Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Robert Allan Weinberg

Er ist Professor für Biologie und Daniel-K.-Ludwig-Professor für Krebsforschung am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, Massachusetts …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung für die Krebsforschung
  2. 2. Ausbildung und wissenschaftliche Laufbahn
  3. 3. Forschungsschwerpunkte und zentrale Erkenntnisse
  4. 4. Veröffentlichungen
  5. 5. Ehrungen

Bedeutung für die Krebsforschung

Robert Allan Weinberg (* 11. November 1942 in Pittsburgh) ist ein amerikanischer Molekularbiologe und einer der prägenden Forscher auf dem Gebiet der molekularen Krebsbiologie. Er ist Professor für Biologie und Daniel-K.-Ludwig-Professor für Krebsforschung am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, Massachusetts. Außerdem gehört er zu den Gründungsmitgliedern des Whitehead-Instituts für biomedizinische Forschung.

Weinberg entdeckte das erste menschliche Onkogen Ras und das erste menschliche Tumorsuppressorgen Rb. Ein Onkogen ist ein Gen, dessen Aktivierung oder Veränderung die Entstehung von Krebs fördern kann. Ein Tumorsuppressorgen wirkt normalerweise der unkontrollierten Zellvermehrung entgegen; fällt seine Funktion aus, kann dies die Krebsentstehung begünstigen. Diese Entdeckungen veränderten das Verständnis der molekularen Ursachen von Krebs grundlegend.

Ausbildung und wissenschaftliche Laufbahn

Weinbergs Eltern, der Zahnarzt Fritz Weinberg und Lore Reichhardt, waren vier Jahre vor seiner Geburt aus Deutschland in die Vereinigten Staaten emigriert. Weinberg studierte Biologie am MIT. Dort erwarb er 1964 den Bachelor of Science (B.S.), 1965 den Masterabschluss (M.A.) und promovierte 1969. Von 1965 bis 1966 arbeitete er als Dozent für Biologie am Stillman College in Tuscaloosa, Alabama.

Nach der Promotion forschte er zwei Jahre am Weizmann-Institut für Wissenschaften in Rechowot in Israel und anschließend bis 1972 am Salk Institute for Biological Studies in La Jolla. 1972 kehrte er als Assistant Professor an die Biologieabteilung und das Zentrum für Krebsforschung des MIT zurück. 1976 wurde er Associate Professor und 1982 Full Professor für Biologie.

1981 beschrieb Weinberg erstmals Gene, die an der Entstehung von Leukämie sowie von Darm- und Blasenkrebs beim Menschen beteiligt sind. Er zeigte zugleich, dass diese Gene auch in gesunden Zellen vorkommen, dort jedoch ruhen oder eine deutlich geringere Aktivität besitzen. 1982 gründete er gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern das Whitehead-Institut für biomedizinische Forschung am MIT. Im selben Jahr wurde er Dozent am Massachusetts General Hospital und vom Wissenschaftsmagazin Discover zum Scientist of the Year gewählt.

Forschungsschwerpunkte und zentrale Erkenntnisse

Weinberg untersucht die molekularen Mechanismen von Krebserkrankungen, also die Vorgänge auf der Ebene von Genen, Proteinen und Zellen, durch die Tumoren entstehen und sich entwickeln. Seine Forschung konzentriert sich vor allem auf drei Bereiche:

• die Einwanderung von Krebszellen in andere Gewebe und die Bildung von Metastasen, also Tochtergeschwülsten außerhalb des ursprünglichen Tumors,

• die Seneszenz, das heißt die dauerhafte Einstellung der Zellteilung bei gealterten oder geschädigten Zellen, sowie den Zelltod bei Krebs,

• die molekularen Grundlagen der Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Zellen innerhalb eines Tumors.

Besonders einflussreich waren zwei gemeinsam mit Douglas Hanahan verfasste Übersichtsarbeiten über die „Hallmarks of Cancer“, die charakteristischen Eigenschaften von Krebs. Beide Reviews wurden jeweils zehntausende Male in Fachpublikationen zitiert und prägten das wissenschaftliche Verständnis von Krebs.

Veröffentlichungen

Weinberg veröffentlichte fünf Bücher und mehr als 300 wissenschaftliche Artikel. Über 110 seiner Arbeiten erschienen in den bedeutenden Fachzeitschriften Cell, Nature, Science und Proceedings of the National Academy of Sciences.

