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Nordisch-Baltische Acht

Nordic-Baltic Eight (NB8) ist ein regionales Kooperationsformat, an dem Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen und Schweden …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und Entwicklung
  3. 3. Koordinierung und Schwerpunkte
  4. 4. Zusammenarbeit innerhalb der EU
  5. 5. Weitere internationale Formate

Überblick und Bedeutung

Die Nordisch-Baltische Acht, auf Englisch Nordic-Baltic Eight (NB8), ist ein regionales Kooperationsformat von acht Staaten in Nordeuropa: Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen und Schweden. Die Region umfasst nach den Angaben im Artikel eine Fläche von 1.435.000 km², eine Bevölkerung von 33.600.000 Menschen und ein Bruttoinlandsprodukt von insgesamt 2,0 Billionen US-Dollar, also 60.000 US-Dollar pro Kopf.

NB8 dient dazu, regionale Fragen und aktuelle internationale Themen zwischen nordischen und baltischen Ländern regelmäßig zu besprechen. Dazu finden Treffen von Premierministern, Parlamentspräsidenten, Außenministern, Fachministern, Staatssekretären und politischen Direktoren der Außenministerien statt. Außerdem gibt es Expertenkonsultationen. Das Format verbindet Länder mit unterschiedlichen Sprachzweigen in Nordeuropa, darunter nordgermanische Sprachen in Färöer, Island und Skandinavien, Finnisch in Finnland und Estland sowie baltische Sprachen in Lettland und Litauen.

Entstehung und Entwicklung

Die Länder der Region sind historisch seit Jahrhunderten durch gegenseige Beziehungen verbunden. Besonders wichtig war dabei der Handel. Die engste moderne Verbindung entstand jedoch in den 1990er Jahren, als die baltischen Staaten ihre Unabhängigkeit wiedererlangten und sich stärker in europäische und transatlantische Strukturen integrierten.

Der Nordische Rat nahm erstmals um 1989 Kontakt zu baltischen Parlamentariern auf. Die offizielle Zusammenarbeit begann im November 1991, als der Nordische Rat an der konstituierenden Sitzung der Baltischen Versammlung in Tallinn teilnahm. 1992 wurde ein formelles Kooperationsabkommen zwischen dem Nordischen Rat und der Baltischen Versammlung unterzeichnet.

Die nordischen Länder unterstützten die Unabhängigkeit der baltischen Staaten besonders stark. Sie gehörten später zu den ersten Staaten, die ihre Grenzen öffneten und visumfreie Regelungen mit den baltischen Staaten einführten. Außerdem halfen sie den baltischen Staaten bei der Vorbereitung auf die Integration in die Europäische Union und die NATO. Die Zusammenarbeit fand auf mehreren Ebenen statt: zwischen Politikern, Beamten und Zivilgesellschaften.

Anfangs wurde das Format als „5+3“ bezeichnet, also fünf nordische Länder plus drei baltische Staaten. Am 30. August 2000 beschlossen die Außenminister der baltischen und nordischen Länder bei einem Treffen in Middelfart in Dänemark, dass die Ministertreffen künftig „NB8“ heißen sollen.

Koordinierung und Schwerpunkte

Die Koordinierung der NB8 wurde früher von dem Land übernommen, das im jeweiligen Jahr den Vorsitz im Nordischen Ministerrat hatte. Seit 2008 sind auch die baltischen Staaten an der Koordinierung der Zusammenarbeit der Außenministerien der NB8 beteiligt. Das koordinierende Land plant Sitzungen, richtet Treffen verschiedener Beteiligter und Ebenen im NB8-Format aus und veröffentlicht jedes Jahr einen Fortschrittsbericht.

Der im Artikel genannte Koordinierungsplan reicht von Estland 2008 bis Dänemark 2025. Genannt werden unter anderem Island 2009, Lettland 2010, Finnland 2011, Litauen 2012, Schweden 2013, Estland 2014, Dänemark 2015, Lettland 2016, Norwegen 2017, Schweden 2018, Island 2019, Estland 2020, Finnland 2021, Litauen 2022, Lettland 2023, Schweden 2024 und Dänemark 2025.

2013 lag die Koordinierung bei Schweden. Die Schwerpunkte waren die Östliche Partnerschaft und die gemeinsame NB8-Agenda vor dem EU-Gipfel in Vilnius im November 2013 sowie die Zusammenarbeit im Bereich Energie, besonders die Beobachtung energiebezogener Themen in anderen Foren. 2015 setzte Dänemark als Koordinator Prioritäten bei Energiesicherheit, Medien in Bezug auf russischsprachige Menschen, dem russisch-ukrainischen Krieg und der Östlichen Partnerschaft.

Zusammenarbeit innerhalb der EU

Seit dem 1. Mai 2004 sind sechs nordische und baltische Länder Mitglieder der Europäischen Union: Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Lettland und Litauen. Diese sechs Staaten bilden im Artikel das Format NB6.

Die NB6 treffen sich informell zu EU-Themen. Die Premierminister kommen regelmäßig am Vorabend von Ratstagungen zusammen. Auch die Außenminister dieser sechs Länder treffen sich vor den Sitzungen des Rates „Allgemeine Angelegenheiten“ und des Rates für Auswärtige Angelegenheiten. Ziel ist die Abstimmung über EU-Fragen innerhalb der nordisch-baltischen EU-Mitgliedstaaten.

Weitere internationale Formate

Neben NB8 und NB6 nennt der Artikel mehrere weitere Formate. Die Verstärkte Partnerschaft in Nordeuropa, abgekürzt e-PINE, wurde 2003 ins Leben gerufen. In diesem Rahmen treffen sich die NB8 und die politischen Direktoren der Außenministerien der Vereinigten Staaten. Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf drei Hauptbereiche: kooperative Sicherheit, gesunde Gesellschaften und dynamische Volkswirtschaften.

Das Northern Future Forum ist ein jährliches informelles Treffen von Premierministern, politischen Entscheidungsträgern, Unternehmern und Wirtschaftsführern aus den NB8-Ländern und dem Vereinigten Königreich. Es hieß ursprünglich UK-Nordic-Baltic Summit. Der Name Northern Future Forum wurde beim zweiten Treffen in Stockholm eingeführt. Treffen fanden in London (2011), Stockholm (2012), Riga (2013), Helsinki (2014) und Reykjavik (2015) statt. Eine Veranstaltung in Stavanger, Norwegen, war für 2016 geplant, wurde aber verschoben und fand schließlich 2018 statt.

Auch mit der Visegrad-Gruppe gibt es regelmäßige Kontakte. Zur Visegrad-Gruppe gehören die Tschechische Republik, Ungarn, Polen und die Slowakei. Die Außenminister der NB8 und der Visegrad-Gruppe treffen sich seit 2013 jährlich. Das erste Treffen fand in Danzig in Polen statt, weitere Treffen folgten 2014 in Narva in Estland, 2015 in Štrbské Pleso in der Hohen Tatra in der Slowakei und 2016 in Jūrmala in Lettland. Das 8. Jahrestreffen wurde am 3. Juni 2020 als Videokonferenz abgehalten.

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