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Keimblatt
Als Keimblätter bezeichnet man in der Entwicklungsbiologie der Gewebetiere eine erste Differenzierung eines Embryos in verschiedene Zellschichten, aus denen …
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Definition und Entstehung
Keimblätter sind in der Entwicklungsbiologie der Gewebetiere eine frühe Differenzierung eines Embryos in verschiedene Zellschichten. Aus diesen Zellschichten entwickeln sich später unterschiedliche Strukturen, Gewebe und Organe. Die Keimblätter entstehen während der Gastrulation aus der Blastula. Die Gastrulation ist dabei die Entwicklungsphase, in der sich die zunächst einfache Embryonalform in geordnete Zellschichten umbildet.
Arten von Keimblättern
Bilateralsymmetrische Tiere sind triploblastisch. Das bedeutet, dass sie drei Keimblätter ausbilden: Entoderm beziehungsweise Endoderm als Innenschicht, Mesoderm als Mittelschicht und Ektoderm als Außenschicht.
Früher nahm man für die Stämme der Nesseltiere und Rippenquallen an, sie seien diploblastisch, bildeten also nur zwei Keimblätter. Zumindest bei den Nesseltieren deuten Forschungsergebnisse jedoch darauf hin, dass auch sie vermutlich ein Mesoderm als drittes Keimblatt besitzen. Aus diesem Mesoderm entstehen Mesogloea und Muskulatur.
Transdifferenzierung und Theorie
Die Umwandlung von Zellen eines Keimblattes in Zellen eines anderen Keimblattes heißt Transdifferenzierung.
Erste Grundzüge einer Keimblättertheorie formulierte Caspar Friedrich Wolff 1768 in einer Abhandlung über die Entwicklung des Darmkanals in bebrüteten Hühnchen. Weitere Keimblättertheorien stellten Christian Pander im Jahr 1817 und Karl Ernst von Baer im Jahr 1827 auf.