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Niña
Die Niña (spanisch für Mädchen, eigentlich Santa Clara) war eines der drei Schiffe, mit denen Christoph Kolumbus im August 1492 auf seine Seereise nach …
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Bedeutung und Schiffsdaten
Die Niña, eigentlich Santa Clara, war eine Karavelle, also ein vergleichsweise kleines Segelschiff. Sie gehörte zu den drei Schiffen, mit denen Christoph Kolumbus im August 1492 nach Westen aufbrach, um Ostasien zu erreichen. Sie war besonders wichtig, weil Kolumbus auf ihr Anfang 1493 nach Europa zurückkehrte. Die Pinta landete am 1. März 1493 im nordspanischen Baiona; Kolumbus erreichte nach einem Sturm am 4. März 1493 Lissabon. Die Santa Maria war zuvor nach einer Beschädigung für Bauholz abgewrackt worden.
Die Niña hatte drei Masten und drei Segel. In den Schiffsdaten wird ihre Länge mit etwa 21 m, ihre Breite mit etwa 7 m und ihr maximaler Tiefgang mit etwa 2 m angegeben. Der Tiefgang beschreibt, wie weit ein Schiff ins Wasser reicht. Im Libro de Armadas wird sie mit ungefähr 20 m Länge, ungefähr 7 m Breite und etwas über 2 m Tiefgang beschrieben. Ihr fast 3 m breiter Laderaum fasste etwa 60 Tonnen Ladung.
Bau, Name und Takelung
Das Schiff wurde um 1491 im andalusischen Hafen Moguer nahe Palos de la Frontera auf Kiel gelegt. Es trug zunächst den Namen des örtlichen Klosters Santa Clara. Sein Besitzer hieß Juan Niño; von seinem Namen leitet sich der Spitzname Niña ab, der das Schiff von anderen gleichnamigen Schiffen unterschied.
Auf der ersten Reise war Vicente Yáñez Pinzón Kapitän. Zunächst hatte die Niña am Großmast und am Fockmast Lateinsegel, also dreieckige Segel. Auf La Gomera, einer der Kanarischen Inseln, ließ Kolumbus diese durch je ein bauchiges Rahsegel ersetzen. Ein Rahsegel bringt bei achterlichen Passatwinden bei gleicher Segelfläche mehr Vortrieb als ein Lateinsegel. Kolumbus erwartete solche Winde auf der Hinfahrt und westliche Winde in nördlicheren Breiten auf der Rückreise. Danach waren alle drei Kolumbus-Schiffe gleich getakelt: Sie führten am hinteren Mast ein Lateinsegel. Nach der Änderung segelte die Niña schneller als die Santa Maria.
Mitte Februar 1493 geriet die Niña bei den Azoren in einen Sturm. Kolumbus schrieb in dieser Gefahr einen Brief und sicherte ihn zusätzlich als Flaschenpost.
Weitere Reisen und Ende der Überlieferung
Nach der Rückkehr nach Palos im März 1493 wurde die Niña schon auf Kolumbus’ zweiter Reise wieder eingesetzt und verließ Cádiz im September. Kolumbus war inzwischen ihr Eigentümer. Er wählte sie als Flaggschiff bei der Entdeckung von Jamaika und Kuba. Am 12. Juni 1494 kehrte er mit ihr nach Hispaniola zurück. Das Schiff war stark beschädigt und musste repariert werden; erst 1496 konnte Kolumbus nach Spanien zurückkehren.
1497 diente die Niña einer Handelsreise nach Rom, möglicherweise ohne Zustimmung von Kolumbus. Nahe Sardinien brachten französische Piraten sie auf. Die Besatzung bezahlte jedoch das geforderte Lösegeld und kehrte mit dem Schiff nach Spanien zurück.
Für eine weitere große Westindienfahrt wurde sie 1498 neu ausgerüstet. Sie erhielt neue Beplankung, einen 200-Pfund-Anker und neue Segel. An Bord waren unter anderem 18 Tonnen Weizen, 17 Tonnen Wein, 7 Tonnen Schiffszwieback, 2 Tonnen Mehl, 2.000 Pfund Käse und eine Tonne Pökelfleisch sowie Olivenöl, Sardinen, Trauben und Knoblauch. Sie sollte 90 Siedler, darunter vier Frauen, befördern. Gegen Piraten trug sie 10 Kanonen, 80 Kanonenkugeln, 54 lange und 20 kurze Lanzen sowie 100 Pfund Schwarzpulver. Sie lief am 3. Februar 1498 aus und brachte ihre Fracht wohlbehalten nach Hispaniola.
Wegen einer Meuterei in seiner Kolonie geriet Kolumbus in Geldnot und verkaufte die Niña an Diego Ortiz. Über das weitere Schicksal des Schiffes ist nichts bekannt.
Nachbau
Im Kolumbusmuseum Casa de Colón auf Gran Canaria befindet sich ein Nachbau der Kapitänskajüte der Niña.