Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Produktionswert
Der Produktionswert, auch Bruttoproduktionswert (englisch gross output oder einfach output) ist ein volkswirtschaftliches Aggregat, das die Summe des Wertes …
Inhalt5 Abschnitte
Kernbegriff und Bedeutung
Der Produktionswert, auch Bruttoproduktionswert genannt (englisch „gross output“ oder „output“), ist ein volkswirtschaftliches Aggregat. Er bezeichnet die Summe des Wertes aller Güter und Dienstleistungen, die in einer Volkswirtschaft, einem Sektor, einer Branche oder einer Region produziert werden. Der Produktionswert kann auch für ein einzelnes Unternehmen ermittelt werden.
Die grundlegenden Begriffe sind im System of National Accounts (SNA 2008) und darauf aufbauend im Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESA/ESVG 2010) festgelegt.
Definition und Bewertung nach dem ESVG
Das ESVG 2010 definiert den Produktionswert als „den Wert aller Güter, die im Rechnungszeitraum produziert werden“.
Es unterscheidet drei Formen der Produktion:
- Marktproduktion
- Produktion für die Eigenverwendung
- Nichtmarktproduktion
Marktproduktion und Produktion für die Eigenverwendung werden zu Herstellungspreisen bewertet. Das bedeutet: Gütersteuern sind nicht enthalten, empfangene Gütersubventionen dagegen schon. Nichtmarktproduktion wird zu Produktionskosten bewertet.
Die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen ergibt sich als Differenz aus dem Produktionswert und dem Wert der Vorleistungen zu Herstellungspreisen.
Berechnung nach dem Statistischen Bundesamt
Das Statistische Bundesamt verwendet „Bruttoproduktionswert“ als gleichbedeutenden Begriff für Produktionswert. Für ein Unternehmen wird der Bruttoproduktionswert so berechnet:
Umsatz + Bestandsveränderungen an unfertigen und fertigen Erzeugnissen aus eigener Produktion + selbsterstellte Anlagen = Bruttoproduktionswert.
Der Nettoproduktionswert ist beim Statistischen Bundesamt die Differenz aus Bruttoproduktionswert und Materialverbrauch, Einsatz an Handelsware sowie Kosten für Lohnarbeiten:
Bruttoproduktionswert − Materialverbrauch, Einsatz an Handelsware und Kosten für Lohnarbeiten = Nettoproduktionswert.
Werden anschließend sonstige Vorleistungen abgezogen, ergibt sich die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen. Zu den sonstigen Vorleistungen gehören Kosten für Dienstleistungen, Leiharbeiter sowie Mieten und Pachten.
Unterschiedliche Verwendung des Begriffs Nettowertschöpfung
Der Begriff Nettoproduktionswert wird vom Statistischen Bundesamt verwendet, hat jedoch keine Entsprechung im SNA 2008 und im ESVG 2019. Außerdem findet sich in der Literatur eine abweichende Definition.
Abweichend von der Terminologie des Statistischen Bundesamtes wird in der Literatur auch die Differenz aus (Brutto-)Produktionswert und Abschreibungen als Nettowertschöpfung bezeichnet.
Vom Produktionswert zum Bruttoinlandsprodukt
Ausgehend vom Produktionswert wird zunächst die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen berechnet:
Produktionswert − Vorleistungen zu Anschaffungspreisen = Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen.
Zum Bruttoinlandsprodukt gelangt man anschließend durch Addition der Gütersteuern, also der Produktions- und Importabgaben, und durch Subtraktion der Gütersubventionen:
Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen + Gütersteuern − Gütersubventionen = Bruttoinlandsprodukt.
Die Nettoquote definiert Statistik Austria als Quotienten aus Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten und Produktionswert. Sie ist in der Urproduktion besonders hoch, weil dort als Vorleistungsgüter vor allem Betriebsstoffe und Hilfsstoffe eingesetzt werden, kaum jedoch die wertvolleren Rohstoffe. Relativ hoch ist sie außerdem in Branchen, in denen Material zu im Vergleich besonders hochwertigen Produkten verarbeitet wird.
Lernvideos zu Produktionswert
3:12
Bruttoinlandsprodukt - einfach erklärt!
Wirtschaftsbuddy · 97.590 Aufrufe
6:44
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung einfach erklärt
EconomicsTeacher · 83.072 Aufrufe
5:13
VWL - Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
jdbTutorials · 10.670 Aufrufe
3:24
Berechnung des BIP anhand der: Entstehungsseite, Verwendungsseite und Verteilungsseite
Eduty · 84.925 Aufrufe