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Ressourcenwirtschaft
Ressourcenwirtschaft bezeichnet im weiteren Sinne Formen ökonomischer Nutzung von Ressourcen. Inhaltsverzeichnis. 1 Allgemeines; 2 Wirtschaft; 3 Wissenschaft; 4 …
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Begriff und Gegenstand
Ressourcenwirtschaft bezeichnet im weiteren Sinne Formen der ökonomischen Nutzung von Ressourcen. Dabei können auch immaterielle oder schwer greifbare Ressourcen wie Technologien, Werkstoffkreisläufe, Humankapital oder spezielles Wissen („Know-how“) betrachtet werden, wie es der ökonomische Resource-based View zeigt.
Häufig wird der Begriff enger verwendet: Dann geht es vor allem um natürliche Ressourcen wie Boden, Wasser, Luft und natürliche Vielfalt sowie um Rohstoffe im Allgemeinen und Energieträger im Besonderen. In diesem engeren Sinn spricht man auch von Rohstoffwirtschaft. Betrachtet wird die gesamte Wertschöpfungskette: Gewinnung, Umwandlung, Lagerung, Transport, Verteilung, Nutzung und Recycling solcher Ressourcen.
Wichtig ist dabei nicht nur die ökonomische Effizienz, sondern auch die ökologische und technische Effizienz. Dazu gehören Ressourceneffizienz, Energieeffizienz und Kreislaufeffizienz. Aus dieser Grundlage ergeben sich ein praxisorientiertes und ein theorieorientiertes Verständnis von Ressourcenwirtschaft.
Ressourcenwirtschaft in der Praxis
In der wirtschaftlichen Praxis umfasst Ressourcenwirtschaft Unternehmen und Märkte, die mit dem wirtschaftlichen Umgang, Handel oder Transport von Ressourcen befasst sind. Im engeren Verständnis geht es dabei vor allem um natürliche Ressourcen, Rohstoffe und Energieträger.
Wichtige Vertreter dieses Wirtschaftszweiges sind Bergbauunternehmen, Versorgungsunternehmen sowie Unternehmen aus den Bereichen Rohstoffveredelung und Erneuerbare Energien. Die Ressourcenwirtschaft hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, weil das Vorhandensein von Ressourcen, der Zugang zu ihnen und ihr Umgang auf den Weltmärkten zu immer kritischeren Wettbewerbsfaktoren geworden sind.
Ein zentrales Problem ist der Gegensatz zwischen steigender weltweiter Nachfrage und begrenzten klassischen Ressourcen, besonders bei nicht nachwachsenden natürlichen Ressourcen und Bodenschätzen. Als Beispiel nennt der Artikel die „Seltenen Erden“. Obwohl Knappheit eigentlich Anreize für einen möglichst effizienten Umgang schaffen müsste, wurden viele Ressourcen bisher vergleichsweise ineffizient genutzt.
Nachhaltigkeit und Folgen der Nutzung
Die Bewirtschaftung von Ressourcen hat oft erhebliche Nebenwirkungen, sogenannte externe Effekte. Damit sind Folgen gemeint, die nicht vollständig von den Verursachern getragen werden, zum Beispiel Umweltschäden. Der Artikel betont, dass Raubbau und oft irreparable Umweltschäden besonders in ressourcenreichen Regionen von Schwellen- und Entwicklungsländern sichtbar werden, während viele Industrienationen eher ressourcenarm sind. Dadurch werden manche Probleme der Ressourcenentnahme räumlich verlagert.
Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen gilt deshalb als notwendig, um die langfristig steigenden Bedarfe einer wachsenden Weltbevölkerung effektiv und effizient zu decken. Nachhaltigkeit bedeutet hier ein „zukunftsverträgliches Handeln im Hier und Jetzt“. Dafür müssen drei Bereiche ausgewogen berücksichtigt werden: ökologische Verträglichkeit im Bereich „Umwelt“, soziale Gerechtigkeit im Bereich „Soziales“ und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit im Bereich „Ökonomik“.
