Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Mark Spoerer
Von Scheingewinnen zum Rüstungsboom. Die Eigenkapitalrentabilität der deutschen Industrieaktiengesellschaften 1925–1941. · Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz.
Inhalt4 Abschnitte
Person und Forschungsschwerpunkte
Mark Spoerer, geboren am 5. Oktober 1963 in Köln, ist ein deutscher Historiker, Volkswirt und Hochschullehrer. Er arbeitet vor allem zur Wirtschaftsgeschichte, Sozialgeschichte, Unternehmensgeschichte und zur Geschichte der Zwangsarbeit. Diese Themen verbinden historische Forschung mit wirtschaftlichen Fragen, zum Beispiel zu Unternehmen, Steuern, Industriegewinnen und Arbeitsverhältnissen in bestimmten historischen Zeiten.
Ausbildung und wissenschaftlicher Weg
Nach dem Abitur in Köln studierte Spoerer an der Universität Bonn Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Wirtschaftspolitik und Französische Philologie. Dieses Studium schloss er im Dezember 1987 mit dem Magister ab. Bereits 1983 begann er außerdem ein Zweitstudium der Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bonn und der Universität zu Köln, das er im Dezember 1991 abschloss.
Von 1988 bis 1990 war Spoerer Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte in Köln. Von 1991 bis 1994 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte am Historischen Seminar der Universität Bonn.
Promotion, Habilitation und Professur
Im Mai 1995 wurde Spoerer an der Universität Bonn promoviert. Seine Dissertation behandelte Die Gewinne der deutschen Industrieaktiengesellschaften 1925 bis 1941. Betreut wurde die Arbeit von Hans Pohl; Zweitgutachter war Günther Schulz.
Von 1994 bis 1995 war Spoerer Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Wirtschaftsgeschichte von John Komlos am Volkswirtschaftlichen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1995 wechselte er an die Universität Hohenheim. Dort habilitierte er sich im Mai 2003 im Fach Wirtschafts- und Sozialgeschichte mit einer Arbeit über die Verteilungswirkungen der Besteuerung in Preußen und Württemberg von 1815 bis 1913. Eine Habilitation ist eine wissenschaftliche Qualifikation, die in Deutschland oft Voraussetzung für eine Professur ist.
Von 2008 bis 2011 leitete Spoerer eine Forschungsgruppe am Deutschen Historischen Institut Paris. Seit April 2011 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Regensburg.
Wichtige Veröffentlichungen
Zu Spoerers Schriften gehören mehrere Werke, die seine Forschungsschwerpunkte zeigen. Seine Dissertation erschien 1996 unter dem Titel Von Scheingewinnen zum Rüstungsboom. Die Eigenkapitalrentabilität der deutschen Industrieaktiengesellschaften 1925–1941. Darin geht es um die Rentabilität, also die Ertragskraft des Eigenkapitals, deutscher Industrieaktiengesellschaften in der Zeit von 1925 bis 1941.
2001 veröffentlichte er Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz. Ausländische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge im Dritten Reich und im besetzten Europa 1939–1945. Das Buch behandelt Zwangsarbeit im Nationalsozialismus und im besetzten Europa während des Zweiten Weltkriegs.
2004 erschien Steuerlast, Steuerinzidenz und Steuerwettbewerb. Verteilungswirkungen der Besteuerung in Preußen und Württemberg (1815–1913), zugleich seine Habilitationsschrift. Mit Jochen Streb veröffentlichte Spoerer 2013 Neue deutsche Wirtschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts. 2016 erschien C&A – Ein Familienunternehmen 1911–1961.