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Pankaj Ghemawat
Ghemawat ist Global Professor of Management and Strategy und Leiter des Center for the Globalization of Education and Management an der Stern School of Business …
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Person und Bedeutung
Pankaj Ghemawat (* 30. September 1959 in Jodhpur, Rajasthan, Indien) ist ein indisch-US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, Hochschullehrer, Global Strategist, Redner und Autor. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Globalisierung und ihre Wirkung auf nationale Wirtschaften. Bekannt ist er besonders für den DHL Global Connectedness Index und das CAGE Distance Framework.
Ghemawat ist Global Professor of Management and Strategy und Leiter des Center for the Globalization of Education and Management an der Stern School of Business der New York University. Außerdem ist er Anselmo Rubiralta Professor of Global Strategy an der IESE Business School. Zuvor war er der jüngste je ernannte Ordinarius an der Harvard Business School.
Jugend, Studium und akademischer Weg
Ghemawat verbrachte Teile seiner Kindheit in Indien und im US-Bundesstaat Indiana. Dort lebte seine Familie, während sein Vater als Doktorand an der Purdue University studierte. Ghemawat ist der ältere Bruder des Mathematikers Sanjay Ghemawat.
Er studierte am Harvard College und begann dort im Alter von 16 Jahren. Mit 19 wurde er an der Harvard Business School aufgenommen. An der Harvard University erwarb er das Bakkalaureat für angewandte Mathematik und drei Jahre nach der Aufnahme an der Harvard Business School den betriebswirtschaftlichen Ph.D.
Nach einer zweijährigen Tätigkeit bei McKinsey & Company in London war er 25 Jahre lang ordentlicher Professor an der Harvard Business School. Seit 2006 ist er Anselmo Rubiralta Professor of Global Strategy an der IESE Business School in Barcelona. 2013 wurde er als Distinguished Visiting Professor of Global Management an die Stern School of Business der New York University berufen.
Globalisierung und globale Verbundenheit
Ghemawats Forschung untersucht vor allem die Globalisierung und ihre Auswirkungen auf nationale Wirtschaften. 2011 führte er den DHL Global Connectedness Index ein. Dieser Index misst mithilfe von „harten Daten“ die globale Verbundenheit von Ländern.
Eine zentrale Aussage seiner Forschung lautet: „Während sich die Globalisierung nach einem starken Einbruch während der Weltfinanzkrise ausdehnt, ist sie weniger verbreitet und wächst langsamer als allgemein angenommen. Die Länder mit größerer globaler Verbundenheit wachsen tendenziell schneller als die Länder mit geringerer Verbundenheit.“ Damit verbindet Ghemawat zwei Aussagen: Die Globalisierung nimmt nach der Weltfinanzkrise wieder zu, ist aber weniger umfassend, als häufig behauptet wird; zugleich besteht eine Tendenz zu höherem Wachstum in stärker global verbundenen Ländern.
Ghemawats Position bildet einen Kontrapunkt zu Thomas Friedman und dessen Aussage im Buch The World Is Flat, die Globalisierung sei eine schnell wachsende und dominante Kraft der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts. In seinem Artikel Why the World Isn’t Flat von 2009 und in der TED-Konferenz Actually, the World Isn’t Flat von 2012 nutzte Ghemawat Messungen der Global Connectedness, um zu zeigen, dass die Globalisierung weniger verbreitet ist als allgemein angenommen. In diesem Zusammenhang verwendete er den Begriff „globaloney“, der sich auf falsche Vorstellungen über die Globalisierung bezieht und in den 1940er Jahren von Clare Boothe Luce geprägt wurde.
Ab 2016 befasste sich Ghemawat außerdem mit den Folgen isolationistischer und nationalistischer Bewegungen, insbesondere des Brexit und der Politik Donald Trumps, für Handel, Globalisierung und Wirtschaftswachstum.
Veröffentlichungen und Auszeichnungen
Zu Ghemawats ausgewählten Büchern gehören Commitment (1991), Games Businesses Play (1998), Redefining Global Strategy (2007), Strategy and the Business Landscape (3. Auflage, 2009), World 3.0: Global Prosperity and How to Achieve it (2011), The Laws of Globalization and Business Applications (2016) und The New Global Road Map: Enduring Strategies for Turbulent Times (2018). Zu seinen bekannten Artikeln zählen Why the World Isn’t Flat (2009), Even in a Digital World, Globalization Is Not Inevitable (2017) und Is America enriching the world at its own expense? That’s globaloney (2017). Außerdem veröffentlichte er 2016 mehrere Beiträge zu Trump, Handel und Globalisierung.
2012 erhielt Ghemawat den Herbert Simon Award. Für 2008 werden der Irwin Award for the Educator of the Year der Business Policy and Strategy Division der Academy of Management, der IESE-Fundación BBVA Economics for Management Prize und die Wahl zum Fellow der Strategic Management Society genannt. Für 2006–2007 wird der McKinsey Award für den besten veröffentlichten Artikel in der Harvard Business Review aufgeführt; außerdem wurde er zum Fellow der Academy of International Business gewählt.