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Manikkavasagar
Manikkavasagar beschreibt die Verehrung Shivas als das Höchste der Religion und Moksha als Unio mystica mit Shiva selbst. Der Tirumurai, dessen Bestandteil …
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Bedeutung und Überlieferung
Manikkavasagar (Tamil: மாணிக்கவாசகர் Māṇikkavācakar) war ein shivaitischer Heiliger und Dichter aus Tamil Nadu. Er lebte wahrscheinlich zwischen dem 6. und dem 9. Jahrhundert; seine genaue Lebenszeit ist unsicher. Er zählt zu den besonders geschätzten Dichter-Heiligen des Shivaismus. Zwar gehört er nicht zu den dreiundsechzig Nayanmar, doch seine Dichtungen stehen im achten Buch des Tirumurai. Der Tirumurai gilt als kanonisches Werk des Shaiva Siddhanta, einer shivaitischen religiös-philosophischen Tradition.
Leben und mystische Vereinigung
Nach einer Legende war Manikkavasagar Minister am Hof Varagunas II. (862–885). Eine andere Überlieferung setzt ihn bereits im 6. Jahrhundert als Mitglied eines Hofes in Madurai an. Er ging nach Chidambaram, um Meditation und Hingabe an Shiva zu üben. Der Tradition zufolge verschmolz er im innersten Bereich des Tempels von Chidambaram mit Shiva. Deshalb wird er im Shaiva Siddhanta als einer der größten Mystiker angesehen.
Werke und Lehre
Manikkavasagar verfasste das Tirukkovaiyar und das Tiruvasagam.
Das Tirukkovaiyar ist ein Gedicht mit vierhundert Strophen. Es behandelt die Liebe zwischen Shiva und der Seele.
Das Tiruvasagam besteht aus einundfünfzig Hymnen und stellt den Shaiva Siddhanta dar. Die Seele wird darin als auf einer Reise beschrieben: Sie durchläuft verschiedene Formen, bis sie menschlich wird. Erst im menschlichen Leben kann sie Moksha, die Befreiung, erreichen. Dies geschieht dadurch, dass Shiva im Guru erscheint.
Shiva wird als weder männlich noch weiblich beschrieben, zugleich als allumfassend, als Immanenz und Transzendenz sowie als Schöpfer und Schöpfung. Die Verehrung Shivas gilt als das Höchste der Religion. Moksha bedeutet die Unio mystica, also die mystische Vereinigung der Seele mit Shiva selbst.