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Spread Group
Spread Group (Rufname der sprd.net AG) ist die Dachmarke von fünf international agierenden E-Commerce-Plattformen mit Sitz in Leipzig. Das 2002 als ein …
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Überblick
Spread Group ist der Rufname der sprd.net AG, einer Aktiengesellschaft mit Sitz in Leipzig. Das Unternehmen ist die Dachmarke von fünf international tätigen E-Commerce-Plattformen. Es wurde im Mai 2002 als Spreadshirt GbR gegründet und entstand aus einem studentischen Start-up. Die Branche wird mit Social Commerce und Personal Branding angegeben.
Kern des Geschäfts ist die Marke Spreadshirt. Sie bietet eine Online-Plattform, auf der Nutzer T-Shirts und andere Produkte gestalten, kaufen und über einen Marktplatz auch zum Verkauf anbieten können. Zum Konzern gehören außerdem Produktionsunternehmen sowie weitere Angebote für On-Demand-Druck und Merchandising. On-Demand-Druck bedeutet, dass Produkte erst bei Bedarf bedruckt werden. Sämtliche Geschäftsvorgänge werden über das Internet abgewickelt.
Laut Stand vom 11. Januar 2021 hatte die Spread Group 1000 Mitarbeiter und einen Umsatz von 131 Mio. EUR. Die Leitung bestand aus Julian de Grahl als CEO, Ferdinand von Humboldt als CFO und Lukasz Gadowski als Aufsichtsratsvorsitzendem. Stand Oktober 2023 gehören zum Vorstand CEO Julian de Grahl, CFO Ferdinand von Humboldt, Chief Commercial Officer Frederik Brakel und COO Frank Bartelt.
Entwicklung des Unternehmens
Spreadshirt wurde 2001 von Lukasz Gadowski und Matthias Spieß gegründet. Michael Petersen kam im Sommer 2004 als weiterer Geschäftsführer und Partner dazu. 2006 wurde die Unternehmensform von einer GmbH in eine AG umgewandelt.
Der Hauptsitz liegt in Leipzig-Plagwitz. Weitere europäische Büros befinden sich in Berlin, London, Paris, Utrecht und im polnischen Legnica. In Legnica entstand 2006 der dritte Produktionsstandort. Weitere Produktionsstandorte befanden oder befinden sich in Leipzig sowie in den USA in Greensburg (Pennsylvania) und Henderson (Nevada). Später werden außerdem Legnica in Polen und Krupka in der Tschechischen Republik genannt.
Im Juli 2006 investierte das Londoner Risikokapital-Unternehmen Accel Partners in Spread Group. Ein Teil des Geldes wurde genutzt, um die französische Firma laFraise zu kaufen. LaFraise veranstaltete Europas größten fortlaufenden T-Shirt-Design-Wettbewerb im Internet. Das Unternehmen laFraise wurde im Juli 2014 geschlossen, die irische Tochterfirma La Fraise Ltd. blieb jedoch aktiv.
Zum 1. August 2007 gab Lukasz Gadowski den Posten als Vorstandsvorsitzender ab und ist seit 2008 Vorsitzender des Aufsichtsrats. Seine Nachfolgerin als CEO wurde Jana Eggers, die bis November 2010 tätig war. Im Mai 2011 wurde Philip Rooke CEO. Der Mitbegründer und frühere CTO Matthias Spieß wechselte in den Aufsichtsrat.
Im Juli 2014 gehörte neben Spreadshirt.de auch die Marke Yink zur Spread Group. Yink ging aus dem Deutschen Druckservice hervor, später Spreadshirt Großbestellungen. Dieser seit 2004 bestehende Service blieb eine Sparte der Spread Group, trat aber als eigene Marke auf.
Am 7. Januar 2016 beschloss Spread Group, den Produktionsstandort Leipzig zu schließen. Die 26 Mitarbeiter der Spreadshirt Manufacturing Deutschland GmbH wurden beurlaubt. Leipzig produzierte zu diesem Zeitpunkt nur 10 % des europäischen Volumens. Nach kurzen Verhandlungen wurde die Beurlaubung aufgehoben, und Spread Group produzierte wieder in Leipzig.
Im Juli 2021 war Spreadshirt von einem Hackerangriff betroffen. Dabei wurden Adressdaten, Paypal-Adressen und Kontoinformationen von Kunden erbeutet. Außerdem wurden Hashes von Passwörtern erbeutet, die vor 2014 gespeichert worden waren. Hashes sind verschlüsselte oder berechnete Darstellungen von Passwörtern, nicht die Passwörter im Klartext.
Geschäftszahlen und Angebot
Auf dem europäischen Marktplatz von Spread Group befinden sich mehr als 8.000.000 T-Shirt-Motive. Diese Motive können in unterschiedlichen Kombinationen auf fast 200 verschiedenen Produkten verwendet werden.
Der Umsatz im Jahr 2019 betrug 131 Mio. EUR. Insgesamt verschickte die Spread Group in über 170 Länder mehr als 6,4 Millionen bedruckte Produkte.
Kritik und problematische Inhalte
Spread Group wurde wiederholt als Web-2.0-Klon bezeichnet, der auf dem US-amerikanischen Angebot cafepress.com basiere. Spiegel Online führte das Unternehmen am 2. Dezember 2007 unter der Überschrift „Deutsche Web-2.0-Nachahmer: Kasse machen mit dem Copyshop“ auf.
Kritik gab es auch wegen politisch extremistischer oder diskriminierender Motive in Shops auf der Plattform. Die taz berichtete, dass „Reconquista“ (rcqt) rechtsextremistische Devotionalien in einem Spreadshirt-Shop angeboten hatte. Dieser Shop wurde 2008 nach Bekanntwerden geschlossen. Außerdem betrieb PI-News bis 2011 einen „PI-Shop“ bei Spread Group, in dem T-Shirts mit antimuslimischen Motiven angeboten wurden. Spread Group hatte eine Schließung mehrfach erwogen, sie aber mit Hinweis auf „Meinungsfreiheit“ zunächst abgelehnt. Im Oktober 2011 wurde der Shop schließlich geschlossen.
2020 wurde bekannt, dass über Spread Group Kleidung mit QAnon-Motiven verkauft wurde. Seit Mai 2020 sind Inhalte, die mit QAnon in Verbindung stehen, auf der Plattform verboten.
Im Mai 2020 geriet Spread Group erneut in die Kritik, weil auf der Plattform mehrere Produkte mit einem Design angeboten wurden, das an einen Judenstern erinnerte. Die Sterne trugen die Aufschrift „Nicht geimpft“. Nach starker Kritik in den sozialen Medien entfernte das Unternehmen diese Produkte aus dem Angebot.
Auszeichnungen
Spread Group und verbundene Personen erhielten mehrere Auszeichnungen. 2013 bekam das Unternehmen den Silbernen Best in Biz Award für die Spreadshirt-Kollektion in der Kategorie Produktlinie des Jahres.
2006 erhielt Lukasz Gadowski beim OnlineStar den Sonderpreis „Gründer des Jahres“. Ebenfalls 2006 wurde Spread Group bei Europe’s Top 500 auf Platz 5 der wachstumsstärksten Mittelständler Europas geführt und war dort Nr. 1 in Deutschland. 2005 erhielt das Unternehmen den Deutschen Internetpreis, eine Auszeichnung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit.