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Mademoiselle
Heute wird die Anrede Mademoiselle in Frankreich zuweilen noch als Kompliment verstanden. Eine Ächtung wie die des deutschen Pendants Fräulein war lange Zeit …
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Bedeutung und heutiger Gebrauch
Mademoiselle [mad.mwa.zɛl] ist eine französische Anrede für Personen weiblichen Geschlechts und bedeutet wörtlich „mein Fräulein“. Sie wird als Mlle oder M^{lle} abgekürzt, stets ohne Punkt. Der Plural ist Mesdemoiselles [med.mwa.zɛl], abgekürzt Mlles oder M^{lles}.
Demoiselle ist dagegen keine Anrede, sondern ein Substantiv für „junge Frau“, „Fräulein“ oder „junges Mädchen“. Mademoiselle wird heute im offiziellen französischen Sprachgebrauch durch Madame („meine Dame“) ersetzt. Umgangssprachlich kann die Anrede noch für junge Frauen im adoleszenten Alter verwendet werden und wird in Frankreich zuweilen als Kompliment verstanden.
Die männliche Anrede lautet Monsieur. Heranwachsende Männer werden umgangssprachlich oft mit jeune homme („junger Mann“) angesprochen.
Frühere Unterscheidung und amtliche Abschaffung
Ursprünglich war demoiselle oder damoiselle ein Adelstitel für die Ehefrau eines écuyer, also eines Schildknappen. Dame und Madame waren Frauen des Hochadels vorbehalten. Spätestens im 17. Jahrhundert bezeichnete demoiselle alle jungen Frauen des gehobenen Bürgertums. Seit dem Ende des Ancien Régime wurden demoiselle und mademoiselle für unverheiratete Frauen aller Gesellschaftsschichten und jeden Alters gebraucht. Verheiratete Frauen wurden dagegen mit Madame angesprochen; die Abkürzung ist Mme oder M^{me}, im Plural Mesdames (Mmes oder M^{mes}).
Diese Unterscheidung wurde ab den späten 1960er Jahren zunehmend kritisiert. 2011 starteten französische Feministinnen eine Kampagne gegen die als sexistisch empfundene Auswahl zwischen Madame und Mademoiselle auf Behördenformularen. Im Februar 2012 ersetzte Frankreich Mademoiselle im amtlichen Sprachgebrauch durch Madame. Luxemburg übernahm dies im März 2012. In der Schweiz wurde Mademoiselle bereits seit 1973 nicht mehr verwendet, in Kanada (Québec) seit 1976 und in der Französischen Gemeinschaft Belgiens seit 2015.
Im älteren Französisch gab es mit damoiseau auch eine männliche Form: zunächst für einen Knappen, später für einen Galan oder Modenarren. Vergleichbare Bezeichnungen für junge unverheiratete Frauen existieren in anderen Sprachen, gelten dort aber teilweise als veraltet oder unerwünscht.