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Liste der Länder nach Religiosität

Dieser Artikel enthält eine Liste der Länder nach Religiosität. Umfragen zu persönlichem Glauben und Religiosität sind eine Alternative zu offiziellem …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Aussagekraft
  2. 2. Religiosität und religiöse Überzeugungen weltweit
  3. 3. Ergebnisse der internationalen Umfrage von 2022
  4. 4. Bedeutung der Religion im täglichen Leben im Jahr 2009

Gegenstand und Aussagekraft

Der Artikel ordnet Länder nach persönlicher Religiosität und nach der Bedeutung von Religion im Alltag. Solche Befragungen ergänzen offizielle Statistiken zur Religionszugehörigkeit sowie Angaben von Religionsgemeinschaften über die Größe ihrer Anhängerschaft. Der Grund dafür ist, dass diese offiziellen Angaben verschiedene Schwächen aufweisen können.

Die dargestellten Werte stammen vor allem aus zwei internationalen Umfragen: einer Gallup-Umfrage von 2009 zur Bedeutung der Religion im täglichen Leben und einer Gallup-International-Umfrage von 2022 zu Religiosität und zum Glauben an Gott. Die Fragen messen unterschiedliche Dinge. Eine Person kann sich beispielsweise als religiös bezeichnen, ohne Religion als besonders wichtig für den Alltag anzugeben; außerdem wird der Glaube an Gott gesondert erfasst.

Religiosität und religiöse Überzeugungen weltweit

Laut einer Gallup-International-Umfrage von 2022 waren weltweit knapp 62 % der Einwohner in über 60 befragten Ländern religiös. Die Länder umfassten zusammen zwei Drittel der Weltbevölkerung. 24 % bezeichneten sich als nicht religiös und 10 % als Atheisten.

Zusätzlich wurden einzelne religiöse Überzeugungen erfragt. 72 % glaubten an Gott, 57 % an ein Leben nach dem Tod, 59 % an den Himmel und 53 % an die Hölle. Damit beziehen sich die Ergebnisse nicht nur auf die Selbstbezeichnung als religiös, sondern auch auf konkrete Glaubensinhalte.

Ein wichtiger Unsicherheitsfaktor ist die Datenlage zur Volksrepublik China, in der knapp ein Fünftel der Menschheit lebt. Einer Meinungsumfrage von Gallup International aus dem Jahr 2016 zufolge waren dort mehr als drei Viertel der Bevölkerung Atheisten. Andere Untersuchungen und Umfragen kamen dagegen zu anderen Ergebnissen: Sie stellten je nach Umfrage einen hohen Anteil von Anhängern chinesischer Volksreligionen fest, während nur ein knappes Viertel keinerlei religiöse Überzeugungen hatte. Die weltweiten Werte werden daher auch davon beeinflusst, welche Daten für China zugrunde gelegt werden.

Ergebnisse der internationalen Umfrage von 2022

Die Tabelle beruht auf einer globalen Umfrage von Gallup International aus dem Jahr 2022 mit insgesamt 57.768 Befragten. Erfasst wurden die Kategorien „religiös“, „nicht religiös“ und „atheistisch“ sowie die Antworten auf die Frage nach dem Glauben an Gott: „Glaube“, „glaube nicht“ und „unsicher“. Die Prozentsätze ergeben oft nicht 100 %, weil manche Befragte mit „weiß nicht“ antworteten oder die Antwort verweigerten. Die Daten zu China beziehen sich in der Tabelle ausdrücklich auf 2016 und enthalten bei der Gottesfrage keine Werte.

Besonders hohe Anteile religiöser Menschen wiesen Kenia und Senegal mit jeweils 97 %, Pakistan mit 95 %, Äthiopien und Kosovo mit jeweils 94 %, Georgien mit 91 %, Nordmazedonien mit 89 % sowie Armenien und Ghana mit jeweils 88 % auf. Besonders niedrige Anteile wurden für Tschechien mit 21 %, Schweden mit 23 %, Vietnam mit 25 %, Thailand und Frankreich mit jeweils 27 %, Belgien, Luxemburg und die Niederlande mit jeweils 28 %, das Vereinigte Königreich mit 30 % und Deutschland mit 34 % angegeben.

Bei der Bezeichnung als atheistisch lagen Hongkong mit 47 %, Südkorea mit 34 %, Frankreich mit 32 %, Slowenien mit 31 %, Japan und Tschechien mit jeweils 30 % sowie Belgien mit 27 % vergleichsweise hoch. In vielen Ländern lag dieser Anteil dagegen bei 0 % oder nur wenigen Prozent, etwa in Äthiopien, Georgien, Jordanien, Libyen, Nigeria, Pakistan, den Vereinigten Arabischen Emiraten und mehreren weiteren Staaten.

