Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Manuel Bompard
Manuel Bompard (* 30. März 1986 in Firminy) ist ein französischer Informatiker, Mathematiker und Politiker der Partei La France insoumise (FI).
Inhalt4 Abschnitte
Überblick
Manuel Bompard (* 30. März 1986 in Firminy) ist ein französischer Informatiker, Mathematiker und Politiker der Partei La France insoumise (FI). Er verbindet eine wissenschaftlich-technische Ausbildung mit politischer Arbeit. Seit 2022 ist er Abgeordneter der französischen Nationalversammlung. Davor war er von 2019 bis 2022 Mitglied des Europäischen Parlaments für die Allianz Maintenant le Peuple in der Konföderalen Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke.
Ausbildung und beruflicher Hintergrund
Bompard wurde in Firminy im Département Loire geboren und wuchs in Valence im Département Drôme auf. Dort legte er das Baccalauréat ab, also den französischen Schulabschluss, der ungefähr dem Abitur entspricht.
In Grenoble studierte er an der École nationale supérieure d’informatique et de mathématiques appliquées Informatik und angewandte Mathematik am Institut polytechnique de Grenoble. 2011 promovierte er mit einer Dissertation in angewandter Mathematik an der Universität Nizza Sophia-Antipolis.
Beruflich war er am Office national d’études et de recherches aérospatiales (ONERA) tätig, dem französischen Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt. Seit 2014 arbeitet er für das Aeronautik-Startup Adagos, ein Spin-off des Institut de mathématiques de Toulouse (IMT), an Modellen für maschinelles Lernen. Maschinelles Lernen bezeichnet Verfahren, bei denen Computer aus Daten Muster erkennen und daraus Vorhersagen oder Entscheidungen ableiten.
Politischer Einstieg und Europaparlament
Bompards politisches Engagement begann 2005 während Kampagnen zum Vertrag über eine Verfassung für Europa und zum Contrat première embauche. Für die Parti de Gauche beziehungsweise La France insoumise sowie für deren Parteigründer und Präsidentschaftskandidaten Jean-Luc Mélenchon arbeitete er als Kampagnenleiter.
Nach der Europawahl in Frankreich 2019 wurde Bompard in der am 2. Juli 2019 beginnenden 9. Wahlperiode Mitglied des Europäischen Parlaments. Dort gehörte er dem Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) an und war stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI). Er saß für die Allianz Maintenant le Peuple in der Konföderalen Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke.
Politische Positionen und Nationalversammlung
Vor seiner Wahl ins Europaparlament erklärte Bompard gegenüber dem Online-Medium L’Usine digitale, dass Netzneutralität und ein Recht auf Breitbandzugang in der Europäischen Grundrechtecharta verankert werden müssten. Netzneutralität bedeutet, dass Daten im Internet grundsätzlich gleich behandelt werden sollen. Außerdem sprach er sich für eine strengere Besteuerung der Digitalkonzerne Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft (GAFAM) sowie für staatliche Investitionen in Startups aus.
Bei der französischen Parlamentswahl 2022 wurde Bompard in die Nationalversammlung gewählt. Deshalb legte er sein Mandat im Europaparlament nieder; Marina Mesure rückte für ihn nach. Am 30. Juni 2024 wurde er bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in der ersten Runde wiedergewählt.