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Santa Maria (Schiff)
Die Santa Maria war das Flaggschiff von Christoph Kolumbus bei dessen erster Expedition, auf der er 1492 als erster Europäer der Neuzeit nach Amerika …
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Bedeutung und Grunddaten
Die Santa Maria war das Flaggschiff von Christoph Kolumbus auf seiner ersten Expedition von 1492. Auf dieser Reise gelangte Kolumbus als erster Europäer der Neuzeit nach Amerika. Die Santa Maria wurde von den deutlich kleineren Schiffen Niña und Pinta begleitet und fuhr unter der Flagge der Königreiche Kastilien und León, die heute zu Spanien gehören.
Das Schiff hieß ursprünglich La Gallega („Die Galicierin“). Es wurde um 1480 in Santander gebaut. Als Schiffstyp wird eine dreimastige Karacke oder Karavelle angegeben; die genaue Einordnung ist ungeklärt. Die Santa Maria war etwa 23,6 m lang, 7,92 m breit und hatte einen maximalen Tiefgang von 2,1 m. Die Besatzung umfasste 39 Mann. Bewaffnet war sie unter anderem mit 4 × 9 cm Bombardellen, 5 cm Kolubrinen sowie tragbaren Armbrüsten und Büchsen.
Reise und Strandung
Die Santa Maria gehörte Juan de la Cosa, der sie für die Expedition an Kolumbus vermietete. De la Cosa war selbst an Bord, doch Kolumbus führte das Schiff als Kapitän bis zur Strandung.
Kolumbus suchte eigentlich einen westlichen Seeweg zu den Gewürzinseln Ostasiens. Stattdessen erreichte er Amerika, das den Europäern der Neuzeit bis dahin unbekannt geblieben war; ausgenommen werden die Skandinavier, die um das Jahr 1000 nach Neufundland gelangten. Auf der ersten Expedition erreichte Kolumbus noch nicht den amerikanischen Kontinent. Am 12. Oktober 1492 stieß er zuerst auf die von ihren Bewohnern Guanahani genannte Insel am nordöstlichen Rand der Bahamas. Kolumbus gab ihr den Namen San Salvador. Welche Insel genau gemeint war, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
Am 25. Dezember 1492 lief die Santa Maria vor Hispaniola auf eine Sandbank. Hispaniola ist die Insel, die sich heute Haiti und die Dominikanische Republik teilen. Da das Schiff nicht mehr zu retten war, wurde sein Holz für den Bau von La Navidad verwendet, der ersten spanischen Siedlung auf amerikanischem Boden. Kolumbus ließ dort etwa 30 bis 35 seiner Leute zurück.
Schiffstyp und Aufbau
Kolumbus bezeichnete die Santa Maria selbst einfach als Nao, ein altspanisches Wort für „Schiff“. Bis heute ist umstritten, welcher Schiffsart sie genau zuzuordnen ist. Vom Aufbau her scheint sie eine Karavelle gewesen zu sein. Ihre Besegelung ähnelt jedoch eher der einer Karacke, als die sie heute meistens bezeichnet wird.
Auch die Maße sind nicht völlig sicher. Die Angaben beruhen nur auf Näherungswerten, weil weder die allgemeine noch die spanische Fachliteratur genaue Daten zu den Schiffen des Kolumbus liefert. Ein Großteil des Wissens stammt aus dem Logbuch des genuesischen Navigators.
Die Santa Maria hatte drei Masten und fünf Segel. Der Großmast soll etwa 26,6 m hoch gewesen sein. An ihm befanden sich ein Hauptsegel mit rotem Kreuz und ein zusätzliches Topsegel. Der Fockmast trug ein Rahsegel, der Besanmast ein Lateinersegel. Zusätzlich konnten an der Rahe zwei Leesegel und am Bugspriet Bugsprietsegel gesetzt werden. Nach der Strandung schrieb Kolumbus am 26. Dezember 1492 in sein Logbuch, die Santa Maria sei „ein sehr schwerfälliges Schiff und für Entdeckungsfahrten nicht geeignet“ gewesen.
Wrackfund und Benennung
Im Mai 2014 wurde bekannt, dass Forscher bereits 2003 vor der Küste Haitis ein Wrack gefunden hatten, das sie zunächst für einen Überrest der Santa Maria hielten. Untersuchungen der UNESCO ergaben jedoch, dass das Wrack viel zu modern ist und wahrscheinlich aus dem 17. oder 18. Jahrhundert stammt.
Nach Kolumbus’ Flaggschiff ist außerdem der Marskrater Santa Maria benannt.