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Sparkasse Nürnberg

Online-Tagesgeld, sowie der Online-Privatkredit, wurden im zweiten Quartal 2007 eingeführt. Seit 2006 ist die Sparkasse Nürnberg Zertifizierungsstelle für …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Profil und regionale Bedeutung
  2. 2. Geschäftsausrichtung und Kennzahlen
  3. 3. Entwicklung der Stadtsparkasse Nürnberg
  4. 4. Entwicklung der Kreissparkasse Nürnberg
  5. 5. Fusion und Ausbau moderner Dienstleistungen

Profil und regionale Bedeutung

Die Sparkasse Nürnberg ist ein öffentlich-rechtliches Kreditinstitut mit Sitz in Nürnberg (Bayern). Ihr Geschäftsgebiet umfasst die Stadt Nürnberg und den Landkreis Nürnberger Land mit rund 660.000 Einwohnern. Ausgenommen ist die Marktgemeinde Neuhaus an der Pegnitz, die der Vereinigten Sparkasse Eschenbach i.d.OPf. Neustadt a.d.Waldnaab Vohenstrauß zugeordnet ist.

Die Sparkasse entstand am 1. Januar 2001 durch die Fusion von Stadt- und Kreissparkasse Nürnberg. Als Anstalt des öffentlichen Rechts beruht sie auf dem Sparkassengesetz, der bayerischen Sparkassenordnung und einer Satzung des Trägers. Ihre Organe sind der Vorstand und der Verwaltungsrat. Sie ist Mitglied im Sparkassenverband Bayern und in der Sparkassen-Finanzgruppe.

Der Sitz befindet sich am Lorenzer Platz 12, 90402 Nürnberg. Die Bankleitzahl lautet 760 501 01, der BIC SSKN DE77 XXX. Im Geschäftsgebiet verfügt die Sparkasse über 89 Standorte.

Geschäftsausrichtung und Kennzahlen

Als gemeinwohlorientiertes Kreditinstitut erfüllt die Sparkasse Nürnberg einen öffentlichen Auftrag. Im Aktivgeschäft, also auf der Seite der Mittelverwendung, stellt sie Kredite für Privatkunden und Unternehmen bereit. Dazu gehören auch Baufinanzierungen. Im Passivgeschäft, also bei der Anlage von Kundengeldern, bietet sie verschiedene Spar- und Anlageformen sowie Vermögensmanagement und Wertpapiergeschäfte an.

Im regionalen Privatkundengeschäft ist sie Marktführerin und für die meisten mittelständischen Unternehmen der Region die Hausbank. Über die Sparkassen-Finanzgruppe arbeitet sie mit spezialisierten Partnern zusammen: Im Bauspargeschäft mit der Bayerischen Landesbausparkasse LBS, im Wertpapiergeschäft mit der DekaBank und im Versicherungsgeschäft mit der Versicherungskammer Bayern.

Für das Geschäftsjahr 2025 werden folgende Kennzahlen genannt: Die Bilanzsumme betrug 13,294 Mrd. Euro, die Kundeneinlagen 10,532 Mrd. Euro und die Kundenkredite 8,325 Mrd. Euro. Nach Bilanzsumme lag die Sparkasse in der Sparkassenrangliste 2025 auf Rang 20. Sie beschäftigte 1.782 Mitarbeiter und unterhielt 89 Filialen beziehungsweise Selbstbedienungsstandorte.

Entwicklung der Stadtsparkasse Nürnberg

Die städtische Sparkasse wurde am 2. November 1821 im Nürnberger Augustinerkloster eröffnet und war die erste Sparkasse Bayerns. Die Gründung ging auf die Idee des Reformers und Magistratsrats Johannes Scharrer zurück, durch eine öffentliche Sparkasse den Sparsinn zu fördern und zur Daseinsvorsorge beizutragen. Zunächst durften nur Dienstboten, andere „unbemittelte Personen“ und Kinder Geld einlegen. 1843 erreichten die Einlagen 1 Million Gulden; ab diesem Jahr wurden neben Sparscheinen auch obligatorische Sparbücher ausgegeben.

