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Ninetet (Yoshi’s) 1997 Vol. 3

Ninetet (Yoshi's) 1997 Vol. 3 ist ein Musikalbum von Anthony Braxton. Die am 21. August 1997 live im Jazzclub Yoshi's in Oakland (Kalifornien) entstandenen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Album und Einordnung
  2. 2. Entstehung und musikalischer Rahmen
  3. 3. Besetzung und Instrumente
  4. 4. Titelfolge
  5. 5. Kritische Bewertung

Album und Einordnung

„Ninetet (Yoshi’s) 1997 Vol. 3“ ist ein Livealbum des US-amerikanischen Multiinstrumentalisten und Komponisten Anthony Braxton. Es verbindet Jazz mit Neuer Improvisationsmusik und dokumentiert ein vollständiges Konzert seines Ninetetts, also eines Ensembles aus neun Musikern. Die Aufnahme entstand am 21. August 1997 im Jazzclub Yoshi’s in Oakland, Kalifornien, und wurde 2005 von Leo Records veröffentlicht.

Das Album erschien als Doppel-CD und als Download. Es enthält zwei ausgedehnte Kompositionen mit einer Gesamtlänge von 1:51:01. Produzenten waren Anthony Braxton und Leo Feigin.

Entstehung und musikalischer Rahmen

Im August 1997 gastierte Braxtons Ninetett sechs Tage hintereinander im historischen Jazzclub Yoshi’s. An jedem Abend spielte die Gruppe zwei Sets von jeweils knapp einer Stunde. Das Programm umfasste zwölf damals unveröffentlichte Werke Braxtons: die Kompositionen Nr. 207 bis Nr. 218.

„Ninetet (Yoshi’s) 1997 Vol. 3“ ist der dritte von Leo Records veröffentlichte Band mit Aufnahmen aus dieser Konzertwoche. Er enthält das gesamte Konzert vom 21. August 1997: „Composition No. 211“ und „Composition No. 212“. Die Aufnahmen werden der Phase von Braxtons Ghost Trance Music, kurz GTM, zugeordnet. Die Rezensionen beschreiben diese Musik als Verbindung eines beständigen Pulses und einer klaren, beinahe mathematischen Grundstruktur mit großer kollektiver Freiheit und Abweichungen von der Hauptpartitur.

Besetzung und Instrumente

Das Ninetett bestand aus Anthony Braxton, Jackson Moore, James Fei, J. D. Parran, Andre Vida, Brandon Evans, Joe Fonda, Kevin Norton und Kevin O’Neil. Charakteristisch ist die große Vielfalt der Klangfarben, weil besonders die Bläser mehrere Instrumente verwenden.

Braxton spielt Es- und F-Altsaxophon, Sopransaxophon, C-Melody-Saxophon, Flöte, B-Klarinette, Bassklarinette und Kontrabassklarinette. Moore ist auf Es-Altsaxophon und B-Klarinette zu hören; Fei auf Es-Altsaxophon, Sopransaxophon und Bassklarinette. Parran spielt Sopransaxophon, Basssaxophon und Flöte. Vida verwendet Tenor-, Alt-, Sopran- und Baritonsaxophon, Evans Tenor-, Sopran- und Sopraninosaxophon sowie Bassklarinette und Flöte.

Die übrige Besetzung umfasst Joe Fonda am Bass, Kevin Norton an Schlagzeug, Marimba, Perkussion und Vibraphon sowie Kevin O’Neil an der E-Gitarre.

Titelfolge

Das Album erschien bei Leo Records unter der Katalognummer CD LR 420/421. Beide Werke wurden von Anthony Braxton komponiert:

• „Composition No. 211“ – 55:28

• „Composition No. 212“ – 55:33

Kritische Bewertung

François Couture bewertete das Album bei Allmusic mit vier Sternen. Er sah in Braxtons Ninetett aufgrund der wechselnden Arrangements, der musikalischen Qualität und der Kreativität eine besonders bedeutende Formation aus der Ära der Ghost Trance Music. Die gesamte Reihe von „Composition No. 207“ bis „Composition No. 218“ bezeichnete er als eines der wichtigsten Dokumente dieser Musik.

Als auffälligsten Unterschied zwischen den beiden Stücken hob Couture Kevin Nortons Einsatz hervor: In „Composition No. 211“ spielt Norton ausschließlich Marimba und Vibraphon, in „Composition No. 212“ dagegen hauptsächlich Schlagzeug. Couture hielt das erste Werk für stärker. Zeitweise bilden Braxton, Brandon Evans und J. D. Parran darin ein Flötentrio; gemeinsam mit Nortons Vibraphon entstehen ungewöhnlich weiche Klangfarben. Ein gleichmäßiger Puls sorge für eine starke hypnotische Wirkung. Nach Coutures Einschätzung erreicht die Gruppe hier eine Komplexität, Souveränität und vermutlich auch Leichtigkeit, die an den vorherigen Abenden erst angedeutet worden seien.

„Composition No. 212“ bewertete Couture etwas schwächer, weil dem Bläserensemble an einigen wichtigen Stellen das Zusammenspiel fehle. Positiv erwähnte er jedoch ein Basssaxophon-Solo von J. D. Parran, besonders kühne Abweichungen von der Hauptpartitur und das sanfte Finale. Dieses unterscheide sich von der üblichen GTM-Praxis, ein Stück mitten in einem Staccato-Tutti abrupt zu beenden. Außerdem lobte er Steve Days Hörtagebuch als klare und unterhaltsame Einordnung von Braxtons Musik.

Die italienische Redaktion von All About Jazz verglich die Bedeutung des im Yoshi’s aufgenommenen Materials für Braxtons Schaffen der 1990er Jahre mit den drei England-Alben seines „klassischen“ Quartetts mit Marilyn Crispell, Gerry Hemingway und Mark Dresser für die 1980er Jahre. Beide Projekte seien von einem enzyklopädischen Geist und einer Atmosphäre des Neuanfangs geprägt. Die sechs Doppelalben der Yoshi’s-Reihe hätten eine herausragende Bedeutung in Braxtons Laufbahn. Die Redaktion beschrieb die Musik als scheinbar ungeordnet, zugleich aber von einer klaren mathematischen Formel durchzogen sowie von einer umfassenden kollektiven Qualität geprägt.

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