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Schülerunion
An der Spitze der Bundesorganisation steht seit August 2025 Bundesobmann Maximilian Pech. Zu ihren Vorgängern zählen unter anderem die ÖVP-Politiker Othmar …
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Überblick und Zweck
Die Schülerunion ist eine österreichische, ÖVP-nahe Schülerorganisation. Sie wurde am 29. September 1973 in Wien auf Initiative der Jungen ÖVP und des Mittelschüler-Kartell-Verbands als Union Höherer Schüler (UHS) gegründet, agiert laut Artikel aber eigenständig. Seit 1994 heißt sie Schülerunion (SU). Sie ist ein ehrenamtlicher Verein und nennt als Ziel, Österreichs Schulen zu verbessern.
Die Organisation arbeitet nach den drei Säulen Aktion, Service und Vertretung. Ihr Claim lautet „Weil Schule mehr kann!“. In ihrem Vision Statement beschreibt sie eine Schule, die individuell auf jede Schülerin und jeden Schüler eingeht, Freude am Lernen weckt und auf das Leben vorbereitet.
Der Artikel nennt bei der aktuellen Führung unterschiedliche Angaben: In den Basisdaten wird David Makai als Bundesobmann genannt, in der Einleitung Maximilian Pech seit August 2025, und in der Tabelle für 2026/27 David Makai. Als Bundesschulsprecherin wird Hannah Scheidl für das Schuljahr 2025/26 genannt. Auch zu Mandatszahlen und Folgen in der Bundesschülervertretung gibt es unterschiedliche Angaben im Artikel.
Entstehung und Aufbau
Die Schülerunion entstand 1973 als Union Höherer Schüler. 1994 wurde sie in Schülerunion umbenannt, weil sie sich gegenüber mittleren Schulen und Berufsschulen öffnen wollte. Für diese Umbenennung gab es eine knappe Zwei-Drittel-Mehrheit. Die oberösterreichische Landesorganisation übernahm den neuen Namen nicht und heißt bis heute Union Höherer Schüler. 2020 wurde in Oberösterreich zusätzlich die Lehrlingsunion gegründet, die sich gezielt für Berufsschüler einsetzt.
Geleitet wird die Schülerunion vom Bundesvorstand. Dieser wird einmal jährlich auf dem Bundestag gewählt. Unter der Bundesorganisation stehen neun Landesorganisationen, darunter wiederum Regional-, Bezirks- oder Aktionsgruppen. Bis 2004 war die Schülerunion Mitglied im europäischen Schülerdachverband OBESSU.
Die Organisation ist in allen Bundesländern vertreten: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg und Wien. In Oberösterreich heißt die Landesorganisation Union Höherer Schüler (UHS), während die anderen meist als Schülerunion mit Bundeslandnamen auftreten.
Positionen in der Schulpolitik
Die Schülerunion sieht ihren Aufgabenbereich nach eigenen Angaben ausschließlich in der Schulpolitik. Ihre Forderungen und Positionen stehen in einem Positionspapier. Grundlage dafür ist ein Grundsatzprogramm, in dem Grundwerte, Grundprinzipien und Grundsätze des Vereins festgehalten sind.
Über Mandate in der Bundesschülervertretung und in den neun Landesschülervertretungen versucht die Organisation, ihre Forderungen gegenüber dem Bildungsministerium einzubringen. Als jüngere umgesetzte Forderungen nennt der Artikel die Einführung von Ethik als alternatives Pflichtfach im Jahr 2020, die freiwillige mündliche Matura während der Corona-Pandemie 2019–2021, die Einführung des Pflichtfachs Digitale Grundbildung 2021 und die langfristige Einbeziehung der Jahresnote in die Maturanote 2021.
Eine besonders lange und wichtige Forderung ist Politische Bildung als eigenständiges Pflichtfach. Außerdem betont die Schülerunion den einzelnen Schüler und möchte ihn durch Schulautonomie, Talenteförderung, kleine Klassen und mehr Lehrpersonen besser fordern und fördern. Sie spricht sich gegen reinen Frontalunterricht aus und fordert Methodenvielfalt. Als wichtige Inhalte für das Leben nach der Schule nennt sie Soft Skills wie Rhetorik, Leadership und Projektmanagement, Wirtschafts- und Finanzbildung sowie Berufs- und Studienorientierung. Die Schülerunion bekennt sich zum differenzierten Schulsystem und lehnt eine Gesamtschule ab.
Schülervertretung und Einfluss
Das österreichische Schülervertretungssystem hat drei Ebenen: Schule, Land und Bund. Am Anfang jedes Schuljahres wird an jeder Schule eine Schülervertretung gewählt. Der Schulsprecher wählt am Ende des Schuljahres die Landesschülervertretung für das nächste Schuljahr.
