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Meinhard Lukas
Meinhard Lukas (* 20. Februar 1970 in Wels) ist Geschäftsführer des Kepler Universitätsklinikums und Professor für Zivilrecht an der …
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Kurzprofil
Meinhard Lukas (* 20. Februar 1970 in Wels) ist ein österreichischer Jurist, Universitätsprofessor und Wissenschaftsmanager. Er ist Professor für Zivilrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz und seit 1. Juni 2026 Geschäftsführer (Chief Executive Officer) des Kepler Universitätsklinikums. Von Oktober 2015 bis September 2023 war er Rektor der Johannes Kepler Universität Linz.
Seine Bedeutung liegt vor allem in drei Bereichen: als Hochschullehrer und Forscher im Zivilrecht, als Leiter universitärer Einrichtungen und als juristischer Gutachter in wichtigen Rechtsfragen.
Ausbildung
Meinhard Lukas wurde in Wels als Sohn des Richters Julius Lukas und der Berufsschullehrerin Helga Lukas geboren. Er besuchte das neusprachliche Gymnasium in Wels, Dr. Schauer Straße, und legte dort 1988 die Matura ab.
Danach begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Johannes Kepler Universität Linz sowie ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien. Das rechtswissenschaftliche Studium schloss er im November 1992 mit dem akademischen Grad Magister iuris ab. 1998 promovierte er zum Doktor iuris. 2004 habilitierte er sich für das Fach Bürgerliches Recht. Eine Habilitation ist eine wissenschaftliche Qualifikation, die in vielen Fächern die Befähigung zur selbstständigen Forschung und Lehre an einer Universität zeigt.
Privat ist Lukas verheiratet und Vater von zwei Töchtern.
Universitäre Laufbahn
Lukas begann seine wissenschaftliche Karriere 1990 als Studienassistent am Institut für Zivilrecht der Universität Linz. Noch vor Abschluss seines Diplomstudiums veröffentlichte er sein erstes Werk in den „Juristischen Blättern“. Danach war er Universitätsassistent bei Rudolf Reischauer und Peter Rummel sowie Rechtsanwaltsanwärter in einer Linzer Anwaltskanzlei.
Nach seiner Habilitation 2004 wurde er außerordentlicher Universitätsprofessor. Nachdem er sowohl von der Universität Salzburg als auch von der Universität Linz einen Ruf erhalten hatte, übernahm er 2008 als Nachfolger von Karl Spielbüchler den Lehrstuhl für Grundlagenforschung am Linzer Institut für Zivilrecht und wurde zum Universitätsprofessor ernannt.
Von 2011 bis 2015 war Lukas Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Linz. Ein Dekan leitet eine Fakultät, also einen größeren Fachbereich einer Universität.
Forschung und Fachgebiete
Zu den Forschungsschwerpunkten von Meinhard Lukas gehören Vertragsrecht, Leistungsstörungsrecht, Schadenersatzrecht und internationales Wirtschaftsrecht. Vertragsrecht behandelt rechtliche Regeln für Verträge. Leistungsstörungsrecht betrifft Fälle, in denen eine vereinbarte Leistung nicht, zu spät oder mangelhaft erbracht wird. Schadenersatzrecht regelt, wann jemand für einen entstandenen Schaden einstehen muss.
Lukas beschäftigte sich außerdem mit internationalem Kreditsicherungsrecht. Er vertrat Österreich mehrfach bei der United Nations Commission on International Trade Law (UNCITRAL) in verschiedenen Arbeitsgruppen. UNCITRAL ist eine Kommission der Vereinten Nationen für internationales Handelsrecht. Zudem wurde er vom UNCITRAL-Sekretariat als Experte beigezogen.
Er wirkte auch an Projekten des European Center of Tort and Insurance Law sowie des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg mit. Zugleich war er immer wieder in nationale Gesetzgebungsprojekte eingebunden. Seit 2009 ist er Mitherausgeber und Schriftleiter der im Verlag Österreich erscheinenden „Juristischen Blätter“ (JBl.).
