Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Regenwald

Tropischer Regenwald (der in wenigen Regionen in subtropischen Regenwald übergeht) – mit meist mehr als 1800 mm Jahresniederschlag (siehe auch Tropische …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Definition und Grundtypen
  2. 2. Tropische und subtropische Regenwälder
  3. 3. Regenwälder der gemäßigten Breiten
  4. 4. Saisonale Feuchtwälder und Klimawandel

Definition und Grundtypen

Regenwälder sind Wälder, die durch ganzjährig fallende, große Niederschlagsmengen gekennzeichnet sind. Je nach Klimazone unterscheidet man verschiedene Regenwaldtypen.

Der tropische Regenwald erhält meist mehr als 1800 mm Jahresniederschlag. In wenigen Regionen geht er in subtropischen Regenwald über. Der gemäßigte Regenwald erhält meist über 1000 mm Jahresniederschlag, auch in Form von Schnee. Im weiteren Sinne werden manchmal auch saisonale Feuchtwälder der Tropen und Subtropen als Regenwälder bezeichnet.

Der Begriff „tropischer Regenwald“ wurde 1898 erstmals vom Biologen Andreas Franz Wilhelm Schimper verwendet und definiert. In Medien und populärwissenschaftlicher Literatur werden „Regenwald“ und „tropischer Regenwald“ häufig gleichgesetzt, weil subtropische und gemäßigte Regenwälder weniger bekannt sind.

Tropische und subtropische Regenwälder

Immergrüne tropische Regenwälder entstanden auf allen Kontinenten, auf beiden Seiten des Äquators bis ungefähr zum 10. Breitengrad, teilweise aber auch deutlich darüber hinaus. Dort gehen sie in subtropische Regenwälder über. Die größte zusammenhängende Fläche liegt im Amazonasbecken; sie umfasst zugleich mehr als die Hälfte der Gesamtfläche aller tropischen Regenwälder. Weitere große Gebiete liegen in Äquatorialguinea und Gabun, im Kongobecken in Zentralafrika sowie auf den vielen Inseln Indonesiens.

Der tropische Regenwald ist ein Ökosystem mit mehreren Waldtypen. Der Tiefland-Regenwald reicht etwa bis 1000/1500 m Höhe, der Berg-Regenwald etwa bis 2000/2500 m. Kalttropische Wolken- und Nebelwälder jenseits von 2000 m werden wegen ihrer besonderen klimatischen Bedingungen nicht mehr zu den Regenwäldern gerechnet.

Typisch sind eine außerordentlich hohe Artenvielfalt und einzelne besonders hohe Urwaldriesen, sogenannte Emergenten.

Regenwälder der gemäßigten Breiten

Regenwälder der gemäßigten Zonen kommen vor allem an der Westküste Nordamerikas, in Chile sowie auf Tasmanien und Neuseeland vor. Die dort prägenden Baumarten kommen zwar auch in den gemäßigten Laub- und Nadelwäldern vor, doch gehören die gemäßigten Regenwälder zu den artenreichsten Lebensräumen dieser Klimazonen.

Saisonale Feuchtwälder und Klimawandel

In der feuchtwarmen, vom Monsunklima geprägten Klimazone gehen immergrüne tropische Regenwälder über halbimmergrüne Regenwälder in feuchte Monsunwälder und schließlich in trockene Monsunwälder über. Die feuchten Monsunwälder werden auch regengrüne Feuchtwälder, die trockenen Monsunwälder regengrüne Trockenwälder genannt. Wegen ihrer Jahresniederschlagssumme von unter 2000 mm werden diese Monsunwälder nicht mehr zu den Regenwäldern gerechnet. Ihre Regenzeiten werden regelmäßig durch Trockenzeiten unterbrochen; deshalb sind die Bedingungen weniger ausgeglichen als im tropischen Regenwald. Ausgeprägte Monsunwälder gibt es in Indien und Südostasien sowie in Afrika zwischen den Regenwäldern und den Feuchtsavannen.

Im kühleren Ostseitenklima der Subtropen können Lorbeerwälder je nach Niederschlagsmenge als Feucht- oder Regenwälder gelten. Dort sind Sommer und Winter bereits deutlich unterscheidbar; der Winter kann gelegentlichen Frost bringen. Die größten Lorbeer-Regenwälder liegen in Süd-China, Florida und Südost-Brasilien.

Tropische Regenwälder galten bislang wegen der Photosynthese als Kohlenstoffsenken und als Regulatoren des Kohlenstoffdioxids (CO₂) in der Erdatmosphäre. Eine 2020 veröffentlichte Studie kam jedoch zu dem Ergebnis, dass sie wegen der globalen Erwärmung deutlich weniger CO₂ speichern als noch in den 1990er Jahren. In den 2010er Jahren speicherten sie laut dieser Analyse bereits ein Drittel weniger CO₂ als in den 1990er Jahren. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnten sich Regenwälder der Studie zufolge bis 2035 von einer CO₂-Senke zu einem CO₂-Emittenten entwickeln. Für die Untersuchung wurden über Jahrzehnte 300.000 Bäume in den Regenwäldern Amazoniens und Afrikas analysiert.

Lernvideos zu Regenwald

Weiterlesen

Artenvielfalt Artenvielfalt – auch Artendiversität genannt – bezeichnet in der Biologie die Anzahl biologischer Arten innerhalb eines bestimmten Lebensraumes (Biotop, … Emergent Montane Wälder der immerfeuchten Tropen · In den tropischen Bergregenwäldern der Erde sind ebenfalls Baumriesen vertreten; im Durchschnitt sind die Kronenbäume … Wald Wald (auch Waldung) im alltagssprachlichen Sinn und im Sinn der meisten Fachsprachen ist ein Ausschnitt der Erdoberfläche, der von Bäumen bedeckt wird und … Klimazone Eine Klimazone (auch Klimagürtel) ist im engen Sinne ein (gedanklich konstruierter), sich parallel zu den Breitenkreisen in Ost-West-Richtung um die ganze … Tropischer Regenwald Der Begriff stammt aus der Geographie und bezeichnet verallgemeinernd einen bestimmten Landschaftstyp der globalen Maßstabsebene. Je nach Disziplin … Subtropischer Regenwald Der jährliche Niederschlag liegt bei etwa 1.500 Millimeter bis über 2.000 mm. Im tropischen Regenwald liegt der Niederschlag dagegen bei (unter) 2.000 bis (zum … Gemäßigter Regenwald Die Abgrenzung zum tropischen Regenwald ist durch seine Lage in kühlgemäßigten Klimazonen gegeben. Gemäßigter Regenwald am Mount Hood, Oregon, USA … Tropen Das herausragende Merkmal aller tropischer Gebiete ist die über das gesamte Jahr fast gleichbleibende Tageslänge, die nur um maximal 3 Stunden schwankt; immer … Subtropen Bei der Artenvielfalt der Bäume ist die Trennung in aride und humide Räume weniger deutlich: Sie erstreckt sich insgesamt von „sehr gering“ bis „hoch … Kontinent Heute sind in Geographie und Geologie jeweils unterschiedliche Einteilungen der Kontinente üblich. So wird insbesondere Europa historisch und kulturell bedingt … Geographische Breite Die geographische Breite (B oder φ), auch geodätische Breite oder Breitengrad genannt (lateinisch latitudo, englisch latitude; internationale Abkürzung Lat. Gabun Gabun [ɡaˈbuːn] (französisch [ ɡa.bɔ̃]) ist ein Staat in Zentralafrika. Im Norden grenzt er an Kamerun und Äquatorialguinea sowie im Süden und Osten an die …