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Regina Kreide

Zu ihren Arbeitsgebieten gehören Politische Theorie und Politische Philosophie, darunter Gerechtigkeitstheorien (globale Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit) …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Profil und Forschungsfelder
  2. 2. Ausbildung und akademischer Werdegang
  3. 3. Mitgliedschaften und wissenschaftliche Netzwerke
  4. 4. Bücher und zentrale Themen
  5. 5. Aufsätze und Artikel

Profil und Forschungsfelder

Regina Kreide (* 1968) ist eine deutsche Politikwissenschaftlerin und seit Januar 2010 Professorin für Politische Theorie und Ideengeschichte am Institut für Politikwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen. Ihre Arbeit verbindet politische Theorie und politische Philosophie mit Fragen der Gerechtigkeit, Demokratie, Menschenrechte, Sicherheit und gesellschaftlichen Ordnung.

Zu ihren wichtigsten Arbeitsgebieten gehören Theorien globaler Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, die Demokratisierung künstlicher Intelligenz, Theorie und Praxis der Menschenrechte, Gender Studies sowie Sicherheit und Unsicherheit. Weitere Schwerpunkte sind Eigentum und Wohnen. Ihre Veröffentlichungen behandeln unter anderem globale politische und rechtliche Ordnungen, Migration, die Absicherung von Minderheiten, Armut, transnationale Unternehmen und die Rolle demokratischer Kommunikation.

Ausbildung und akademischer Werdegang

Kreide studierte Biologie, Kunst, Soziologie und Philosophie an den Universitäten Köln und Frankfurt am Main. Im Jahr 2000 wurde sie am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main promoviert. Ihre Dissertation trug den Titel „Menschenrechte und Staatsbürgerschaft – über die Begründung sozialer und politischer Rechte“.

Von 1997 bis 1998 war sie Visiting Scholar am Institut für Philosophie der Columbia University in New York. Vor 2009 arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Grundlagen der Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main. 2006 war sie Lecturer an der Universidad de Antioquia in Medellín, Kolumbien, und 2009 Theodor Heuss Visiting Associate Professor and Lecturer an der New School for Social Research in New York.

An der Justus-Liebig-Universität Gießen war Kreide von 2010 bis 2013 geschäftsführende Direktorin des Instituts für Politikwissenschaft. Von 2010 bis 2012 war sie Sprecherin des Arbeitskreises „Politik und Geschlecht“ der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW). Seit 2014 ist sie eine der Sprecherinnen des Sonderforschungsbereichs „Dynamiken der Sicherheit“ (SFB-Transregio 138). Außerdem war sie Gastprofessorin an der University of Washington in Seattle und an der UAM Iztapalapa in Mexiko-Stadt sowie Fellow an der University of Auckland (Law School).

Im Sonderforschungsbereich „Dynamiken der Sicherheit“ ist sie Teilprojektleiterin des Projektes „Between Minority Protection and Securitization: Roma Minority Formation and Transformation in Modern European History“. Kreide ist Mitbegründerin und Herausgeberin der Zeitschrift für Menschenrechte/Journal for Human Rights sowie Herausgeberin der Buchreihe „Politische Soziologie“ des Nomos Verlags.

Mitgliedschaften und wissenschaftliche Netzwerke

Kreide ist in mehreren wissenschaftlichen, politischen und internationalen Netzwerken aktiv. Dazu gehören das Editorial Council der Zeitschrift „Constellations – An International Journal of Critical and Democratic Theory“, der Fachbeirat „Demokratie“ der Gerda Henkel-Stiftung sowie Arbeitsgruppen zu „Demokratie“ und zu „Internationaler Gerechtigkeit und institutionellen Verpflichtungen“ an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Weitere Aufgaben und Mitgliedschaften betreffen das Deutsch-Kolumbianische Friedensinstitut (CAPAZ), dessen Leitungsgruppe sie angehört, sowie das DAAD-ISAP-Programm der Justus-Liebig-Universität Gießen mit der Universidad de Antioquia in Medellín, dessen Projektleiterin sie ist. Sie ist außerdem Co-Sprecherin des SFB-Transregio 138 „Dynamiken der Sicherheit“.

Zu ihren weiteren institutionellen Bezügen gehören die Grüne Akademie der Heinrich-Böll-Stiftung, das Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung (ZEU) der Justus-Liebig-Universität Gießen, die seit 2010 bestehende Arbeitsgruppe „Water: Ethics, Politics and Management“ des DAAD-finanzierten APEDIA-Projektes sowie seit 2010 das International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC). Seit 2012 gehört sie der Steuerungsgruppe des Gießener Graduiertenzentrums Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (GGS) an und leitet dort die Sektionen „Demokratie und Menschenrechte“ sowie „Wirtschaftsethik und Politik“. Außerdem arbeitet sie in der Redaktion der Zeitschrift „Polar – Zeitschrift für Politik, Theorie und Alltag“ und im Vorstand von Polarkreis e. V.