Durch Industrialisierung und Bevölkerungswachstum stieg der Bedarf an Hypotheken und Möglichkeiten zur Vermögensanlage. Ein Erlass der bayerischen Staatsregierung hob 1874 die sozialen Einlegerbeschränkungen auf. Nach einer Statutenänderung von 1876 war die Stadtsparkasse für alle Bevölkerungsschichten zugänglich.

Im frühen 20. Jahrhundert wurden technische und organisatorische Neuerungen eingeführt: 1900 kam eine elektrische Rechenmaschine zum Einsatz, 1908 das Telefon. 1912 begann der bargeldlose Scheck- und Giroverkehr; außerdem führte die Sparkasse das Schulsparen ein. 1913 eröffnete am Aufseßplatz die erste Filiale. Bis 1918 stieg die Beschäftigtenzahl auf 96.

Nach dem Ersten Weltkrieg, den Reparationszahlungen und der Inflation stiegen die Einlagen zwar auf 664 Billionen Reichsmark bei einem Zinssatz von 60 %, doch die Einführung der Rentenmark 1923 machte 200.000 Sparguthaben wertlos. Bis 1928 erholte sich die regionale Wirtschaft. Wegen des großen Wohnraumbedarfs finanzierte die Stadtsparkasse fast zwei Drittel aller Bauten. Die Weltwirtschaftskrise und die Massenarbeitslosigkeit führten anschließend wieder zu sinkenden Einlagen. Vor der Machtübernahme der NSDAP bestanden 13 Zweigstellen; während des Zweiten Weltkriegs war nur ein notdürftiger Geschäftsbetrieb möglich.

Nach dem Krieg bezog die Stadtsparkasse 1947 die ehemalige Zweigstelle 8 am Lorenzer Platz und verlegte dorthin ihre Hauptstelle. Währungsreform, Wirtschaftswunder und Bauboom stärkten in den 1950er Jahren das Vertrauen der Anleger und die Ertragslage. 1958 wurde ein Neubau am Lorenzer Platz bezogen, der später erweitert und modernisiert wurde.

Weitere wichtige Schritte waren die Eröffnung der 40. Geschäftsstelle 1970, die Ausstattung aller Arbeitsplätze mit Computern in den 1980er Jahren, der erste Geldautomat 1982 und die erste Selbstbedienungs-Geschäftsstelle 1988. 1994 erhielt jede Geschäftsstelle einen Kontoauszugsdrucker. 1996 startete die Stadtsparkasse als eine der ersten Sparkassen Bayerns eine Homepage; ab 1998 war Homebanking möglich. Vor der Fusion hatte sie eine Bilanzsumme von über 10 Mrd. DM, über 1.600 Mitarbeiter und mehr als 60 Geschäftsstellen.

Entwicklung der Kreissparkasse Nürnberg

Die Kreissparkasse Nürnberg ging aus mehreren Instituten im Landkreis Nürnberger Land hervor. Dazu gehörten die Sparkassen Hersbruck (gegründet 1832), Lauf (1835), Altdorf (1837), im Landgerichtsbezirk Nürnberg (1839), Schnaittach (1890) und Röthenbach (1909). Sie entstanden auf Initiativen von Bürgermeistern, Landrichtern, Armenpflegschaftsräten und Magistraten. Ziel war eine „Ersparungsanstalt“, in der bedürftige Einwohner Geld für Heirat, Konfirmation oder Begräbnis zurücklegen konnten. In den 1840er Jahren überschritten die Einlagen der einzelnen Institute zusammen bereits 20.000 Gulden.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lagen die Einlagen über 20 Millionen. Die Sparkassen erweiterten wegen technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen ihre Aufgaben und traten ab 1917 nach und nach dem Giroverband Bayerischer Sparkassen bei. Öffnungszeiten, Personal und hauptberufliche Tätigkeiten wurden ausgebaut. Mitte der 1920er Jahre entstanden weitere Zweigstellen; die Distriktsparkassen Altdorf und Nürnberg wurden zu Bezirksparkassen und bezogen größere Gebäude.

