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Surya
Surya (Sanskrit सूर्य sūrya ‚Sonne'), auch Ravi oder Aditya, ist in den ältesten Schriften des Hinduismus, den Veden, die Personifizierung der Sonne, …
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Surya als Sonnengott
Surya (Sanskrit सूर्य sūrya „Sonne“), auch Ravi oder Aditya genannt, ist in den Veden, den ältesten Schriften des Hinduismus, die Personifizierung der Sonne, der Wärme und des Lichtes. Er ist damit ein Sonnengott, der bis heute in verschiedenen Formen verehrt wird. Surya verkörpert besonders die Mittags- und Abendsonne; gelegentlich erscheint er in den Veden auch in weiblicher Form als Tochter der Sonne.
Für Gläubige steht Surya nicht einfach für das sichtbare Objekt Sonne, sondern für das „Prinzip Sonne“: das täglich wiederkehrende Licht, das Wärme spendet und geistige Dunkelheit vertreiben soll. Mit ihm werden Gesundheit, hohe Lebenserwartung, Erfolg, die Vernichtung von Gegnern und innere Erleuchtung verbunden.
Mythologische Beziehungen und Erzählungen
Im Rig Veda wird Surya als „Auge des Himmels“ sowie als „Auge des Mitra, des Varuna und des Agni“ bezeichnet. Nach dem Purusha sukta entstand die Sonne aus dem Auge des kosmischen Riesen Purusha. Als vergleichbare Sonnensymbole nennt der Artikel das Auge des Re in der ägyptischen Religion und die Sonne als „Auge des Ahura Mazda“ im Zoroastrismus.
Surya gilt als Manifestation von Agni, der Feuergestalt des Göttlichen: Auf der Erde ist Agni das Feuer selbst, am Himmel Surya als Sonne. Surya ist Bruder von Indra und Agni. Ushas wird teils als seine Schwester, teils als seine Gefährtin und Geliebte angesehen. Als Eltern werden entweder Dyaus, der Himmel, und Prithivi, die Erde, oder die Göttin Aditi genannt. Daher gehört Surya zu den Adityas, einer Gruppe von zwölf vedischen Gottheiten, die verschiedene Sonnenaspekte darstellen.
Manchen Überlieferungen zufolge sind Yama und Manu seine Söhne und Yamuna seine Tochter. Aditi stößt ihn als einzigen Sohn von sich, weil sie seine sengende Hitze nicht ertragen kann. Auch seine Frau Saranyu flieht vor ihm, versteckt sich als Stute und lässt ihre Magd ihren Platz einnehmen. Surya findet Saranyu im Wald, verwandelt sich in einen Hengst und zeugt mit ihr Revanta, den Planetengott Shani sowie die Ashvins. Die Ashvins sind goldene Zwillinge und Vorboten der Morgenröte. Saranyus Vater hobelt später einen Teil Suryas ab, damit Saranyu gefahrlos bei ihm bleiben kann; die abfallenden Teile werden auf der Erde zu Waffen der Götter.
Im späteren Hinduismus verschmilzt Surya mit älteren Gottheiten wie Mitra, Pushan, Savitri und Vivasvat, die als Aspekte des Sonnengottes gelten. Rahu, einer der neun personifizierten Planeten (Navagraha), verfolgt Sonne und Mond und droht, sie zu verschlingen. Gelingt dies, entsteht eine Sonnen- oder Mondfinsternis.
Symbole und bildliche Darstellung
Suryas Symbol ist die Swastika, die in der alten Welt ein Symbol des Sonnenrades ist. Er trägt goldene Rüstung, goldenes Haar und goldene Arme; manchmal wird sein Körper dunkelrot dargestellt. Zu seinen Attributen gehören Lotus, Keule, Muschel und Rad.
Ähnlich wie Helios lenkt Surya einen Sonnenwagen. Der göttliche Vishvakarman fertigte ihn aus den Strahlen der Sonne. Der Wagen wird von sieben Pferden gezogen, die für die sieben Tage der Woche stehen. Neben Surya befindet sich darauf Chhaya („Schatten“), seine Frau. Aruna, Gott des Morgenrots und Suryas Freund, ist sein göttlicher Wagenlenker. Die Veden nennen Surya ein „Juwel am Himmel“ und schreiben ihm Licht, Wärme sowie die Ursache von Tag und Nacht zu. Häufig wird er jedoch auch allein und stehend gezeigt, oft mit zwei Lotosblumen in den Armen, die neben seinem Haupt erblühen.
Formen der Verehrung und Tempel
Eine wichtige Form der Verehrung findet bei Sonnenaufgang statt. Manche Hindus beten dann das Gayatri-Mantra. Es drückt den Wunsch nach geistigem Licht und Erleuchtung aus und richtet sich an Savitri, den vedischen Gott und Aspekt der Sonne vor ihrem Aufgang; Savitri bedeutet „der Antreiber“. Andere Gläubige verbeugen sich morgens mit gefalteten Händen grüßend vor der Sonne.
Eine körperliche Form der Sonnenverehrung ist Surya Namaskar, der „Gruß an die Sonne“ aus dem Hatha-Yoga-System. Zu den bedeutenden Surya-Tempeln in Indien gehören der im 13. Jahrhundert erbaute Tempelkomplex von Konark in Odisha, der UNESCO-Weltkulturerbe ist, sowie die Sonnentempel von Martand in Jammu und Kashmir aus dem 8. Jahrhundert und von Modhera in Gujarat aus dem 11. Jahrhundert.