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Parenchym
Das Parenchymgewebe wird von den mehr oder weniger differenzierten oder spezifischen Parenchymzellen gebildet. Im Gegensatz dazu stehen bei Wirbeltieren jene …
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Grundbedeutung und Aufbau
Parenchym bezeichnet in der Biologie und modernen Medizin ein Zellgewebe eines Organs, das eine bestimmte, spezifische Funktion ausübt. Diese Funktion hängt vor allem mit Stoffwechselprozessen zusammen.
Das Gewebe wird von mehr oder weniger differenzierten oder spezifischen Parenchymzellen gebildet. Bei Wirbeltieren steht das Parenchym dem Interstitium oder Stroma gegenüber. Dieses besteht aus Bindegewebe und dient als Träger-, Gerüst- und Stützgewebe, in das das Parenchym „eingegossen“ ist.
Parenchym bei Wirbeltieren
Bei Wirbeltieren bezeichnet Parenchym das Gewebe aus den spezifischen Funktionszellen eines Organs. Beispiele sind die Nephrone der Niere, die Alveolen der Lunge sowie die weiße und rote Pulpa der Milz.
Das Interstitium oder Stroma übernimmt keine eigentliche Organfunktion. Es enthält die zu- und abführenden Gefäße und Nerven, grenzt das Organ gegen seine Umgebung ab und hält und stützt seine Form.
Das Parenchym leitet sich meist vom Ektoderm oder Endoderm ab. So stammen Nervenzellen vom Ektoderm, genauer aus der Neuralrinne. Parenchymgewebe wird meist vom mesodermalen Bindegewebe unterschieden, das sich vom Mesoderm ableitet und als weniger stark differenziert gilt. Die Herkunft aus einem bestimmten Keimblatt beweist jedoch nicht zwingend einen Unterschied im Differenzierungsgrad, da sich auch aus dem Mesoderm spezifische Organstrukturen wie glatte und quergestreifte Muskulatur entwickeln.
Parenchym bei Würmern
Bei verschiedenen Würmern, beispielsweise bei Plattwürmern, bezeichnet Parenchym ein Gewebe, das das Körperinnere ausfüllt. In dieses Gewebe sind die Organe eingebettet.
Pflanzliches Parenchym
Bei Pflanzen sind Parenchymzellen meist anatomisch nicht besonders differenziert. Sie sind dünnwandige Zellen des Grundgewebes und bilden den Großteil der nichtholzartigen, krautigen Pflanzenstrukturen. In manchen Fällen können ihre Zellwände jedoch verholzt sein. Eine wichtige Aufgabe ist die Speicherung von Nährstoffen.
Das Palisadenparenchym liegt in den Blättern höherer Pflanzen unterhalb der oberen Epidermis. Seine langgestreckten, zylindrischen Zellen dienen überwiegend der Photosynthese und stehen dicht nebeneinander. Zwischen den Zellen gibt es nur wenige Interzellularen. Palisadenparenchymzellen enthalten etwa drei- bis fünfmal so viele Chloroplasten wie Schwammparenchymzellen. Sonnenblätter besitzen meist ein mehrschichtiges Palisadenparenchym; bei Schattenblättern besteht es meist nur aus einer Schicht.
Das Schwammparenchym liegt im Inneren des Laubblattes an der unteren Epidermis und grenzt oben an das Palisadenparenchym. Bei äquifazialen Blättern wird es von zwei Palisadengeweben umgeben. Es besteht aus meist unregelmäßig geformten, häufig sternförmigen Zellen; dann spricht man auch von Sternparenchym. Die größeren Interzellularräume erleichtern vor allem den Gasaustausch bei der Photosynthese. Im Vergleich zum Palisadenparenchym enthält das Schwammparenchym weniger Chloroplasten. Die inneren Hohlräume können eine sehr große Oberfläche bilden: Beim Trompetenbaum wurden 5100 m² Innenfläche bei 390 m² äußerer Blattoberfläche gemessen. Als Schwammparenchym bezeichnet man dieses Gewebe allgemein nur, wenn gleichzeitig ein Palisadenparenchym vorhanden ist.
Spezialisierte Formen bei Pflanzen
Das Chlorenchym, auch Assimilationsparenchym genannt, ist auf Photosynthese spezialisiertes, chloroplastenreiches Blattgewebe. Es gehört zum Mesophyll und umfasst Palisadenschicht und Schwammparenchym. Das Schwammparenchym ist zugleich Chlorenchym und Aerenchym.
Aerenchym, auch Sternparenchym, ist ein pflanzliches Grundgewebe mit besonders großen Interzellularräumen. Dadurch entsteht ein regelrechtes Durchlüftungsgewebe. Es kommt besonders bei Sumpf- und Wasserpflanzen vor und ermöglicht den Gaswechsel untergetauchter Pflanzenorgane.
Hydrenchym wird auch Wasserspeicherparenchym genannt. Es dient vor allem sukkulenten Pflanzen zur Speicherung von Wasser. Seine Zellen besitzen sehr große Vakuolen.
Speicherparenchym speichert Nährstoffe wie Stärke, Fette und Proteine sowie Wasser.