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Primer

Durch maßgeschneiderte Mismatch primer lassen sich über die PCR-Technik auch gezielt Mutationen in Gene einführen, die z. B. im Austausch einer Aminosäure …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe von Primern
  2. 2. Entfernung und Sonderfall
  3. 3. Primer bei molekularbiologischen Verfahren
  4. 4. Primerdesign

Aufgabe von Primern

Primer sind in der Molekularbiologie Oligonukleotide, also kurze Nukleinsäurestücke. Sie dienen DNA-replizierenden Enzymen wie DNA-Polymerasen als Startpunkt. DNA-Polymerasen benötigen für ihre erste Verknüpfungsreaktion eine Hydroxygruppe. Diese stellen Primer mit ihrem 3'-OH-Ende bereit.

Primer können aus DNA oder RNA bestehen. Bei der DNA-Replikation von Prokaryoten und Eukaryoten wird RNA als Primermaterial verwendet. In Prokaryoten bildet die Primase, auch DnaG-Protein genannt, die Primersequenzen. In Eukaryoten besitzt die DNA-Polymerase α eine Primasefunktion.

Entfernung und Sonderfall

Nach der Replikation müssen die entstandenen Primer entfernt werden. Bei Prokaryoten geschieht dies durch die 5'-3'-Exonukleaseaktivität der Polymerase I oder durch RNase H. In eukaryotischen Zellen werden Primer durch verdrängende DNA-Synthese der Polymerase δ und durch Restriktion mit der Flap-Endonuklease entfernt.

Ein Sonderfall ist die DNA-Synthese an den Telomeren eukaryotischer Zellen: Dort dient der Telomerase, einem polymerisierenden Enzym, das 3'-OH-Ende der DNA als Primersequenz. Allelspezifische Oligonukleotide binden an bestimmte SNP.

Primer bei molekularbiologischen Verfahren

Primer werden auch bei der In-vitro-Amplifikation von DNA benötigt, etwa bei der Polymerase-Kettenreaktion (PCR), bei der DNA-Sequenzierung und bei der reversen Transkription. Mit ihnen lässt sich festlegen, welcher spezifische DNA-Abschnitt amplifiziert, also vervielfältigt, werden soll.

Primerdesign

Primerdesign bezeichnet den gezielten Entwurf von Primern. Für eine PCR bestimmt man Nukleotidsequenzen, die den zu amplifizierenden DNA-Abschnitt flankieren, also an seinen beiden Seiten liegen. Nach diesen Sequenzen werden passende Primer durch Phosphoramidit-Synthese hergestellt. Jeder Primer entspricht dabei dem gegenläufigen Strang seines „Primerpartners“.

Primer für PCR-Ansätze sind in der Regel 18–30 Nukleotide lang. Maßgeschneiderte Mismatch-Primer, deren Sequenz nicht vollständig zur Zielsequenz passt, können über PCR gezielt Mutationen in Gene einführen, zum Beispiel den Austausch einer Aminosäure.

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