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Die Beschneidung (Bellini)
Die Beschneidung ist ein Ölgemälde, das um 1500 in der Schule des italienischen Malers Giovanni Bellini entstand. Es ist in der Nationalgalerie in London …
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Werk und dargestellte Szene
„Die Beschneidung“ ist ein Ölgemälde aus der Schule des italienischen Malers Giovanni Bellini, das um 1500 entstand. Es misst 75 × 102 cm und wird in der National Gallery in London ausgestellt.
Dargestellt ist die Beschneidung Jesu acht Tage nach seiner Geburt, wie sie im Lukasevangelium 2,21 genannt wird. Der dunkle Hintergrund lässt den genauen Ort der Handlung offen. Ungewöhnlich an der Bildgestaltung ist, dass das Kind nicht – wie sonst üblich – auf dem Knie des Sandaq sitzt. Es hat die Fäuste geballt; dies scheint seine Entschlossenheit auszudrücken, den blutigen Eingriff mutig zu ertragen.
Figuren und Bilddetails
Hinter einem Altar stehen Männer und Frauen getrennt voneinander. Links befinden sich der Hohepriester sowie ein bärtiger Mann mit weißen Handschuhen, der den lichtreflektierenden Umhang des sogenannten Mohels hält. Der Hohepriester beugt sich über den Tisch. Sein Bart fällt zwischen seine Hände, die an der Leiste des Jesuskindes liegen. Er konzentriert sich auf die Operation und beschneidet mit den Fingern die Vorhaut des Säuglings; das Messer ist nicht sichtbar.
Zwischen Hohepriester und Kind steht Joseph mit rotem Gewand, Bart und kurzen Haaren. Das nackte Jesuskind liegt in der Bildmitte auf einem blauen Kissen; sein Kopf ist nach hinten geneigt, seine Glieder sind rundlich gestaltet. Rechts stehen zwei Frauen am Tisch. Maria hält ihr Kind und trägt einen hellblauen Kopfschal, ein rotes Kleid, einen grünen Gürtel mit roten Streifen sowie einen blauen Mantel über den Schultern.
Die junge Frau ganz rechts mit gelbem Kopfschmuck ist möglicherweise die ba’al brit, eine seit dem 15. Jahrhundert bei der Zeremonie anwesende Person, ähnlich einer christlichen Taufpatin. In Venedig kennzeichnete ihr gelber Kopfschmuck die aschkenasische jüdische Gemeinde. Die mit Perlen bestickten Gewänder weisen auf hohen sozialen Status hin. Perlen standen in der Renaissance für Marias Jungfräulichkeit und Jesu Jungfrauengeburt. Im Vordergrund trägt eine Inschrift den Namen „Ioannes Bellinus“ in Großbuchstaben.