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Remse
Remse ist eine Gemeinde im Freistaat Sachsen im Norden des Landkreises Zwickau. Sie ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Waldenburg.
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Überblick, Lage und Verkehr
Remse ist eine Gemeinde im Freistaat Sachsen und liegt im Norden des Landkreises Zwickau. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Waldenburg. Am 31. Dezember 2025 hatte Remse 1590 Einwohner. Die Gemeindefläche beträgt 14,79 km², die Bevölkerungsdichte 108 Einwohner je km². Der Ort liegt auf einer Höhe von 225 m über NHN.
Remse befindet sich etwa 3 km nördlich der Kreisstadt Glauchau im Tal der Zwickauer Mulde. Durch das Gemeindegebiet verlaufen die Bundesstraßen B 175 und B 180. Über die südlich gelegene Autobahn A 4 und die Anschlussstelle Glauchau-Ost ist die Gemeinde ebenfalls erreichbar.
Durch Remse führt außerdem die stillgelegte Bahnstrecke Glauchau–Wurzen, die als Muldentalbahn bezeichnet wird. Der Ort besaß an dieser Strecke eine Station, die später zum Haltepunkt herabgestuft wurde und seit 2002 außer Betrieb ist. Remse liegt zudem am Lutherweg Sachsen.
Ortsteile und Nachbarschaft
Die Gemeinde besteht aus fünf Ortsteilen: Remse, Oertelshain, Kertzsch, Kleinchursdorf und Weidensdorf. Oertelshain wurde am 1. April 1938 eingemeindet. Kertzsch und Kleinchursdorf kamen am 17. September 1961 hinzu, Weidensdorf am 1. Januar 1994.
Nachbargemeinden sind Schönberg, Oberwiera und Meerane sowie die Städte Waldenburg und Glauchau. Sie liegen alle im Landkreis Zwickau.
Geschichtliche Entwicklung
Das Benediktinerinnenkloster Rother Stock soll um 1143, zehn Jahre nach der Stiftung seines Mutterklosters Bürgel bei Jena, nördlich von Glauchau gegründet worden sein. König Konrad III. schenkte dem Kloster 100 Königshufen Land auf beiden Seiten der Zwickauer Mulde, um seine wirtschaftliche Grundlage zu stärken. Wenig später entstand Remse als zum Kloster gehörendes Dorf. Für das Kloster ist der Name Remse ab 1216 belegt; die Kirche des Ortes wurde 1254 erstmals erwähnt.
Im Zuge der Reformation und der Säkularisation, also der Überführung kirchlichen Eigentums in weltlichen Besitz, löste Kurfürst Johann Friedrich I. das Kloster 1533 formell auf. Die Klosterkirche verfiel anschließend. 1543 gelangten der Ort, das Kloster und dessen Besitz durch Kauf als Lehen an die Herren von Schönburg. Ein Lehen war ein Gut, das ein Herrscher einem anderen als Besitz und zur Nutzung überließ. Remse wurde 1551 als Amtsdorf der schönburgischen Herrschaft Remse geführt. Das frühere Kloster diente zunächst als Rittergut und wurde später schlossähnlich umgebaut.
Christian Ernst von Schönburg-Hinterglauchau erhielt die Herrschaft 1681. Nach drei Generationen in der Linie Hinterglauchau kam das Gut an die Linie Forderglauchau. Von 1793 bis 1797 gehörte es Christian Friedrich Freiherr von Gregory; anschließend kaufte Fürst Otto Carl Friedrich von Schönburg-Waldenburg das Anwesen zurück. Bis zur Bodenreform und Enteignung von 1945 blieb es im Besitz dieser Familie. Danach wurde das frühere Rittergut durch eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) genutzt. Seit dem Ende der DDR befindet sich dort eine Agrargenossenschaft. Die Gebäude des „Roten Stocks“ wurden ab 1993 saniert.
Verwaltungsmäßig wurde Remse 1835 der Kreisdirektion Zwickau unterstellt. Ab 1856 war es Sitz des Gerichtsamts Remse, das 1875 in die Amtshauptmannschaft Zwickau eingegliedert wurde. 1880 kam Remse zur neu gegründeten Amtshauptmannschaft Glauchau. Die Bahnstation wurde am 10. Mai 1875 mit dem Streckenabschnitt Glauchau–Penig eröffnet. 1973 wurde sie zum Haltepunkt herabgestuft; mit der Stilllegung des Abschnitts Glauchau–Wechselburg am 13. August 2002 endete der Betrieb.
Bei der DDR-Kreisreform von 1952 kam Remse zum Kreis Glauchau im Bezirk Chemnitz, der 1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt wurde. Seit 1990 gehörte die Gemeinde zum sächsischen Landkreis Glauchau. Dieser ging 1994 im Landkreis Chemnitzer Land und 2008 im Landkreis Zwickau auf.
Ein bedeutender Betrieb ist die auf Kartoffelprodukte spezialisierte Friweika eG im Ortsteil Weidensdorf. Sie wurde 1970 als LPG gegründet, 1990 in eine eingetragene Genossenschaft umgewandelt und feierte 2015 ihr 45-jähriges Bestehen.
Bevölkerungsentwicklung
Am 3. Oktober 1990 hatte Remse 1942 Einwohner. Danach stieg die angegebene Einwohnerzahl zunächst auf 2200 im Jahr 1998, ging anschließend jedoch nahezu durchgehend zurück. Sie betrug 2190 im Jahr 1999, 2161 im Jahr 2000, 2124 im Jahr 2001, 2045 im Jahr 2002, 2000 im Jahr 2003, 1993 im Jahr 2004 und 1984 im Jahr 2005.
Weitere Werte waren 1942 Einwohner im Jahr 2006, 1911 im Jahr 2007, 1885 im Jahr 2008, 1794 im Jahr 2011, 1726 im Jahr 2012, 1714 im Jahr 2013, 1638 im Jahr 2018 und 1625 im Jahr 2019. Die Jahresangaben beziehen sich jeweils auf den 31. Dezember; Quelle ist das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen.
Politik und Verwaltung
Der Gemeinderat hat 14 Sitze. Seit der Wahl vom 9. Juni 2024 entfallen davon 5 Sitze auf die CDU, 4 auf die Initiative für bessere Infrastruktur, 3 auf die AfD und 2 auf den Freien Wählerverein (FWV). Die Stimmenanteile lagen bei 36,2 % für die CDU, 30,5 % für die Initiative für bessere Infrastruktur, 23,2 % für die AfD und 10,2 % für den FWV. Die Wahlbeteiligung betrug 75,4 %; 2019 waren es 67,5 % und 2014 53,3 %.
Bürgermeister ist Karsten Schultz (CDU). Er wurde im Januar 2022 mit 52,3 % gewählt und folgte auf Joachim Schuricht von der Initiative Infrastruktur, der 2015 mit 97,2 % gewählt worden war. Dessen Vorgänger war der 2014 verstorbene langjährige Bürgermeister Wolf-Dieter Kapferer (CDU). Kapferer erreichte bei der Bürgermeisterwahl 2008 96,0 % und 2001 93,7 %.
Sehenswürdigkeiten
Zu den Sehenswürdigkeiten gehören das ehemalige Benediktinerinnenkloster „Roter Stock“ aus der Zeit um 1143 und die sogenannte „Remser Bastei“, ein Aussichtspunkt über dem Tal der Zwickauer Mulde. Außerdem werden die St. Georgenkirche in Remse und die Dorfkirche im Ortsteil Weidensdorf genannt.