Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Parasitologie
Die Parasitologie beschäftigt sich mit den Lebens- und Umweltverhältnissen von Parasiten und ihren Wirten. Ein wichtiges Anwendungsgebiet der Parasitologie …
Inhalt4 Abschnitte
Gegenstand und Bedeutung
Die Parasitologie untersucht die Lebens- und Umweltverhältnisse von Parasiten und ihren Wirten. Ein Wirt ist ein Lebewesen, das einem Parasiten Lebensraum oder Nahrung bietet. Ein wichtiges Ziel des Fachs ist es, effiziente Maßnahmen zur Bekämpfung von Parasiten zu entwickeln.
Parasitologen nutzen Erkenntnisse aus Ökologie, Verhaltensbiologie und Molekularbiologie. Weil viele Parasiten bei Menschen und Tieren Krankheiten auslösen, ist die Parasitologie eng mit der Medizin verbunden, besonders mit der Medizinischen Mikrobiologie. Als Begründer der Parasitologie gilt Rudolf Leuckart; die deutschsprachige Fachgesellschaft ist die Deutsche Gesellschaft für Parasitologie (DGP).
Parasiten in der Biologie
Die molekulare Parasitologie erforscht die Wechselwirkungen von Parasiten und Wirten auf molekularer Ebene. Parasitische Lebensweisen kommen bei vielen Lebewesen während der gesamten oder eines Teils ihrer Entwicklung vor. Auch für die Evolutionsbiologie sind parasitische Vorgänge bedeutsam, etwa im Zusammenhang mit der Endosymbiontentheorie.
„Mindestens ein Fünftel aller bekannten Organismenarten lebt obligat als ‚Gastpartner‘ in Körper-Kontakt-Vergesellschaftungen.“ Obligat bedeutet hier: Die betreffende Lebensweise ist notwendig und nicht nur gelegentlich möglich.
Medizinische Parasitologie
Die medizinische Parasitologie befasst sich mit Prophylaxe, Diagnostik und Therapie parasitärer Erkrankungen. Prophylaxe umfasst Maßnahmen zur Vorbeugung, Diagnostik das Erkennen einer Krankheit und Therapie ihre Behandlung.
Zu den untersuchten Parasiten gehören Ektoparasiten wie Flöhe, Läuse und Milben, die außen auf dem Wirt leben. Außerdem behandelt das Fach Wurminfektionen sowie Infektionen durch Protozoen. Protozoen sind einzellige Organismen. Parasitische Bakterien und Viren werden in der Medizin traditionell der Infektiologie zugeordnet, insbesondere den Teilgebieten Bakteriologie und Virologie.
Bedeutung in Entwicklungsländern
In Entwicklungsländern haben parasitäre Erkrankungen wie Malaria und Wurminfektionen im Unterschied zu Industrieländern eine verheerende Bedeutung. Weltweit erkranken jährlich hunderte von Millionen Menschen allein an Malaria und Schistosomiasis.
Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit erforschen Parasitologen die Lebensbedingungen dieser Organismen, um wirksame und kostengünstige Bekämpfungsmaßnahmen abzuleiten. Praktische Beispiele sind geeignete Unterkünfte, die Malaria-Mücken nicht einladen, etwa mit einer Feuerstelle im Haus, deren Rauch die Mücken vertreibt. Weitere Maßnahmen sind der wirkungsvolle Einsatz von Pestiziden und die Schulung von Dorfbewohnern.