in Efron beigesetzt wurden. Auch Usia, der König von Juda, wurde bei seinen Vätern im Acker bei dem Begräbnis der Könige begraben, weil er als aussätzig galt.
Bestattungsorte bei Griechen und Römern
Die alten Griechen begruben ihre Toten ursprünglich an einem eigenen, dafür bestimmten Platz im Haus. Später wurden Friedhöfe außerhalb des Wohnbereichs angelegt, vor allem in Wüstengebieten und an Stadträndern. Der Grund war die Vorstellung, dass Tote rituell unrein seien.
Auch im römischen Bereich galt es als Aufgabe und Pflicht der Hinterbliebenen, Verstorbene zu begraben. Zugleich war es Wunsch und Gesetz, dies außerhalb der Stadt zu tun. Später wurden Verbrennung und Begräbnis innerhalb der Städte aus religiösen und zivilen Gründen untersagt: Priester sollten durch das Berühren eines Toten nicht verunreinigt werden, und Häuser sollten nicht durch Feuer gefährdet werden.
Jenseitsvorstellungen in der Mythologie
Römer und Griechen hatten nach dem Artikel dieselbe Vorstellung vom Leben nach dem Tod. Die Seele des Verstorbenen musste den Fluss Styx überqueren, um in die Unterwelt zu gelangen. Dieses Totenreich hieß Hades.
Für die Überfahrt war Charon zuständig, der Fährmann der Toten. Damit Charon bezahlt werden konnte, legte man den Toten eine geringwertige Münze, den Obolus, in den Mund oder auf die Augen.
Römische Bestattungspraxis
Im Römischen Reich wurde der pater familias, also der älteste überlebende Mann des Haushalts, zum Totenbett gerufen. Er versuchte, den letzten Atemzug des Sterbenden einzuatmen.
Reiche Römer errichteten ihre Gräber oft an viel befahrenen Straßen. Sie wurden in kunstvollen Stein- oder Marmorsärgen bestattet, den Sarkophagen. Grabmale konnten von Mauern und Bäumen umgeben sein. Viele Römer ließen ihre Gräber schon zu Lebzeiten bauen; deshalb finden sich in Inschriften Abkürzungen wie V.F. für Vivus Facit und V.S.P. für Vivus Sibi Posuit. Gewöhnliche Gräber waren einfache Grabstellen im Boden und hießen hypogea.
Die Römer konservierten ihre Toten nicht. Meist wurden Leichen auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Oft verbrannte man Gegenstände mit, die dem Toten im Jenseits nützen sollten. Nach der Einäscherung kamen die Überreste in eine Urne aus Glas, Marmor oder Ton. Diese Urne wurde in einem columbarium aufbewahrt, einer Grabkammer mit Wandnischen für Urnen. Das Wort bedeutet wörtlich „Taubenschlag“, weil die Anlage so aussah.
Trauerfeiern und Totengedenken
Die Bestattung einer bedeutenden Persönlichkeit konnte ein öffentliches Spektakel werden. Berufsmäßige Bestatter, die libitinarii, organisierten die Feier. Nach Reden auf dem Forum führte die Familie eine lange Prozession an. Schauspieler, Tänzer, berufsmäßige Klageweiber, eine Kapelle und Personen mit Wachsmasken berühmter Vorfahren begleiteten die Leiche zum Friedhof. Das Recht, solche Masken öffentlich zu tragen, wurde später auf Familien beschränkt, die der Magistrat für genügend würdig hielt.
Neun Tage nach Beerdigung oder Verbrennung wurde die cena novendialis gefeiert. Dabei wurde eine Libation, also ein rituelles Ausgießen von Flüssigkeit, über Grab oder Asche vergossen. Während dieser neun Tage galt das Haus als unrein, funesta. Eiben- oder Zypressenzweige sollten böse Geister abwehren. Am Ende wurde das Haus gefegt, um es vom Geist des Toten zu reinigen.
Einige römische Feiertage erinnerten an verstorbene Familienmitglieder. Dazu gehörten die Parentalia vom 13. bis zum 21. Februar und die Lemuria am 9., 11. und 13. Mai. Bei den Lemuria versuchte der pater familias, die Geister, die Laren, mit einem Bohnenopfer zu beschwichtigen.
Philosophische Deutungen des Todes
In der antiken Philosophie wird der Tod unterschiedlich verstanden. Epikur sagte: „Mit dem Tod habe ich nichts zu schaffen. Bin ich, ist er nicht. Ist er, bin ich nicht.“ Für ihn bedeutete der Tod den Verlust aller Wahrnehmung und das Ende jeder Existenz. Deshalb müsse man keine Angst vor dem Tod haben.
Platon sah den Tod anders. Für ihn stand Philosophieren in unmittelbarer Beziehung zum Tod. Er verstand Tod allgemein als Trennung von Leib und Seele. Ein wahrer Philosoph strebe diese Trennung schon im Leben an, weil er reine Erkenntnis suche und der Körper ihn dabei eher hindere. Nach dem wirklichen Tod könne die Seele ganz unbeeinflusst vom Körper denken.
Epikur dagegen lehrte, dass es keine Unsterblichkeit gebe. Nach seiner Auffassung befinden sich im Leib vernunftbegabte Seelenatome, die sich wie die Atome des Körpers zerstreuen. Die Seele lebt deshalb nicht weiter. Ausgangspunkt seiner Philosophie war die ataraxia, ein Zustand seelischer Ausgeglichenheit. Philosophieren bedeutete für ihn, sich um die Gesundheit der Seele zu kümmern. Wer weiß, dass es nach dem Tod keine Bestrafung gibt und dass ein besseres Leben im Jenseits nicht zu erwarten ist, muss auf nichts verzichten, nur um später belohnt zu werden. Stattdessen soll man ein lustvolles Leben führen, indem man die richtigen Zwecke setzt, Übel meidet und glücklich wird. Dazu hilft etwa die Einteilung der Begierden und die Einsicht, dass Selbstgenügsamkeit vernünftig ist, weil luxuriöse Dinge nicht immer leicht zu bekommen sind.