Bücher und zentrale Themen

Zu Kreides Buchveröffentlichungen und Herausgeberschaften gehören Arbeiten zur transnationalen Rechtsordnung und zur politischen Theorie. Gemeinsam mit Andreas Niederberger gab sie „Transnationale Verrechtlichung. Nationale Demokratien im Kontext globaler Politik“ (2008) und „Staatliche Souveränität und transnationales Recht“ (2010) heraus. Mit Hauke Brunkhorst und Cristina Lafont veröffentlichte sie als Herausgeberin das „Habermas-Handbuch: Leben – Werk – Wirkung“ (2009).

Weitere herausgegebene Bände sind „Gerechtigkeit und Demokratie in Verteilungskonflikten“ (2012), gemeinsam mit Claudia Landwehr und Katrin Toens, sowie „Internationale Politische Theorie – Eine Einführung“ (2016), gemeinsam mit Andreas Niederberger. In „Die verdrängte Demokratie“ (2016) behandelt Kreide Demokratie als eigenständiges Thema. Gemeinsam mit Huub van Baar und Ana Ivasiuc veröffentlichte sie „The Securitization of the Roma in Europe“ (2018), eine englischsprachige Untersuchung der Versicherheitlichung der Roma in Europa. Ihr Buch „Globale Gerechtigkeit?“ erschien 2021.

Der Begriff „Versicherheitlichung“ bezeichnet in diesem Zusammenhang die politische Behandlung bestimmter Gruppen oder Themen als Sicherheitsproblem. Kreides Bücher verbinden daher Fragen von Recht, Demokratie, Menschenrechten, globaler Gerechtigkeit und Minderheitenschutz.

Aufsätze und Artikel

Die ausgewählten Aufsätze zeigen die thematische Breite von Kreides Forschung. Neuere Beiträge befassen sich mit Eigentum und Wohnen, etwa „Kollektives Eigentum und die alte, neue Wohnungsfrage“ (2025), „Kann Wohnen ungerecht sein?“ (2024) und „The Housing Question Revisited“ (2022). Weitere Arbeiten behandeln die Gefährdung der Demokratie, dialektische Lernprozesse in Jürgen Habermas’ „Auch eine Geschichte der Philosophie“ sowie Populismus und demokratischen Konstitutionalismus.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Dazu gehören „Gerechtigkeit/Ungerechtigkeit“ (2019) und „Globale (Un)gerechtigkeiten?“ (2019). In „Neglected Injustice: Poverty as a Violation of Social Autonomy“ (2007) untersucht Kreide Armut im Zusammenhang mit sozialer Autonomie. „Weltarmut und die Verpflichtung privater Akteure“ (2007) und „The Obligations of Transnational Corporations in the Global Context“ (2007) richten den Blick auf Verpflichtungen privater Akteure und transnationaler Unternehmen.

Kreide beschäftigt sich außerdem mit Menschenrechten, Recht und Migration. „Between Morality and Law. In Defense of a Political Conception of Human Rights“ (2015) behandelt ein politisches Verständnis der Menschenrechte. Gemeinsam mit Ayelet Banai veröffentlichte sie „Securitization of Migration in Germany: The Ambivalences of Citizenship and Human Rights“ (2017). „Crossing (out) Borders: Human Rights and the Securitization of Roma Minorities“ (2019) verbindet Menschenrechte, Grenzen und die Versicherheitlichung der Roma.

Weitere Beiträge behandeln Rechts- und Demokratietheorie, kommunikative Macht, deliberative Demokratie und die politische Rolle des Rechts. Dazu gehören „Rechts- und Demokratietheorie“ (2020), „Politik der kommunikativen Macht. Kommunikations- und Handlungsblockaden in einer globalisierten Welt“ (2019), „Digital spaces, public places and communicative power: In defense of deliberative democracy“ (2016) und „Re-embedding the Market Through Law?“ (2011). Gemeinsam mit Andreas Niederberger schrieb sie außerdem „Politik – Das Politische“ (2011). Ein früher Beitrag von 2008 fragt: „Gibt es eine gerechte Weise, ein T-Shirt zu produzieren?“ und verbindet damit Fragen der Produktion und Gerechtigkeit.

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