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Sidekick
Der Begriff Sidekick (englisch für ‚Handlanger', ‚enger Freund') bezeichnet in der Literatur und in der darstellenden Kunst sowie im Film eine spezielle Art …
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Begriff und Funktion
Ein Sidekick ist in Literatur, darstellender Kunst und Film eine besondere Nebenrolle. Meist ist damit der Begleiter des Protagonisten gemeint, also der Hauptfigur einer Handlung. Der englische Ausdruck bedeutet etwa „Handlanger“ oder „enger Freund“.
Wichtig ist der Sidekick, weil er dem Publikum hilft, die Hauptfigur besser zu verstehen. Häufig erklärt der Held dem Sidekick seine Gedanken, Pläne oder Schlussfolgerungen. So erfahren Leserinnen, Leser oder Zuschauer wichtige Informationen, ohne dass ein allwissender Erzähler oder ein innerer Monolog nötig ist.
Dramaturgische Aufgaben
Der Sidekick kann die besonderen Fähigkeiten des Helden deutlicher sichtbar machen. Oft ist er als Kontrast zur besonders begabten Hauptfigur angelegt. In der Literatur wird ein solcher Sidekick auch als „idiot friend“ bezeichnet.
Ein bekanntes Beispiel ist Dr. Watson: Sherlock Holmes erklärt ihm, wie er seine Fälle gelöst hat. Dadurch werden Holmes’ Beobachtungsgabe und Denkweise für das Publikum nachvollziehbar.
Nebenfiguren auf der Seite eines Schurken werden meist nicht Sidekick genannt. Für sie verwendet man eher Begriffe wie Schergen, Handlanger oder Lakaien. Das englische Wort dafür ist „Henchman“.
Detektivliteratur
Edgar Allan Poe gilt unter anderem als Erfinder des Detektivromans. In seiner 1841 erschienenen Detektivgeschichte „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ klärt C. Auguste Dupin durch Deduktion eine grausame Tat auf, an der die Polizei scheitert. Deduktion bedeutet hier: aus Beobachtungen und Schlussfolgerungen eine Lösung ableiten.
Dupin wird von einem namenlosen Ich-Erzähler begleitet. Beide wohnen gemeinsam in Paris. Dieses Paar erscheint auch 1842 in „Das Geheimnis der Marie Rogêt“ und 1844 in „Der entwendete Brief“. Fast 50 Jahre später dienten Dupin und sein Begleiter Arthur Conan Doyle als Vorlage für Sherlock Holmes und Dr. Watson. In „Eine Studie in Scharlachrot“ von 1887 sprechen Holmes und Watson sogar über Poes Dupin und dessen Begleiter.
Bei Agatha Christie begleitet Captain Hastings in einigen Werken den belgischen Detektiv Hercule Poirot. Hastings wird als gutmütig bis naiv und gelegentlich leicht begriffsstutzig dargestellt, bleibt aber ein treuer Weggefährte Poirots. Miss Marple hatte in Christies Originalwerken keinen Begleiter namens „Mr. Stringer“; diese Figur wurde nur für vier Verfilmungen der 1960er Jahre mit Margaret Rutherford eingeführt.
Medien und Unterhaltung
In Rundfunk, Film und Fernsehen hat der Sidekick ähnliche Funktionen, wird aber je nach Medium anders eingesetzt. Im Radio ist Robin Quivers in Howard Sterns Satiresendung ein klassisches Beispiel. Seit 1981 spielte sie dort den Sidekick: als ruhiger, oft lachender Gegenpol zum bissigen und schnell sprechenden Moderator. Mit der Zeit wurde sie zur Sympathieträgerin der morgendlichen Radioshow.
Im Film bezeichnet Sidekick oft eine Nebenfigur, die dem Publikum gefallen soll und häufig für Komik verantwortlich ist. Ein Sidekick kann außerdem im Verlauf eines Films wirkungsvoll sterben, besonders im klassischen Western. In den Abenteuerfilmen der 1930er Jahre gab Alan Hale als Sidekick von Errol Flynn den Filmen eine komische Note.
Im Fernsehen ist ein Sidekick ein Ansprechpartner oder Gehilfe des Moderators. Er ist aktiv in den Ablauf eingebunden und soll dem Publikum eine Identifikationsfigur bieten. In manchen TV-Serien wird der Sidekick sogar innerhalb der fiktiven Welt als „Anhängsel“ des Helden bezeichnet.
Besondere Formen
In Kinder- und Animationsfilmen können Sidekicks auch Tiere oder zum Leben erweckte Gegenstände sein. Diese Tradition reicht laut Artikel bis zu Märchen wie denen von Hans Christian Andersen zurück. Genannt werden etwa der Hamster Krümel bei „Nils Holgersson“, die Ente Gina bei „Pinocchio“ und Willi bei „Biene Maja“, die in den literarischen Vorlagen nicht vorkommen. Auch der blaue Elefant begleitet seit 1975 die Maus in der „Sendung mit der Maus“.
In der Rock- und Pop-Musik kann ein Sidekick, auch „Sideman“ genannt, ein Musiker sein, der bekannte Titel als Komponist oder Texter geschaffen hat. Ein bekannter Sänger trägt diese Lieder dann oft als „sein eigenes“ Lied vor, meist ohne darauf hinzuweisen, von wem der Song stammt. Manchmal spielt dieser Musiker zusätzlich in der Begleitband bei Konzerten des Stars.
Typische Beispiele
Die Beispielübersicht des Artikels zeigt, dass Sidekicks in vielen Genres vorkommen: in Comics, Romanen, Filmen, Serien, Shows, Gameshows, Satire, Sportjournalismus und Kinderfernsehen. Beispiele sind Batman und Robin seit 1939, Frodo Beutlin und Samweis Gamdschie in „Der Herr der Ringe“ von 1954 bis 1955, Asterix und Obelix seit 1959 sowie Harry Potter mit Ron Weasley und Hermine Granger von 1997 bis 2016.
Auch in Fernsehsendungen gibt es Sidekick-ähnliche Rollen, etwa Harald Schmidt und Manuel Andrack in „Die Harald Schmidt Show“ von 2000 bis 2007 oder Stefan Raab und Elton bei „TV total“ von 2001 bis 2015. Der Artikel weist allerdings selbst darauf hin, dass der Beispielabschnitt überarbeitet werden soll, weil bei TV-Shows fast nur Beispiele aus Deutschland enthalten sind.