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Rondeau (Lied)
Ein Rondeau (von französisch rond „rund“) ist ein Rundgesang im Spätmittelalter und in der Renaissance. Formen des Rondeau. In der Dichtkunst und Musik des …
Grundform und Bedeutung
Ein Rondeau ist ein Rundgesang des Spätmittelalters und der Renaissance. In der Dichtkunst und Musik des 14. und 15. Jahrhunderts bezeichnet es ein kunstvoll gereimtes Refrainlied. Ein Refrain ist ein wiederkehrender Teil eines Liedes oder Gedichts.
Das Rondeau besteht nach den Regeln der rhétoriqueurs aus zwei Teilen, die mit A und B bezeichnet werden. Diese Teile werden in einer charakteristischen, rondoartigen Reihenfolge wiederholt: A1 - B1 - A2 - A1 - A3 - B2 - A1 - B1.
Wichtige Formen
Ein Rondeau quatrain ist ein Rondeau, bei dem beide Teile aus je zwei Versen bestehen. Sein Reimschema lautet: A-B-B-A.
Ein Rondeau cinquain hat einen A-Teil aus 3 Versen und einen B-Teil aus 2 Versen. Sein Reimschema lautet: A-A-B-B-A.
Ein Rondeau layé ist eine abgewandelte Form des Rondeau cinquain. Dabei wird nach dem 2. und nach dem 4. Vers jeweils ein fünfsilbiger Vers eingefügt. Dadurch entsteht das Reimschema: A-A-(A)-B-B-(B)-A.
Spätere musikalische Verwendung
Seit dem 17. Jahrhundert wird auch eine musikalische Form mit wiederkehrendem Refrain Rondeau genannt, zum Beispiel in Form von Couplets. Diese Form erscheint in der Clavecin-, Lauten-, Gitarren-, Opern- und Ballettmusik.
Dieses spätere musikalische Rondeau hängt eher mit dem italienischen Rondo zusammen als mit dem mittelalterlichen Rondeau. In Suiten kommt es in Verbindung mit dem Menuett vor, etwa als Menuet en Rondeau bei François Campion, Jan Antonín Losy oder anonymen Meistern. Um 1700 wurde es auch von Robert de Visée mit der Gavotte als Gavotte en Rondeau oder mit der Sarabande kombiniert.