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Mohel

Ein Mohel (Plural: Mohalim mask. bzw. Mohelot fem.) ist ein Fachmann, der die Brit Mila, die männliche Beschneidung nach jüdischer Sitte, vollzieht.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Bedeutung
  2. 2. Ausbildung und Anforderungen
  3. 3. Situation in Deutschland und Europa
  4. 4. Mohelbücher

Aufgabe und Bedeutung

Ein Mohel ist ein Fachmann, der die Brit Mila vollzieht. Brit Mila bedeutet die männliche Beschneidung nach jüdischer Sitte. Die männliche Form im Plural lautet Mohalim, die weibliche Mohelot. Der Mohel hat damit eine religiös und fachlich festgelegte Aufgabe innerhalb des jüdischen Lebens.

Ausbildung und Anforderungen

Die Ausbildung zum Mohel dauert mehrere Jahre. Sie kann zum Beispiel an großen Schulen in Israel stattfinden. Neben der fachlichen Ausbildung für die Brit Mila gelten hohe moralische Anforderungen: Aus jüdischer Sicht kann nur jemand Beschneidungen durchführen, der nachweislich einen tadellosen Lebenswandel hat und die halachischen Gebote einhält. Halacha bezeichnet das jüdische Religionsgesetz.

Situation in Deutschland und Europa

Nach Auskunft des Zentralrats der Juden in Deutschland praktizierten im Jahr 2012 in Deutschland vier Beschneider, die sowohl fachlich als auch religiös ausgebildet waren. Sie wurden im Ausland ausgebildet.

Auf europäischer Ebene gibt es seit 2013 die Union der Mohalim in Europa, auf Englisch Union of Mohalim in Europe, kurz UME. Sie hat ihren Sitz in Wien. Ihr Präsident ist der Wiener Rabbiner Schlomo Hofmeister.

Mohelbücher

Viele Mohalim tragen bis heute die Namen und Geburtsdaten der Jungen, die sie beschnitten haben, in ein kleines sogenanntes Mohelbuch ein. Solche Bücher sind heute wichtige Dokumente für die genealogische Forschung, also für die Erforschung von Familiengeschichte und Abstammung. Zunehmend werden diese Notizen auch digital erfasst.

Ein genanntes Beispiel ist ein Mohelbuch aus Hegenheim in Frankreich, das zwischen 1805 und 1849 datiert wird und sich heute in der Sammlung des Jüdischen Museums der Schweiz befindet.

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