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Nestorianische Stele
... Religion des Lichts aus Daqin in China“), nach einer alten Bezeichnung für den Ort Xi'an in der Provinz Shaanxi auch Stele von Sianfu genannt, ist eine …
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Bedeutung und historischer Zusammenhang
Die sogenannte Nestorianische Stele ist eine 781 während der Tang-Dynastie errichtete Gedenkstele. Ihr chinesischer Name 大秦景教流行中国碑 bedeutet „Stele zur Verbreitung der Religion des Lichts aus Daqin in China“. Nach einer alten Bezeichnung für Xi’an wird sie auch Stele von Sianfu genannt. Sie ist eine wichtige Quelle für das Wirken früher christlicher Missionare und die Entstehung christlicher Gemeinschaften in China.
Die Inschrift wurde im Namen der Assyrischen Kirche des Ostens verfasst, die auch Nestorianische Kirche genannt wird. Sie erinnert an die Ankunft der ersten Missionare ungefähr anderthalb Jahrhunderte vor der Errichtung der Stele. Bei ihnen handelte es sich anscheinend vor allem um christliche Perser. Sie suchten aus dem untergehenden Sassanidenreich kommend im Osten Zuflucht vor den muslimischen Arabern.
Der Text berichtet, dass die Kirche im Jahr 635 zunächst durch den Tang-Kaiser Taizong anerkannt wurde. Außerdem dokumentiert er die Verbreitung christlicher Gemeinschaften an verschiedenen Orten Nordchinas. Die Kirche bezeichnete sich in China als „Religion des Lichts aus Daqin“. Daqin war bereits seit der Han-Zeit eine chinesische Bezeichnung für das Römische Reich.
Gestalt und Inhalt der Inschrift
Die Stele besteht aus einer fast drei Meter hohen und knapp einen Meter breiten Kalksteinplatte. An ihrer Spitze befindet sich ein Kreuz. Oben stehen neun chinesische Schriftzeichen mit dem Titel „Stele zur Verbreitung der Religion des Lichts von Daqin in China“.
Die Stele wurde 781 entweder in der damaligen Hauptstadt Chang’an, dem heutigen Xi’an, oder im nahe gelegenen Zhouzhi aufgestellt. Der Kalligraf, also der kunstvolle Schreiber der Zeichen, war Lü Xiuyan (呂秀巖). Verfasst wurde der Text vom nestorianischen Mönch Jingjing (景淨). Er verwendete den Vier- und Sechs-Schriftzeichen-Pianti-Stil. Die Inschrift umfasst insgesamt 1.756 chinesische Schriftzeichen sowie einige Zeilen mit 70 Wörtern in syrischer Schrift.
Gott wird in der Inschrift als „Wahre Majestät“ (真主) bezeichnet. Inhaltlich behandelt sie die Erschaffung der Welt, das Kreuz und die Taufe. Sie würdigt außerdem Missionare und Förderer der Kirche, von denen bekannt ist, dass sie 640 in China angekommen sind. Ein Namensregister führt christliche Priester auf; viele von ihnen waren persischer Herkunft.
Während der späten Ming-Dynastie wurde die Stele 1625 am Chongren-Tempel (崇仁寺) ausgegraben. Dort blieb sie anschließend einige Jahrhunderte lang untergebracht.
Bericht über die Ankunft Alopens
Ein wiedergegebener Ausschnitt der Inschrift erzählt von Alopen und seiner Aufnahme am chinesischen Kaiserhof. In der deutschen Fassung heißt es sinngemäß, in Syrien habe es einen Bischof namens Alopen gegeben. Er sei durch Not und Gefahr gereist und im neunten Jahr nach Cheng-Kuans in Chang’an angekommen. Der Kaiser habe ihn als Gast im Palast empfangen. Die Heilige Schrift sei in der kaiserlichen Bibliothek übersetzt und ihre Lehre vom Kaiser geprüft worden. Weil der Kaiser sie als recht und wahr erkannt habe, habe er ausdrücklich ihre Verbreitung angeordnet.
Diese deutsche Fassung ist laut Artikel nur „cum grano salis“, also mit Vorbehalt, als Übersetzung zu verstehen. Ihre Herkunft ist unbekannt, und sie wird ausdrücklich als stark verbesserungsbedürftig bezeichnet. Der Ausschnitt sollte daher nicht als zweifelsfreie oder genaue Übersetzung des chinesischen Originals behandelt werden.
Wiederentdeckung, Forschung und heutiger Standort
Die ersten Berichte über die Stele gelangten durch den Jesuitenmissionar Álvaro Semedo in den Westen. Athanasius Kircher veröffentlichte mithilfe von Michael Boym erstmals eine Übersetzung des Textes. Später beschäftigten sich unter anderem Alexander Wylie, Arthur Christopher Moule, P. Y. Saeki und Paul Pelliot wissenschaftlich mit der Inschrift.
Heute wird das Original im Museum Stelenwald von Xi’an ausgestellt. Ein öffentlich zugängliches Faksimile, also eine möglichst genaue Nachbildung, befindet sich im ersten Stock des Hauptgebäudes der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Hochauflösende Aufnahmen einer Steinabreibung sowie der Text bei Wikisource ermöglichen außerdem die Beschäftigung mit der Inschrift außerhalb des Museums.