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Music Production Center
Music Production Center (MPC) bezeichnet eine Serie von Samplern- und Sequenzern- bzw. Drumcomputern des japanischen Elektronikherstellers Akai.
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Grundidee und Arbeitsweise
Das Music Production Center, meist MPC oder Akai MPC genannt, ist eine Serie von Samplern, Sequenzern und Drumcomputern des japanischen Elektronikherstellers Akai. Ein Sampler nimmt kurze Klangstücke, sogenannte Samples, auf und spielt sie wieder ab. Ein Sequenzer speichert und ordnet musikalische Abläufe. Ein Drumcomputer dient vor allem zum Erzeugen und Programmieren von Schlagzeug- und Rhythmusklängen.
Die Geräte waren vor der MPC 1000 unter dem Namen MIDI Production Center bekannt. MIDI ist ein Steuerstandard für elektronische Musikinstrumente. Weil die Geräte technisch anspruchsvoller wurden und immer besser mit Audiomaterial umgehen konnten, waren sie nicht mehr nur klassische MIDI-Sequenzer. Deshalb wurde die Reihe in Music Production Center umbenannt.
Die MPC ist besonders im Hip-Hop wichtig. Charakteristisch sind 16 dynamische und anschlagsempfindliche Pads. Mit diesen Tasten lassen sich Drum-Sounds und Samples einspielen; sie reagieren darauf, wie stark man sie anschlägt. Die Geräte arbeiten patternorientiert: Musik wird in wiederholbaren Mustern, sogenannten Patterns, aufgebaut. Das Grundkonzept der MPC 60 und MPC 60 II wurde von Roger Linn entwickelt.
Frühe Modelle und Klangcharakter
Die MPC 60 kam 1988 auf den Markt und gilt als ältestes Gerät und Kultgerät der Reihe. Ihr flüchtiger Arbeitsspeicher beträgt standardmäßig 750 Kilobyte und kann mit einer Spezialplatine auf 1,5 Megabyte erweitert werden. Samples werden in Mono mit 40 kHz Samplerate und 12 Bit non-linearer Auflösung aufgezeichnet. Die Klangqualität liegt damit deutlich unter der einer CD. Maximal lassen sich 5 Sekunden aufnehmen.
Zur Zeit ihrer Veröffentlichung wurde die MPC 60 als moderner Standard genutzt und war an der Entstehung und Entwicklung damaliger Musikstile beteiligt. Ihr Eigenklang wird heute oft als „schmutzig“ beschrieben. Dieser Klang prägte die Musik der Zeit so stark, dass spätere Klangmodule und Software Effekte einsetzen, die durch Verringerung von Samplerate und Bitbreite einen ähnlichen Klang erzeugen. Solche Effekte werden etwa „LoFi“, „Bit reducer“ oder „Bit grunger“ genannt.
Die MPC 60 II erschien 1991. Sie basiert technisch auf der MPC 60, besitzt aber ein vollständig anderes Gehäuse und zusätzlich einen Kopfhörerausgang an der Vorderseite. Die technischen Details entsprechen der MPC 60.
Die MPC 3000 erschien 1994. Sie ist ein sehr seltenes Modell mit besser ausbaubarem Speicher bis zu 32 MB, deutlichen Firmwareverbesserungen und einem besser ablesbaren Display als die MPC 60 mk1. Das Betriebssystem OS 3.10 war auch für die MPC 60 nachrüstbar.
Ausbau der klassischen Reihe
Die MPC 2000 kam 1997 auf den Markt. Sie konnte mit bis zu 32 MB RAM, einem Effektboard und acht Einzelausgängen nachgerüstet werden. Einzelausgänge erlauben es, verschiedene Spuren außerhalb der MPC getrennt weiterzuverarbeiten, was die Produktion flexibler macht. Außerdem konnten externe SCSI-Festplatten, Zip-Laufwerke oder Kartenleser angeschlossen werden. Ein internes Diskettenlaufwerk war serienmäßig vorhanden.
Die MPC 2000XL erschien 1999 und wird im Artikel als bisher populärstes MPC bezeichnet. Sie ist eine erweiterte Version der MPC 2000 und hat ein höhenverstellbares Display. Von ihr gab es mehrere Sondermodelle, die sich vor allem optisch unterschieden. Eine besondere Variante ist die MPC 2000XL MCD, die statt eines Diskettenlaufwerks einen internen Kartenleser besitzt.
Die MPC 4000 kam 2002 auf den Markt und wird als Flaggschiff der Reihe beschrieben. Sie besitzt ein sehr großes, gut lesbares Display und kann vollständig über einen angeschlossenen Computer verwaltet werden. Sie gilt im Artikel als leistungsstärkstes MPC der Baureihe, weil sie als einzige Samples mit 24 Bit und 96 kHz verarbeiten kann. Ihr Arbeitsspeicher ist bis zu 512 MB ausbaufähig.
Die MPC 2500 erschien 2005. In ihrer offiziellen Firmware wurden Funktionen wie Chop-Shop und Grid-Edit integriert. Chop-Shop bezeichnet das Zerteilen von Samples in einzelne Abschnitte; Grid-Edit ist eine Rasterbearbeitung musikalischer Ereignisse. Für die MPC 2500 gibt es ebenfalls das inoffizielle JJ OS, das manche Anwender wegen eines anderen Arbeitsflusses bevorzugen. Die nicht mehr hergestellte Special Edition hatte ein weißes Gehäuse, ein blaues Display und einen CD-Brenner.
