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Mansfelder Oratorium
Das Mansfelder Oratorium ist eine Komposition von Ernst Hermann Meyer (1905–1988) für Soli, Chor und Orchester nach Worten von Stephan Hermlin (1915–1997).
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Werk und Einordnung
Das Mansfelder Oratorium ist eine Komposition von Ernst Hermann Meyer (1905–1988) für Soli, Chor und Orchester nach Worten von Stephan Hermlin (1915–1997). Ein Oratorium ist grundsätzlich eine mehrteilige, dramatische Vertonung einer Handlung für Gesangsstimmen, Chor und Orchester. Dieses Werk folgt dieser Form nur in Grundzügen und ist ausdrücklich nicht geistlich, sondern weltlich angelegt.
Es behandelt die Geschichte des Mansfelder Bergbaus vom Mittelalter bis zur Errichtung des Sozialismus auf deutschem Boden. Dabei deutet es die Geschichte im Sinne der marxistisch-leninistischen Erbetheorie. Meyer gilt auf dem Gebiet der Musik als einer der wichtigsten Vertreter dieser Ideologie.
Handlung und Aussage
Im Mittelpunkt steht als Protagonist „der Bergmann“. Er erduldet über Jahrhunderte Kriege, kämpft gegen Ausbeutung und verwirklicht schließlich mit Hilfe tapferer Sowjetsoldaten den lange gehegten Traum vom Sozialismus. Dies wird mit den Worten „Denn das Werk ward unser …“ zusammengefasst.
Die Gestaltung folgt dem für den Sozialistischen Realismus typischen Prinzip „Per aspera ad astra“: Durch Schwierigkeiten und Kämpfe wird ein positives Ziel erreicht. Das Oratorium gilt deshalb als Musterbeispiel des Sozialistischen Realismus in der Musik.
Aufführung und politische Bindung
Meyer komponierte und vollendete das Werk 1950. Es wurde im selben Jahr zur 750-Jahr-Jubiläumsfeier des Mansfelder Kupfer-Schiefer-Bergbaues uraufgeführt. In der DDR zählte es zum nationalen Kulturgut, war Teil des Musiklehrplans und wurde durch Aufführungen sowie Schallplatteneinspielungen erhalten. In der Bundesrepublik Deutschland blieb es dagegen weitgehend unbekannt.
Wegen seiner willfährigen Haltung gegenüber Stalinismus und der jeweiligen Parteilinie der SED geriet das Werk durch spätere politische Kurswechsel unter Druck. Im Text werden „fünfhundert Millionen und Mao Tse-tung“ besungen, die die Brüder an Saar und Ruhr befreien würden. Nach dem Schisma zwischen Sowjetunion und China 1960 war davon nichts mehr zu hören. Bertolt Brecht bezeichnete das Oratorium im November 1952 gegenüber Paul Dessau als „Schmalzersatz und Kunsthonig“.