Das Bayerische Sparkassengesetz von 1933 stellte die Sparkassen als Körperschaften des öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit auf. Daraus entwickelte sich die Organisation der Kreissparkasse Nürnberg mit sechs Außenstellen sowie Stadt- und Bezirkssparkassen in Lauf, Schnaittach und Hersbruck. Danach prägten Weltwirtschaftskrise, Zweiter Weltkrieg, Währungsreform und Wirtschaftsreform die weitere Entwicklung.

In den 1950er Jahren erreichte die Kreissparkasse wieder 4,5 Millionen DM Einlagen und 6 Millionen DM Ausleihungen. Einheitliche Maschinentypen, Vordrucke und die maschinelle Führung der Sparkassenbücher vereinfachten die Arbeitsabläufe. Ab den 1960er Jahren nutzten Kunden den bargeldlosen Zahlungsverkehr sowie Auto- und Spätschalter. 1965 wurde die Hauptstelle in der Marienstraße eröffnet; die Mitarbeiterzahl stieg auf 134. 1968 kamen Sparkassenbriefe hinzu, ab 1971 die Immobilienvermittlung mit der Bayerischen Landes-Immobilien GmbH & Co. KG.

1975 schlossen sich die Sparkassen im Landkreis Nürnberger Land mit der bereits bestehenden Kreissparkasse Nürnberg zusammen. Dadurch stieg die Bilanzsumme auf 970 Millionen DM und die Beschäftigtenzahl auf 521. Ab 1983 wurden Geldautomaten, BTX und Electronic Banking eingeführt, 1998 folgte ein Internetauftritt. Ende 2000 hatte die Kreissparkasse 5,1 Mrd. DM Bilanzsumme, 875 Mitarbeiter und 64 Geschäftsstellen.

Fusion und Ausbau moderner Dienstleistungen

Mit der Fusion am 1. Januar 2001 entstand die Sparkasse Nürnberg. Ihre Bilanzsumme betrug zu diesem Zeitpunkt 8,1 Mrd. Euro. Noch 2001 wurde das Kompetenzzentrum Sparkassen-VermögensManagement eröffnet. 2002 folgten das Sparkassen-OnlineCenter und das Sparkassen-ImmobilienCenter, in denen Kunden thematisch durch Experten betreut werden.

Nach der Fusion wurden doppelte Filialstrukturen im Stadtgebiet schrittweise abgebaut. Ein Beispiel war Altenfurt, wo die Kreissparkasse in der Altenfurter Straße und die Stadtsparkasse in der Löwenberger Straße nahe beieinanderlagen.

Ebenfalls am 1. Januar 2001 begann der Internetauftritt der fusionierten Sparkasse. Seit etwa dieser Zeit erscheinen monatlich kostenlose elektronische Newsletter für Privat- und Firmenkunden. Die Internetangebote wurden laufend an aktuelle Sicherheitsanforderungen angepasst und um neue Dienstleistungen ergänzt. Seit 2002 ist der direkte Onlineabschluss von Passivprodukten möglich. Online-Tagesgeld und der Online-Privatkredit wurden im zweiten Quartal 2007 eingeführt.

Seit 2006 ist die Sparkasse Nürnberg Zertifizierungsstelle für die Digitale Signatur, die dem sicheren Austausch elektronischer Willenserklärungen dient. Im Juni 2007 gründete sie gemeinsam mit vier weiteren mittelfränkischen Sparkassen die Tochtergesellschaft „S-International Region Nürnberg GmbH & Co. KG“ für das internationale Geschäft.

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