Kompakte, mobile und leistungsstarke Varianten
Die MPC 1000 kam 2003 als erstes MPC mit kompakten Abmessungen auf den Markt. Sie wurde serienmäßig mit internem Compact-Flash-Kartenleser ausgeliefert und kann per USB als Massenspeicher an PC oder Mac angeschlossen werden. Dadurch lassen sich Samples schnell übertragen. Sie besitzt serienmäßig vier Einzelausgänge. Statt der klassischen quadratischen Pads hat sie rechteckige, etwas härtere Pads. Ab Werk verfügt sie über 16 MB RAM, der auf 128 MB erweitert werden kann. Mit einem Adapter kann außerdem eine interne Festplatte eingebaut werden.
Die MPC 1000 gibt es in einer blau/roten und einer schwarzen Variante. Technisch sind sie weitgehend identisch; die neuere schwarze Version besitzt weichere Pads mit zuverlässiger Sensortechnik älterer MPCs, ausgenommen die ersten Produktionsläufe dieser Version. Wichtig ist auch die inoffizielle Firmware JJ OS. Sie wurde maßgeblich von einem japanischen Programmierer geschrieben, der zuvor an Akai-Geräten mitgearbeitet hatte. JJ OS erweitert den Funktionsumfang der MPC 1000 auf den einer MPC 2500 und darüber hinaus. Der Artikel nennt den angeblichen Spitznamen des Programmierers „Japanese Jenius“, kurz JJ. Die Firmware gibt es in mehreren preislich abgestuften Versionen, darunter auch eine Variante für ein größeres Display mit 240 × 128 Bildpunkten.
Die MPC 500 erschien 2007 und war durch Batteriebetrieb das erste wirklich mobile Modell der Reihe. Wegen des kompakten Formats wurde die Pad-Anzahl von 16 auf 12 reduziert und das Display verkleinert. Auch das Betriebssystem hat weniger Funktionen. Es fehlen zum Beispiel AUDIO INPUT THRU und CHOP SHOP (SLICING), außerdem sind die Belegungsmöglichkeiten für den Q-Link Fader stark begrenzt.
Die MPC 5000 war ab 2009 das Spitzenmodell der Serie. Sie besitzt unter anderem einen eingebauten 24-stimmigen VA-Synthesizer, einen 8-Spur-Harddiskrekorder und ein größeres Display. Ein VA-Synthesizer erzeugt Klänge digital nach dem Prinzip analoger Synthese. Das Gerät wurde bereits in der Grundausstattung mit 64 MB Sample-RAM geliefert, erweiterbar auf 192 MB. Außerdem besitzt es ein eingebautes ADAT-Interface, das die digitale Übertragung von 8 Audio-Kanälen ermöglicht. Die Effekt-Ausstattung wurde gegenüber kleineren Modellen erweitert, und die Anzahl der Q-Link-Controller wurde gegenüber der MPC 2500 verdoppelt.
Touch-, Live- und X-Generation
Die MPC Touch erschien Ende 2015. Sie ist kein eigenständiges Produktionsgerät, sondern ein reiner Controller. Das bedeutet, dass zusätzlich ein Computer benötigt wird. Dieses Modell wird nicht mehr hergestellt.
Die MPC Live ist seit Frühjahr 2017 erhältlich. Sie kann wie frühere Modelle eigenständig genutzt werden, kann aber auch an einem Computer als Controller dienen. Durch eingebaute Lithium-Ionen-Akkus ist sie mobil einsetzbar. Sie besitzt ein 7-Zoll-Multi-Touch-Display.
Die MPC X ist seit Herbst 2017 auf dem Markt und wird im Artikel als aktuelles Spitzenmodell bezeichnet. Neu sind 8 CV/Gate-Ausgänge, mit denen sich modulare Synthesizer direkt anschließen lassen. CV/Gate bezeichnet Steuersignale für Tonhöhe und Auslösung in elektronischen Instrumenten. Die MPC X besitzt ein 10,1-Zoll-Multi-Touch-Display. Ihre 16 Q-Link-Controller haben jeweils ein kleines Display, das die aktuelle Funktion anzeigt.
Nutzung in der Musikpraxis
Der Artikel nennt zahlreiche bekannte Nutzerinnen und Nutzer der MPC, besonders aus Hip-Hop und elektronischer Musik. Dazu gehören unter anderem Pete Rock mit der MPC 2000 XL, Damu the Fudgemunk mit der MPC 2000, Marteria mit der MPC 2500 SE, Kanye West mit MPC 2000 und MPC 2000 XL, Torch mit MPC 2000 und MPC 2000 XL, DJ Premier mit MPC 60 MkII plus S-950, DJ Shadow mit MPC 60, J Dilla mit MPC 3000, Dr. Dre mit drei MPC 3000, Samy Deluxe und Mike Shinoda mit MPC 1000 sowie Kool Savas und Sido mit MPC 5000.
Die Liste zeigt, dass verschiedene Modelle der Reihe in vielen Produktionsumgebungen verwendet wurden. Besonders häufig erscheinen MPC 2000, MPC 2000XL, MPC 2500, MPC 3000, MPC 4000, MPC 5000 und MPC 1000. Für das Verständnis des Artikels ist daran vor allem wichtig: Die MPC ist nicht nur ein technisches Gerät, sondern wurde in der Praxis vieler bekannter Musikproduktionen eingesetzt und ist eng mit samplebasierter Musik verbunden.