Funktionen und Gutachten
Von 2006 bis 2008 war Lukas Vorsitzender des Senats der Johannes Kepler Universität Linz. Seit 2009 ist er Mitglied des Vorstands des Peter-Rummel-Studienfonds, der begabte Studierende im Bereich des Zivilrechts an der Universität Linz fördert. Außerdem ist er Mitglied des Instituts für Bankrecht an der Universität Linz und Präsident des AbsolventInnenverbands des BG/BRG Dr. Schauer Straße in Wels.
Lukas ist auch als Rechtsgutachter und Schiedsrichter tätig. Ein Rechtsgutachten ist eine fachliche rechtliche Beurteilung; ein Schiedsrichter entscheidet oder vermittelt in bestimmten rechtlichen Streitigkeiten außerhalb staatlicher Gerichte.
Im April 2007 erstellten Martin Karollus und Meinhard Lukas im Auftrag der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH ein Rechtsgutachten zur Frage, ob die Republik Österreich den Vertrag über 18 Eurofighter-Kampfflugzeuge auflösen könne. Sie verneinten ein Auflösungsrecht. Später nahm Verteidigungsminister Norbert Darabos auf Grundlage eines Gutachtens von Helmut Koziol für das Verteidigungsministerium von einer Vertragsauflösung Abstand und einigte sich mit Eurofighter.
In der Auseinandersetzung um eine Restitution des Gemäldes „Die Malkunst“ von Jan Vermeer durch die Republik Österreich, vertreten durch das Kunsthistorische Museum in Wien, erstellte Lukas für die Familie Czernin von und zu Chudenitz eine umfassende rechtliche Analyse.
Er war außerdem Rechtsgutachter für die Landeshauptstadt Linz in einem Rechtsstreit mit der BAWAG P.S.K. Dabei ging es um ein Swap-Geschäft, das der Stadt einen Schaden von mehr als 400 Millionen € zufügen könnte. Am 28. Juni 2013 legte Lukas seine ehrenamtliche Funktion als Berater der Stadt Linz in diesem Rechtsstreit zurück, weil die zuständigen Politiker nach seiner Aussage „beratungsresistent“ seien.
Im Februar 2013 wurde er mit der Aufarbeitung des Salzburger Spekulationsskandals betraut. Anfang April legte er ein vom Untersuchungsausschuss des Salzburger Landtags beauftragtes Gutachten zur Auflösung von etwa 250 Derivaten im letzten Quartal 2012 vor. Gleichzeitig prüfte er im Auftrag des Landes Salzburg Ansprüche gegen beteiligte Banken.
Leitungsämter seit 2015
Am 9. Februar 2015 wurde Meinhard Lukas vom Universitätsrat für die Funktionsperiode vom 1. Oktober 2015 bis 30. September 2019 zum Rektor der Johannes Kepler Universität Linz gewählt. Ein Rektor ist der Leiter einer Universität. Von Oktober 2015 bis September 2023 hatte Lukas dieses Amt inne. Außerdem ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des oberösterreichischen Think Tanks ACADEMIA SUPERIOR – Gesellschaft für Zukunftsforschung.
Im März 2023 scheiterte Lukas mit seiner Bewerbung für die Präsidentschaft am Institute of Digital Sciences Austria. Die Unterstützung seiner Kandidatur durch Landespolitik und Industriellenvereinigung wurde in diesem Zusammenhang als „Freunderlpolitik“ kritisiert. Am 5. Mai 2023 wurde Stefan Koch zu seinem Nachfolger als Rektor der JKU ab dem 1. Oktober 2023 gewählt.
Nach dem Rücktritt des Linzer Bürgermeisters Klaus Luger im August 2024 wurde dessen Mandat im Aufsichtsrat der Linzer Veranstaltungs GmbH (LIVA) frei. Die SPÖ nominierte Meinhard Lukas als Lugers Nachfolger. Im September 2024 wurde Lukas in der Aufsichtsratssitzung der LIVA zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt.
Seit 1. Juni 2026 ist Meinhard Lukas Geschäftsführer des Kepler Universitätsklinikums. An der Gründung dieses Klinikums war er ebenso als Experte gemeinsam mit Elgin Drda beteiligt wie an der damit zusammenhängenden Gründung der Medizinischen Fakultät der Universität Linz.