Beim Glauben an Gott wurden besonders hohe Werte für Äthiopien, Irak, Jordanien, Libyen, Nigeria, Pakistan, die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere Länder mit jeweils 100 % angegeben. Ebenfalls sehr hohe Werte erreichten Indonesien und Ghana mit jeweils 99 %, Palästina und Sierra Leone mit jeweils 99 % sowie Georgien mit 97 %. Niedrige Glaubenswerte wurden für Japan mit 20 %, Schweden mit 23 %, Tschechien mit 27 %, Vietnam mit 30 %, Slowenien mit 30 %, Belgien mit 32 %, die Niederlande mit 34 % und Luxemburg mit 35 % ausgewiesen.

Deutschland lag 2022 bei 34 % religiösen, 38 % nicht religiösen und 20 % atheistischen Befragten. An Gott glaubten 37 %, 37 % glaubten nicht und 18 % waren unsicher. Weitere Beispiele sind die Vereinigten Staaten mit 60 % religiösen Menschen und 77 % Gläubigen an Gott, Indien mit 81 % religiösen Menschen und 81 % Gläubigen an Gott, Japan mit 15 % religiösen Menschen und 20 % Gläubigen an Gott sowie China mit 9 % religiösen, 23 % nicht religiösen und 68 % atheistischen Menschen in der gesondert ausgewiesenen Erhebung von 2016.

Bedeutung der Religion im täglichen Leben im Jahr 2009

Die Gallup-Organization-Umfrage von 2009 stellte die Frage: „Ist Religion in Ihrem täglichen Leben wichtig?“ In jedem Land wurden dafür knapp 1000 Personen befragt. Die Tabelle nennt die Anteile für „ja“ und „nein“. Auch diese Anteile ergeben oft nicht 100 %, weil einige Befragte „weiß nicht“ antworteten oder die Antwort verweigerten.

Die höchsten Werte für „ja“ wurden in Bangladesch und Niger mit jeweils 100 % erreicht. Jeweils 99 % nannten Religion in Jemen, Indonesien, Malawi und Sri Lanka wichtig. Sehr hohe Werte gab es außerdem in Somaliland, Dschibuti, Mauretanien und Burundi mit jeweils 98 %, in Thailand, den Komoren und Ägypten mit jeweils 97 % sowie in Afghanistan, Marokko, Senegal, Kambodscha, Kamerun, Malaysia, Nigeria und auf den Philippinen mit 96 % bis 97 %.

Auch zahlreiche weitere Länder lagen deutlich über 80 %, darunter Indien mit 90 %, Kosovo mit 90 %, Syrien und Tansania mit 89 %, Bolivien mit 89 %, Brasilien mit 87 %, Rumänien mit 84 %, Peru mit 84 %, Georgien mit 81 % und Bosnien und Herzegowina mit 77 %. In den Vereinigten Staaten waren es 65 %, in Argentinien 66 %, in Italien 72 %, in Polen 75 % und in Mexiko 73 %.

Niedrige Werte für die Alltagswichtigkeit der Religion wurden vor allem in europäischen und einigen ostasiatischen Ländern festgestellt. In Deutschland antworteten 40 % mit „ja“ und 59 % mit „nein“. Frankreich und Vietnam lagen bei 30 % „ja“ und 69 % „nein“, das Vereinigte Königreich bei 27 % und 73 %, Hongkong bei 24 % und 74 %, Japan bei 24 % und 75 %, Dänemark bei 19 % und 80 % sowie Schweden bei 17 % und 82 %. Estland bildete mit 16 % „ja“ und 78 % „nein“ den niedrigsten ausgewiesenen Ja-Wert. Weitere niedrige Ja-Anteile gab es etwa in Russland mit 34 %, Belarus mit 34 %, Luxemburg mit 39 %, Ungarn mit 39 %, der Schweiz mit 41 %, Kanada mit 42 %, Litauen mit 42 %, Südkorea mit 43 %, Kasachstan mit 43 %, der Ukraine mit 46 % und Slowenien mit 47 %.

Die Umfrage von 2009 misst somit die persönliche Bedeutung von Religion im täglichen Leben, während die Umfrage von 2022 zusätzlich die Selbstbezeichnung als religiös, nicht religiös oder atheistisch sowie den Glauben an Gott und weitere Glaubensinhalte erfasst.

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