Bei den Wahlen zu den Landesschülervertretungen stellt die Schülerunion laut Artikel seit vielen Jahrzehnten in jedem Bundesland Kandidaten für alle drei Schulbereiche: AHS, BMHS und BS. AHS bedeutet Allgemeinbildende Höhere Schulen, BMHS bedeutet Berufsbildende Mittlere und Höhere Schulen, BS bedeutet Berufsschulen. Jeder Bereich stellt einen Landesschulsprecher und zusätzlich 3–7 weitere Mandate, abhängig von der Größe des Bundeslandes.
Bundesweit nennt der Artikel 159 Landesschülervertretungsmandate und 29 Bundesschülervertretungsmandate. Die Bundesschülervertretung besteht aus den drei Landesschulsprechern aller neun Bundesländer sowie zwei Vertretern der Zentrallehranstalten. Die 29 Mandatare treffen sich jedes Jahr im September zur ersten offiziellen Sitzung, bei der ein Bundesschulsprecher und drei Stellvertreter gewählt werden. Diese Stellvertreter sind zugleich die bundesweiten Bereichssprecher für AHS, BMHS und BS. Der Bundesschulsprecher gilt als oberster Vertreter von 1,1 Millionen Schülern in Österreich.
Der Artikel enthält abweichende Angaben zur Stärke der Schülerunion: In den Basisdaten stehen 125 von 163 LSV-Mandaten und 23 von 29 BSV-Mandaten; später werden für 2023/24 135 von 163 LSV-Mandaten und 27 von 29 BSV-Mandaten genannt. Auch die Zahl der aufeinanderfolgenden Bundesschulsprecherinnen oder Bundesschulsprecher wird unterschiedlich angegeben: einmal als 21. Mal in Folge, an anderer Stelle als 18. Mal in Folge.
Aktionen und Auszeichnungen
2012 startete die Schülerunion die Initiative „Bildungsverlierer“. Sie zielte auf mehr Qualität im Unterricht und eine stärkere Einbindung der Schülerschaft. Als Unterstützer der Kampagne nennt der Artikel unter anderem Alexander Van der Bellen, Veit Sorger, Andreas Salcher und Money Boy, der im Rahmen der Initiative einen Rap-Song veröffentlichte.
Die Schülerunion Vorarlberg gewann 2019 den Europa-Staatspreis „Europa in der Schule“ mit dem Veranstaltungsformat #klartext. Rund 1200 Zuhörer besuchten in Feldkirch eine von Schülern organisierte Podiumsdiskussion zur EU-Wahl.
Der jährliche Schülerkongress ist ein mehrtägiges Softskillseminar der Schülerunion. 2020 fand er wegen der Corona-Pandemie erstmals digital statt, unter dem Motto „Welcome to the Jungle“. Mehrere hundert Schüler konnten sich zu Motivation, Projektmanagement, Rhetorik und Kommunikation weiterbilden. Das Projekt wurde mit dem Staatspreis „COVID 19 – Jugendarbeit online“ ausgezeichnet.
Kritik und Kontroversen
2017 wurde bekannt, dass ein Mitglied der Schülerunion, das als Vizepräsident der European Pupils Association die Schülerunion international vertrat, antisemitische und nationalsozialistisch verherrlichende Inhalte in sozialen Netzwerken verbreitet hatte. Nach öffentlicher Kritik schloss die Schülerunion das Mitglied aus.
2018 berichtete Der Standard über ein internes Spiel mit dem Titel „Scharfer Sex“. Laut Aussagen ehemaliger Mitglieder und Screenshots aus internen Chats hätten Mitglieder dabei Punkte für sexuelle Handlungen mit Funktionären gesammelt.
2019 berichteten Der Standard und der ORF über Vorwürfe gegen die Union Höherer Schüler in Oberösterreich. Ehemalige Funktionäre schilderten fragwürdige Schulungsmethoden, darunter Schlafentzug, stundenlanges Redetraining mit Beleidigungen, Anschreien und dem Bewerfen mit Gegenständen sowie Demütigungen. Außerdem wurde ein interner Gesprächsleitfaden erwähnt, in dem empfohlen worden sei, das Naheverhältnis zur ÖVP zu bestreiten, obwohl die Adresse der oberösterreichischen Schülerunion jener der ÖVP-Parteizentrale in Linz entspricht.
Ende Juni 2026 wurden Chatverläufe aus einer Gruppe der Schülerunion öffentlich, die rassistische, sexistische und menschenverachtende Inhalte enthielten. AKS und JUNOS Schüler:innen kritisierten den Vorfall und forderten personelle Konsequenzen. Die Schülerunion sprach von Fehlverhalten einzelner Kärntner Funktionäre in einem privaten Chat, erklärte Rücktritte der Urheber und verpflichtende Sensibilisierungsworkshops für die übrigen Gruppenmitglieder. Die AKS widersprach dieser Darstellung und kritisierte fehlende Rücktritte auf Bundesebene. Wenige Tage später wurde ein weiteres Mitglied wegen Fotos mit rechter Symbolik ausgeschlossen; die Organisation distanzierte sich öffentlich von solchen Ideologien.