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Strohmann-Argument
Ein Strohmann-Argument oder Strohmann-Trugschluss (von englisch straw-man fallacy oder straw-man argument) ist im Allgemeinen in der Rhetorik und im …
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Definition und Bedeutung
Ein Strohmann-Argument oder Strohmann-Trugschluss ist ein sophistisches Scheinargument, das auf einem informellen Fehlschluss beruht. Dabei entsteht der Eindruck, die Position eines Gegners sei widerlegt worden. Tatsächlich wird jedoch eine andere Position angegriffen, die der Gegner nicht vertreten hat, sondern die ihm nur unterstellt wurde.
Anstelle der wirklichen Argumente wird ein fiktiver Gegner – der „Strohmann“ – aufgebaut. Ihm werden häufig verzerrte, vereinfachte oder undifferenzierte Aussagen zugeschrieben. Anschließend wird behauptet, mit der Widerlegung dieser künstlichen Position sei auch die tatsächliche Gegenposition widerlegt. Das Strohmann-Argument kann als Sophismus der Art Argumentum ad populum oder als Spezialform einer falschen Prämisse betrachtet werden.
Abgrenzung zum Advocatus Diaboli
Auch beim Advocatus Diaboli wird ein fiktiver Gegner der eigenen Position geschaffen. Der Zweck ist jedoch ein anderer: Die Gegenargumente sollen so stark wie möglich formuliert werden, damit man die Stichhaltigkeit der eigenen Position prüfen und mögliche Schwachstellen erkennen kann. Beim Strohmann-Argument wird die Gegenposition dagegen entstellt oder geschwächt, um sie leichter zurückweisen zu können.
Typische Methoden
Strohmann-Argumentationen können auf verschiedene Arten entstehen:
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Die gegnerische These wird verzerrt, übertrieben oder falsch dargestellt. Nach der Widerlegung dieser entstellten Fassung wird behauptet, auch die ursprüngliche These sei widerlegt.
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Eine Person, die die gegnerische These nur mit schwachen Argumenten verteidigt, wird als Vertreter der Gegenposition ausgewählt. Nach der Widerlegung ihrer Argumente werden andere mögliche Begründungen verschwiegen und die gesamte These für widerlegt erklärt.
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Eine Person mit fragwürdigen Ansichten oder Handlungen wird als typisch für die Vertreter der Gegenposition dargestellt. Die These wird dann allein aufgrund dieser Verbindung zurückgewiesen. Dies ist eine Association fallacy, also ein Fehlschluss durch bloße Verbindung oder Zugehörigkeit.
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Es werden scheinbare Analogien zur gegnerischen These gebildet, die leichter anzugreifen sind als die eigentliche Aussage. Die Widerlegung der Analogie ersetzt dann fälschlich die Auseinandersetzung mit der ursprünglichen These.
Wirkung und mögliche Ursachen
Als rhetorische Technik kann ein Strohmann-Argument erfolgreich sein und Menschen überzeugen. Dennoch bleibt es ein Fehlschluss, weil die tatsächliche Argumentation des Gegners nicht widerlegt wurde.
Ein Strohmann muss nicht immer absichtlich aufgebaut werden. Er kann auch durch einen Beurteilungsfehler entstehen, etwa wenn der Redner die andere Position missversteht oder seinem Gegner aufgrund von Vorurteilen irrtümlich bestimmte Ansichten zuschreibt.
Beispiel
Person A möchte den öffentlichen Verkehr aus Gründen des Umweltschutzes fördern. Person B entgegnet, es sei unrealistisch, dass alle Menschen auf das Autofahren verzichten. Damit verzerrt B die Aussage von A: A hat weder gefordert, dass alle auf das Auto verzichten, noch überhaupt über Autos gesprochen. B widerlegt daher nicht die tatsächliche Aussage, sondern eine unterstellte, leichter angreifbare Position.