Sein wichtigstes Buch ist „The Biology of Cancer“ von 2006, das als Standardwerk der Tumorbiologie gilt. Weitere Fachbücher sind „Oncogenes and the Molecular Origins of Cancer“ (1989), „Genes and the Biology of Cancer“ (1992) und das von ihm mit herausgegebene Werk „Molecular Oncology“ (1996). In „Racing to the Beginning of the Road: The Search for the Origin of Cancer“ (1996) und „One Renegade Cell“ (1999) stellt er die Entwicklung der Krebsforschung auch für wissenschaftliche Laien verständlich dar. 2011 erschien „Hallmarks of Cancer: The Next Generation“.

Ehrungen

Weinberg ist Mitglied der National Academy of Sciences, der American Philosophical Society und der American Academy of Arts and Sciences. Mehrere Hochschulen, darunter die Northwestern University, die State University of New York, die City University of New York und die Universität Uppsala, verliehen ihm die Ehrendoktorwürde. Die amerikanische Krebsgesellschaft ernannte ihn 1985 zum Ehrenprofessor.

Zu seinen zahlreichen wissenschaftlichen Auszeichnungen gehören der Robert-Koch-Preis (1983), der Howard Taylor Ricketts Award, der National Academy of Sciences Award in Molecular Biology und der internationale Antonio-Feltrinelli-Preis (alle 1984), der Alfred P. Sloan, Jr. Prize (1987), der Max-Planck-Forschungspreis und ein Gairdner Foundation International Award (beide 1992), der Charles Rodolphe Brupbacher Preis für Krebsforschung gemeinsam mit Alfred G. Knudson (1995), die Max-Delbrück-Medaille und der Pasarow Award (beide 1996) sowie die National Medal of Science und der Keio Medical Science Prize (beide 1997).

1999 wurde Weinberg in den Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste aufgenommen und erhielt den Albert Einstein World Award of Science. Es folgten unter anderem der Wolf-Preis in Medizin und der Prinz-von-Asturien-Preis für wissenschaftliche und technische Forschung (beide 2004), der Warren Alpert Foundation Prize (2006), die Otto-Warburg-Medaille (2007), der InBev-Baillet Latour Health Prize (2008) und die Grande médaille de l’Académie des sciences (2009). 2013 gehörte er zu den ersten Gewinnern des Breakthrough Prize in Life Sciences. Für 2016 wurde ihm der AACR Award for Lifetime Achievement in Cancer Research und für 2021 der Japan-Preis zugesprochen.

Weiterlesen

Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten ; Amtssprache · Englisch ; Hauptstadt · Washington, D.C. ; Staats- und Regierungsform · föderale präsidentielle konstitutionelle Republik. Biologie Auf dem Gebiet der Pharmazie werden Medikamente, wie beispielsweise Insulin oder zahlreiche Antibiotika, aus genetisch veränderten Mikroorganismen statt aus … Krebs (Medizin) Krebs bezeichnet in der Medizin die unkontrollierte Vermehrung und das wuchernde Wachstum von Zellen, d. h. eine bösartige Gewebeneubildung (maligne Neoplasie) … Deutschland Deutschland (; Vollform des Staatsnamens: Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa. Es besteht aus 16 Ländern und ist als … Israel Während des Palästinakriegs erfolgte am 14. Mai 1948 die israelische Unabhängigkeitserklärung. Die folgenden Jahrzehnte sind vom andauernden arabisch- … Gen Als Erbanlage oder Erbfaktor werden allgemein die nur elektronenmikroskopisch sichtbaren Gene auf spezifischen Plätzen in den Chromosomen bezeichnet, da sie … Zelle (Biologie) Eine Zelle (lateinisch cellula ‚Kämmerchen, Zelle') ist die kleinste lebende Einheit aller Organismen. Man unterscheidet Einzeller, also Lebewesen, … Gewebe (Biologie) Ein Gewebe oder Zellgewebe ist eine Ansammlung differenzierter Zellen einschließlich ihrer extrazellulären Matrix. Die Zellen eines Gewebes besitzen … Altern Die Vorgänge beim Altern unterliegen subjektiven, biologischen, biographischen, sozialen und kulturellen Bewertungen. Das Altern selbst ist ein Phänomen mit … Wissenschaftliche Publikation Eine wissenschaftliche Publikation oder Fachpublikation (im Jargon oft einfach Aufsatz oder englisch Paper genannt, sofern es sich um einen Artikel in einer … Pour le Mérite Der Orden pour le Mérite (französisch „Für das Verdienst“) wurde durch König Friedrich II. gestiftet und war die höchste Tapferkeitsauszeichnung, …