Der Artikel erwähnt außerdem, dass Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen diesen Anspruch zunehmend aufgreifen. Das könnte dazu beitragen, langfristig den bestehenden Mangel an Fachleuten zu beheben.
Ressourcenökonomik als Wissenschaft
Ressourcenökonomik ist eine Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaften. Sie beschäftigt sich wissenschaftlich mit den Unternehmen und Märkten der Ressourcenwirtschaft, also mit Forschung und Lehre zu diesem Bereich.
In institutionalisierter Form ist diese Teildisziplin nur an einem Teil der deutschen Hochschulen vertreten. Auf universitärer Ebene hebt die TU Bergakademie Freiberg ihren Schwerpunkt besonders hervor: Sie nennt sich „Die Ressourcenuniversität. Seit 1765.“. Dieser Ressourcenschwerpunkt zeigt sich auch in der Ausrichtung ihrer wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. An anderen deutschen Universitäten findet man ressourcenwirtschaftliche Schwerpunkte vor allem in einzelnen Lehrstühlen, Professuren und Studiengängen.
Als früher Ökonom, der sich mit dem Thema befasste, nennt der Artikel Ernst Friedrich Schumacher. Er kritisierte in den 1970er Jahren, dass „die Weltvorräte an nicht-erneuerbaren Brennstoffen – Kohle, Öl und Erdgas – äußerst ungleichmäßig über den Erdball verteilt und in ihrer Menge begrenzt sind und damit klar ist, daß ihre immer raschere Ausbeutung eine Gewalttat gegen die Natur darstellt, die unvermeidlich zur Gewaltanwendung unter den Menschen führen muss.“ Ähnliche Aussagen finden sich laut Artikel auch in Die Grenzen des Wachstums, wo verschiedene Modellrechnungen zum Ressourcenverbrauch dargestellt wurden.
Lehre und Studienangebote
Ressourcenwirtschaftliche Ausrichtungen gibt es an verschiedenen Hochschulen in Form von Lehrstühlen, Professuren, Instituten, Abteilungen und Studiengängen. Beispiele sind der Lehrstuhl für Ressourcenstrategie an der Universität Augsburg, das Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Lehrstuhl für Rohstoff- und Ressourcenwirtschaft an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der Lehrstuhl für Umwelt- und Ressourcenmanagement an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg.
Weitere Beispiele sind die Abteilung Umwelt- und Ressourcenökonomik an der Georg-August-Universität Göttingen, der Lehrstuhl für Umwelt-, Ressourcen- und Ökologische Ökonomik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, das Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagements an der Universität Leipzig und der Lehrstuhl für Ressourcenwirtschaft an der Bauhaus-Universität Weimar.
Auch Studiengänge greifen das Thema auf, zum Beispiel Umwelttechnik und Ressourcen-Management an der Ruhr-Universität Bochum, Environmental and Resource Management an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, Energie- und Ressourcenwirtschaft sowie Betriebswirtschaftslehre Ressourcenwirtschaft an der TU Bergakademie Freiberg, Renewable Energy Management an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Umwelt- und Ressourcenmanagement an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Management natürlicher Ressourcen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Environmental and Resource Economics an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Umweltsysteme und Ressourcenmanagement an der Universität Osnabrück, Umweltingenieurwissenschaften mit Vertiefungsrichtung Kreislaufwirtschaft an der Bauhaus-Universität Weimar und Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der BOKU Wien.
Die wachsende Bedeutung der Ressourcenwirtschaft hat auch zur Entstehung neuer wissenschaftlicher Institutionen geführt. Auf Initiative der beiden ältesten Ressourcenuniversitäten der Welt, der Bergbauuniversität St. Petersburg und der TU Bergakademie Freiberg, wurde ein World Forum of Universities of Resources on Sustainability gegründet.