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Nambiar

Nambiar (auch Nambiyar oder Nambier geschrieben) ist eine indische Jati (Unterkaste). Sie gehört zur Varna der Kshatriya aus der Region Malabar im Norden …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Einordnung
  2. 2. Herkunft und Dynastien
  3. 3. Gesellschaftliche Stellung
  4. 4. Traditionen
  5. 5. Ambalavasi-Nambiar
  6. 6. Name außerhalb Indiens

Einordnung

Nambiar, auch Nambiyar oder Nambier geschrieben, bezeichnet eine indische Jati, also eine Unterkaste. Sie wird der Varna der Kshatriya zugeordnet und stammt aus der Region Malabar im Norden des südindischen Bundesstaates Kerala. Der Name wird außerdem für eine zahlenmäßig kleinere Gruppe innerhalb der Ambalavasi-Brahmanen-Kaste verwendet.

Die Kshatriya Nambiar sind mit Malayalam als Sprache und Hinduismus als Religion verbunden. In der gesellschaftlichen Einordnung gelten sie als hochstehende Kaste und werden noch heute zum indischen Adel gezählt.

Herkunft und Dynastien

Die Nambiaren wanderten vermutlich zwischen dem 2. und dem 7. Jahrhundert zusammen mit Angehörigen der Nambudiri nach Kerala ein. Der Artikel betont, dass sie andere Gewohnheiten und Traditionen als indigene Keralesen haben, ihre Gewohnheiten aber denen der Menschen in Nordindien auffallend ähnlich seien.

Der Ursprung des Namens „Nambiar“ wird als mögliche Verbindung aus „Nair“ und „Nambudiri“ erklärt. Die Kshatriya Nambiar werden der Nagavanshi- oder Schlangen-Dynastie zugeordnet. Zugleich können sie auch mit anderen Rajputen-Dynastien verbunden sein, etwa Suryavanshi, der Solar-Dynastie, Chandravanshi, der Mond-Dynastie, oder Agnivanshi, der Feuer-Dynastie.

Gesellschaftliche Stellung

Nambiaren werden als Kiriyathil-Nayars klassifiziert. Wegen der Wanderungen gilt diese Zugehörigkeit aus kulturhistorischer Sicht jedoch nicht als sicher.

Traditionell erhielten Angehörige der Nambiar eine formelle Ausbildung, die früher nur Mitgliedern höherstehender Kasten vorbehalten war. Die Kaste ist eng mit Kalarippayat verbunden, einer frühen Form der traditionellen indischen Kampfkunst.

In der Vergangenheit waren die Nambiar als gesellschaftlich hochstehende Kaste sehr einflussreich. Ein großer Teil dieses Einflusses ging laut Artikel durch britische Kolonialrichtlinien und muslimische Invasionen in der Zeit der Sultanate verloren. In Tempeln des Gottes Ayyappan oder in Häusern der Nambudiri führen Nambiar das Ritualdrama Ayyappan tiyatta auf.

Traditionen

Einige frühere Traditionen der Nambiar werden heute nicht mehr praktiziert. Dazu gehören die matrilineare Erbfolge, also eine Erbfolge über die mütterliche Linie, und die Vetternehe, also die Heirat unter Verwandten.

Die Vetternehe wurde fast vollständig aufgegeben, vor allem wegen des genetischen Risikos. Vor drei Generationen war sie noch weit verbreitet. Ihr Zweck bestand darin, den gesellschaftlichen Status quo zu sichern und fürstlichen Besitz innerhalb der Familie zu erhalten.

Ambalavasi-Nambiar

Einige Mitglieder der Ambalavasi-Kaste nahmen ebenfalls den Namen „Nambiar“ an, obwohl keine unmittelbare kulturelle Verbindung zu den Kshatriya Nambiar besteht. Der Grund liegt in der Bedeutung des Namens: „Nambiar“ entspricht im Sanskrit „Panivada“. „Pani“ bedeutet „Hände“, und „vada“ wird von „vadanam“, „spielen“, abgeleitet. Gemeint ist also „der mit den Händen spielt“.

Die Ambalavasi übernehmen Aufgaben im Tempeldienst. Dazu gehört das rituelle Spiel der Trommel Mizhavu mit der Hand bei Zeremonien des Kutiyattam und Kuthu im Kuthambalam-Theater. Weibliche Nambiar übernehmen darstellende Rollen im Tempeldienst des Kuthambalam und heißen Nangyaramma; sie gehören der Kaste der Chakyar an.

Ursprünglich durften nur Angehörige der Kasten Nambuthiri, Nambiar oder Unnithan im Tempeldienst helfen. Erst später wurde dieses Amt auf die Ambalavasi übertragen. Traditionsgemäß waren Mitglieder der Ambalavasi-Kaste Sanskrit-Gelehrte. Als bekannte Beispiele nennt der Artikel den Malayalam-Satiredichter Kunchan Nambiar und Rama Panivada.

Name außerhalb Indiens

Der Name Nambiar kommt auch außerhalb Indiens vor, insbesondere in der englischen Grafschaft Suffolk innerhalb der Adelsfamilie der Lord of the Manor. Diese Verwendung hat laut Artikel keinen Bezug zur indischen Jati oder zu den Nambiar im Tempeldienst.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurde der Name in vielen Varianten durch die große Migration von Europa an die Ostküste Nordamerikas weitergetragen. Er verbreitete sich vor allem an der östlichen Meeresküste von Neufundland, Maine, Virginia und auf Inseln. Frühe Siedler trugen Varianten wie Nanby, Nanbie, Namby und Nambie.

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