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Private Gewinn- und Verlustrechnung

Bei der privaten Gewinn- und Verlustrechnung (auch private GuV oder Ergebnisrechnung) werden für eine Privatperson oder einen Privathaushalts die Erträge …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kernidee und Zweck
  2. 2. Aufbau
  3. 3. Erstellung und Methoden
  4. 4. Unterschied zur Liquiditätsrechnung
  5. 5. Analyse und Anwendung

Kernidee und Zweck

Die private Gewinn- und Verlustrechnung, auch private GuV oder Ergebnisrechnung genannt, stellt für eine Privatperson oder einen Privathaushalt die Erträge und Aufwände einer bestimmten Zeitspanne gegenüber, zum Beispiel eines Monats oder eines Jahres. Erträge erhöhen grundsätzlich das Eigenkapital, Aufwände vermindern es. Aus dem Saldo von Ertrag und Aufwand ergibt sich entweder ein Vermögensbildungspotential oder ein Vermögensrückgang.

Die private GuV ist eine wichtige methodische Grundlage der privaten Finanzplanung. Sie hilft zu erkennen, ob ein Haushalt Vermögen aufbaut, also „reicher“ wird, oder Vermögen verzehrt, also „ärmer“ wird. Laut Artikel ist der Inhalt nicht hinreichend belegt; Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten daher unsicher sein.

Aufbau

Eine private Gewinn- und Verlustrechnung kann in zwei Grundformen dargestellt werden. In der Listendarstellung werden Aufwand und Ertrag einfach untereinander aufgeführt und anschließend saldiert. Der Saldo zeigt das Ergebnis der betrachteten Periode.

In der Kontendarstellung werden Erträge links und Aufwände rechts aufgeführt. Diese Darstellung ähnelt dem Aufbau einer Bilanz, dient hier aber dazu, Erträge und Aufwände übersichtlich gegenüberzustellen.

Erstellung und Methoden

Für die private GuV gibt es im Unterschied zur Gewinn- und Verlustrechnung von Unternehmen grundsätzlich keine Vorschriften zur Darstellung und Berechnungsmethodik. Aufwand und Ertrag werden direkt aus Unterlagen wie Depotauszügen, Gehaltsabrechnungen, Kassenbüchern und ähnlichen Dokumenten entnommen.

Es gibt zwei Darstellungsweisen: das Nettoverfahren und das Bruttoverfahren. Beim Nettoverfahren werden Aufwand und Ertrag nur so weit getrennt verbucht, wie sie durch getrennte Vorgänge entstanden sind. Lohnzahlungen werden deshalb netto als Ertrag erfasst; bereits abgezogene Steuern und Sozialabgaben erscheinen nicht zusätzlich als Aufwand, weil sie nicht getrennt erhoben wurden. Der Vorteil ist eine einfachere Erstellung anhand von Kontoauszügen und Kassenbüchern.

Beim Bruttoverfahren werden Erträge vor dem Abzug von Quellensteuern und Sozialabgaben dargestellt. Diese Abzüge werden dann gesondert als Aufwände verbucht. Das ist aufwendiger, ermöglicht aber eine Analyse der steuerlichen Auswirkungen auf die Vermögensentwicklung. Für Zwecke der privaten Finanzplanung wird wegen der höheren Aussagekraft stets die Bruttomethode angewendet. Wenn zusätzlich eine private Liquiditätsrechnung erstellt wird, muss für beide Rechenwerke dieselbe Methodik verwendet werden.

Unterschied zur Liquiditätsrechnung

Die private GuV unterscheidet sich von der privaten Liquiditätsrechnung. In der Liquiditätsrechnung werden Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt; sie zeigen, wie sich die Zahlungsfähigkeit, also die Liquidität, eines Haushalts verändert. In der privaten GuV werden dagegen Aufwand und Ertrag betrachtet; sie zeigen Veränderungen des Eigenkapitals eines Haushalts.

Beide Wirkungen können gleichzeitig auftreten, müssen es aber nicht. Eine Einzahlung kann zugleich ein Ertrag sein, zum Beispiel wenn ein Vermieter Miete erhält. Eine Einzahlung kann aber auch kein Ertrag sein, etwa bei der Aufnahme eines Privatkredits. Eine Auszahlung kann zugleich ein Aufwand sein, zum Beispiel bei der Zahlung von Kreditzinsen. Eine Auszahlung kann aber auch kein Aufwand sein, etwa bei der Tilgung eines Kredits.

Deshalb kann die private Liquiditätsrechnung in derselben Periode einen Liquiditätsüberschuss zeigen, während die private GuV einen Vermögensverzehr ausweist. Der Haushalt wäre dann zahlungsfähiger geworden, aber gleichzeitig ärmer. Dies kann häufig vorkommen, wenn Vermögensgegenstände unter dem Wert verkauft werden, mit dem sie bisher in der Privatbilanz eingetragen waren.

Analyse und Anwendung

Mit der privaten GuV und der Privatbilanz lassen sich verschiedene Aussagen über einen Haushalt gewinnen. Dazu gehört die Entwicklung des Gesamtvermögens in einer Periode, auch Vermögensbildungspotential genannt. Dieses entspricht der Änderung des Eigenkapitals in der Privatbilanz vom Anfang bis zum Ende der betrachteten Zeitperiode.

Außerdem können die Rentabilität verschiedener Vermögensbestandteile, ihre relative Bedeutung für die Entwicklung des Gesamtvermögens und die Rendite der reinen Vermögensanlagen untersucht werden.

In der privaten Finanzplanung wird die GuV genutzt, um zu prüfen, ob, wie und in welchem Ausmaß ein Haushalt Vermögen aufbaut oder Vermögen verzehrt. Diese Informationen bilden die Grundlage für Entscheidungen über die zukünftige Anlagestrategie, insbesondere über Vermögensallokation und Asset Location, sowie über die Sparrate.

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