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Neil deGrasse Tyson

Als Astrophysiker befasst er sich insbesondere mit Sternentwicklung, Zwerggalaxien und der Gestalt der Milchstraße. Er wurde einem breiten Publikum durch seinen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und wissenschaftliche Bedeutung
  2. 2. Frühe Jahre und Ausbildung
  3. 3. Forschung und öffentliche Tätigkeit
  4. 4. Ansichten, Ehrungen und Werke

Person und wissenschaftliche Bedeutung

Neil deGrasse Tyson (* 5. Oktober 1958 in New York City) ist ein US-amerikanischer Astrophysiker, Kosmologe, Hochschulprofessor, Wissenschaftsjournalist, Fernsehmoderator und Sachbuchautor. Als Astrophysiker erforscht er besonders die Sternentwicklung, Zwerggalaxien und die Gestalt der Milchstraße. Einem breiten Publikum wurde er vor allem durch seine Beteiligung an der Diskussion über Pluto bekannt.

Tyson vertritt bei der Einordnung von Himmelskörpern den Ansatz, nicht nur die Planeten zu zählen, sondern Objekte nach gemeinsamen Eigenschaften zu Gruppen zusammenzufassen. Dazu gehören die terrestrischen Planeten, die Gasplaneten sowie Pluto und ähnliche Objekte. 2006 bestätigte die Internationale Astronomische Union diese Einschätzung und klassifizierte Pluto als Zwergplanet.

Frühe Jahre und Ausbildung

Tyson wurde als zweites von drei Kindern in Manhattan geboren und wuchs in der Bronx auf. Seine Mutter Sunchita Feliciano Tyson war Gerontologin, sein Vater Cyril deGrasse Tyson Soziologe. Seit seinem neunten Lebensjahr interessierte er sich stark für Astronomie; mit 15 Jahren hielt er bereits Vorlesungen.

Von 1972 bis 1976 besuchte er die Bronx High School of Science mit dem Schwerpunkt Astrophysik. Dort war er Kapitän des Ringerteams und Chefredakteur des schulischen Physikjournals. Obwohl Carl Sagan ihn für die Cornell University gewinnen wollte, begann Tyson ein Physikstudium in Harvard und erwarb dort 1980 den Bachelorabschluss.

An der University of Texas in Austin studierte er anschließend Astronomie. 1983 schloss er das Masterstudium mit einer Arbeit über Sternentstehungsmodelle für Zwerggalaxien ab. 1989 erhielt er einen weiteren Master in Astrophysik. 1991 promovierte er bei Robert Michael Rich an der Columbia University mit der Dissertation Galactic Bulge – chemical evolution, abundances and structure.

Forschung und öffentliche Tätigkeit

Tysons Forschung umfasst Beobachtungen in der Kosmologie, der Sternentwicklung, der galaktischen Astronomie und der Sternentstehung. Er hatte zahlreiche akademische Positionen, unter anderem an der University of Maryland und der Princeton University. Seit 1996 leitet er das Hayden Planetarium am Naturhistorischen Museum in New York.

Seit 1995 schreibt Tyson eine Kolumne für das Magazin Natural History. In einer Kolumne prägte er den Begriff „Manhattanhenge“ für die beiden Tage im Jahr, an denen die Abendsonne in einer Linie mit den Querstraßen von Manhattan steht und der Sonnenuntergang durch das Straßennetz sichtbar ist. Aus seinen Essays für das Magazin entwickelte er außerdem ein Vorlesungsprogramm für The Great Courses.

George W. Bush nominierte Tyson 2001 für die Commission on the Future of the United States Aerospace Industry und 2004 für die President’s Commission on Implementation of United States Space Exploration Policy, auch „Moon, Mars and Beyond“ genannt. Kurz danach erhielt Tyson die NASA Distinguished Service Medal.

Tyson war Vizepräsident, Präsident und Vorsitzender der Planetary Society. Für den Public Broadcasting Service war er Chefredakteur und Moderator der Wissenschaftssendungen Origins (2004) und NOVA Science Now (2006/2007). Er ist Mitglied des Committee for Skeptical Inquiry und der American Astronomical Society. 2009 begann seine Radio-Talkshow StarTalk, die im Internet als Livestream und Podcast verfügbar ist.

2014 moderierte Tyson die Neuauflage von Carl Sagans Unser Kosmos. Die erste Folge wurde am 9. März 2014 beim US-amerikanischen Fernsehsender FOX unter dem Titel Unser Kosmos: Die Reise geht weiter ausgestrahlt. 2015 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt, 2021 in die American Philosophical Society.

Ansichten, Ehrungen und Werke

Tyson kritisiert das Konzept des Intelligent Design, weil es seiner Ansicht nach den Fortschritt der Naturwissenschaft behindert. Er definiert sich selbst als Agnostiker. Auf die Frage nach Gott oder einer höheren Macht verwies er darauf, dass religiöse Vorstellungen häufig die Gutartigkeit dieser Macht betonen, während das Universum viele Wege enthalte, Menschen zu töten; beides sei für ihn nur schwer miteinander vereinbar. Ausführlich behandelte er Religion und Spiritualität in den Essays The Perimeter of Ignorance und Holy Wars. Außerdem war er Augenzeuge des Terroranschlags auf das World Trade Center am 11. September 2001 und schrieb einen Bericht über seine Beobachtungen.

Zu seinen Ehrungen gehören die NASA Distinguished Public Service Medal, neunzehn Ehrendoktorwürden, die Benennung des Asteroiden (13123) Tyson, der American Institute of Physics 2005 Science Writing Prize für In the Beginning, die Medal of Excellence der Columbia University sowie die Aufnahme in die Liste Time 100 der einflussreichsten Persönlichkeiten 2007 und in Discover: 50 Naturwissenschaftler 2008.

Zu seinen Büchern zählen unter anderem Merlins Reise durch das Universum (1997), The Sky Is Not the Limit Adventures of an Urban Astrophysicist (2000), One Universe: At Home in the Cosmos (2000, mit Charles Liu und Robert Irion), Origins: Fourteen Billion Years of Cosmic Evolution (2005, mit Donald Goldsmith), Death By Black Hole, And Other Cosmic Quandaries (2007), The Pluto Files (2009), Space Chronicles (2012), Das Universum für Eilige (2018) und Accessory to War (2018, mit Avis Lang). Außerdem veröffentlichte er 1991 seine Dissertation A Study of the Abundance Distributions Along the Minor Axis of the Galactic Bulge.

Im Fernsehen und Film wirkte Tyson unter anderem an den Dokumentarreihen Unser Kosmos: Die Reise geht weiter (2014) und Geheimnisse des Universums (2007) mit. Weitere Auftritte hatte er in Stargate Atlantis, The Big Bang Theory, Willkommen in Gravity Falls, Zoolander 2, Batman v Superman: Dawn of Justice, Ice Age 5 – Kollision voraus!, Brooklyn Nine-Nine und Sharknado 6: The Last One (2018).

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