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Neues Ökonomisches System der Planung und Leitung
Das am 15. Juli 1963 beschlossene Neue Ökonomische System der Planung und Leitung (NÖS oder NÖSPL) war ein staatliches Programm zur Reform der …
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Ziel und Grundidee
Das Neue Ökonomische System der Planung und Leitung (NÖS oder NÖSPL) war ein am 15. Juli 1963 beschlossenes staatliches Programm zur Reform der Planwirtschaft in der DDR. Es sollte die Wirtschaftsplanung verändern, indem Betriebe dezentraler, also eigenständiger, handeln konnten. Zugleich waren Leistungsboni für Arbeiter vorgesehen. Die Reform wird als wirtschaftlich erfolgreich beschrieben; 1964 stieg die Arbeitsproduktivität um sieben Prozent.
Entwicklung und Ende der Reform
Das NÖS wurde ab 1963 maßgeblich von Erich Apel, Günter Mittag, Wolfgang Berger, Helmut Koziolek und Herbert Wolf entwickelt. Der VI. Parteitag der SED unter Walter Ulbricht billigte es im Januar 1963, obwohl es in der SED umstritten war. Die Richtlinien beschloss die Wirtschaftskonferenz des ZK der SED am 24. und 25. Juni 1963; der Staatsrat der DDR genehmigte sie am 15. Juli.
Ab 1967 wurden die Reformen verändert und als Ökonomisches System des Sozialismus (ÖSS) bezeichnet. NÖSPL und ÖSS stärkten jedoch dezentrale Einheiten wie Betriebsleitungen gegenüber der Zentralverwaltung und Ökonomen gegenüber Politfunktionären. Innerhalb der SED wurde dies kritisiert, weil der absolute Machtanspruch der Partei gefährdet schien. Auch die Sowjetunion unter Leonid Iljitsch Breschnew betrachtete die Reformen kritisch, obwohl sie an Lenins Ideen zur Neuen Ökonomischen Politik (NÖP) angelehnt waren.
Die Wirtschaftspolitik trug dazu bei, dass Erich Honecker 1971 mit Unterstützung der Sowjetunion Walter Ulbricht ablöste. Der VIII. Parteitag der SED leitete anschließend mit Honeckers Leitlinie der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik einen Kurs ein, der die Reformen rückgängig machte.