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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Nullteiler

Diese Aussage wird auch, vor allem in der Schulmathematik, als Satz vom Nullprodukt bezeichnet. Der Satz vom Nullprodukt gilt insbesondere im Bereich …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Begriffe
  2. 2. Satz vom Nullprodukt
  3. 3. Anwendung auf eine Gleichung
  4. 4. Wichtige Beispiele
  5. 5. Zusammenhang mit Kürzen und Inversen

Grundidee und Begriffe

Ein Nullteiler in einem Ring R ist ein Element a, für das es ein von 0 verschiedenes Element b mit ab = 0 gibt. Ein solches Produkt heißt gelegentlich Nullprodukt. Das Nullelement 0 ist wegen seiner absorbierenden Wirkung bei der Multiplikation selbst ein trivialer Nullteiler. Nullprodukte mit einem bereits bekannten Faktor 0 werden für die Definition nicht herangezogen.

In einem möglicherweise nichtkommutativen Ring unterscheidet man: a ist ein Linksnullteiler, wenn es ein b ≠ 0 mit ab = 0 gibt, und ein Rechtsnullteiler, wenn es ein b ≠ 0 mit ba = 0 gibt. Ein zweiseitiger Nullteiler ist beides. Entsprechend ist ein Links- oder Rechtsnichtnullteiler kein Nullteiler der jeweiligen Seite; ein zweiseitiger Nichtnullteiler ist weder Links- noch Rechtsnullteiler und heißt auch reguläres Element.

In kommutativen Ringen stimmen Links- und Rechtsbegriffe überein. Von 0 verschiedene Nullteiler heißen echte Nullteiler; dann sind beide Faktoren des Nullprodukts von 0 verschieden. Ein Ring ohne echte Links- und Rechtsnullteiler heißt nullteilerfrei. Ein kommutativer, nullteilerfreier Ring mit Einselement 1 ≠ 0 heißt Integritätsring.

Satz vom Nullprodukt

In einem nullteilerfreien Ring gilt: Aus ab = 0 für a, b ∈ R folgt a = 0 oder b = 0. Diese Aussage heißt besonders in der Schulmathematik Satz vom Nullprodukt. Sie gilt insbesondere für reelle Zahlen und ermöglicht das Lösen von Gleichungen, wenn sich ein Produkt gleich 0 setzen lässt.

Anwendung auf eine Gleichung

Für 2x² − 6x = 0 erhält man durch Ausklammern die äquivalente Gleichung 2x(x − 3) = 0. Da mit reellen Zahlen gerechnet wird, folgt nach dem Satz vom Nullprodukt: 2x = 0 oder x − 3 = 0. Die Lösungen sind daher x₁ = 0 und x₂ = 3.

Wichtige Beispiele

Der Ring ℤ der ganzen Zahlen ist nullteilerfrei. Dagegen enthält ℤ² mit komponentenweiser Addition und Multiplikation die Nullteiler (0,1) und (1,0), denn (0,1)·(1,0) = (0,0).

Jeder Körper ist nullteilerfrei, weil jedes von 0 verschiedene Element ein multiplikatives Inverses besitzt. Der Restklassenring ℤ/6ℤ hat die Nullteiler 2, 3 und 4, da 2·3 ≡ 4·3 ≡ 0 mod 6. Allgemein ist ℤ/nℤ für n > 1 genau dann nullteilerfrei und sogar ein Körper, wenn n eine Primzahl ist. Auch der Polynomring K[x] über einem beliebigen Körper K ist nullteilerfrei.

Im Ring der reellen 2×2-Matrizen sind beispielsweise die Matrizen ((1,1),(2,2)) und ((1,1),(-1,-1)) Nullteiler, weil ihr Produkt die Nullmatrix ist. Allgemein sind in einem Matrizenring über einem Körper oder Integritätsring genau die Matrizen mit Determinante 0 Nullteiler. Obwohl Matrizenmultiplikation nicht kommutativ ist, besteht dabei kein Unterschied zwischen Links- und Rechtsnullteilern.

Zusammenhang mit Kürzen und Inversen

Ein von 0 verschiedenes Element ist genau dann ein Links-, Rechts- oder zweiseitiger Nichtnullteiler, wenn es links-, rechts- beziehungsweise zweiseitig kürzbar ist.

In einem Ring mit Einselement kann ein echter Links- oder Rechtsnullteiler nicht invertierbar sein, also keine Einheit sein. Ist etwa a ≠ 0 ein Linksnullteiler mit ab = 0 und wäre ca = 1, dann folgte b = (ca)b = c(ab) = c·0 = 0; das widerspricht b ≠ 0. Ein Linksnullteiler hat kein Linksinverses, kann aber ein Rechtsinverses haben; für Rechtsnullteiler gilt dies entsprechend. Ein zweiseitiger Nullteiler hat kein Inverses.

Ist a ein Linksnullteiler, dann ist ba für jedes b ebenfalls ein Linksnullteiler oder gleich 0. Das Produkt ab muss dagegen weder ein Links- noch ein Rechtsnullteiler sein.

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