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Querstand (Musik)
Als Querstand (lat. relatio non harmonica) bezeichnet man eine in Kontrapunkt und Harmonielehre meist verpönte Stimmführung, bei der auf einen Ton ein …
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Definition und Grundprinzip
Ein Querstand, lateinisch relatio non harmonica, ist eine Stimmführung in Kontrapunkt und Harmonielehre, die meist als unerwünscht gilt. Dabei folgt auf einen Ton ein anderer Ton, der um einen chromatischen Halbton höher oder tiefer liegt und in einer anderen Stimme erklingt.
Ein chromatischer Halbton ist der kleinste Tonschritt zwischen zwei unterschiedlich benannten oder veränderten Tonhöhen, zum Beispiel zwischen d und des oder fis und f. Entscheidend für den Querstand ist, dass der Halbtonschritt zwischen verschiedenen Stimmen entsteht. Wenn derselbe Halbtonschritt zugleich in einer der beiden Stimmen selbst vorkommt, liegt kein Querstand vor.
Formen und Verwendung
Neben dem chromatischen Halbton in verschiedenen Stimmen galt seit der Renaissance auch die Aufeinanderfolge der Töne eines Tritonus in verschiedenen Stimmen als Querstand. Ein Tritonus ist ein Intervall aus drei Ganztönen. Dieser besondere Tritonus-Querstand wurde Mi contra Fa genannt.
Seit der Renaissance wurde der Querstand nicht nur als Fehler betrachtet, sondern auch bewusst als Ausdrucksmittel eingesetzt. Er konnte starke Gefühle darstellen, die in der musiktheoretischen Sprache des Barocks Affekte heißen, etwa Trauer oder Schmerz.
Typischer Fall
Besonders charakteristisch ist der Querstand bei der konventionellen Fortschreitung des Neapolitanischen Sextakkordes in den Durakkord der V. Stufe. Der Neapolitanische Sextakkord ist ein bestimmter Akkord in Sextakkordstellung, der in der Harmonielehre eine feste Auflösungstendenz hat. In dieser Fortschreitung ist der Querstand vorgeschrieben.
Das im Artikel genannte Beispiel verweist auf einen Querstand bei Melchior Vulpius aus dem Jahr 1609 sowie auf eine Variante mit verstärktem des'' und d'.