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Liste der Länder nach Einkommensverteilung
Je höher der Gini-Koeffizient, desto ungleicher ist die Einkommensverteilung. Die individuellen Werte in der Liste stammen dabei teils aus unterschiedlichen …
Inhalt5 Abschnitte
Grundlage und Aussage
Die Liste vergleicht Länder nach dem Gini-Koeffizienten beziehungsweise Gini-Index. Er ist ein Maß für die Ungleichverteilung von Einkommen: Je höher der Gini-Koeffizient, desto ungleicher ist die Einkommensverteilung. Die Werte werden in Prozent angegeben. Zusätzlich nennt die Tabelle, soweit Daten vorliegen, das Verhältnis des Einkommens der reichsten 10 % zu dem der ärmsten 10 % sowie das Verhältnis der reichsten 20 % zu den ärmsten 20 %.
Die Vergleichbarkeit ist eingeschränkt, weil die individuellen Werte aus unterschiedlichen Zeiträumen und Untersuchungen stammen. Der jeweils angegebene aktuelle Wert bezieht sich deshalb je nach Land auf verschiedene Jahre, von 1989 bis 2022. Daneben enthält die Tabelle teilweise Vergleichswerte aus dem Jahr 2010 oder aus einem abweichenden Jahr. Die Weltkarte zum Thema basiert auf Daten der Weltbank von 1990 bis 2020.
Länder mit niedrigen Gini-Werten
Die niedrigsten in der Tabelle genannten aktuellen Gini-Werte weisen europäische Länder sowie einige Staaten aus Osteuropa und Zentralasien auf. An erster Stelle steht die Slowakei mit 24,1 im Jahr 2021. Es folgen Slowenien mit 24,3 (2021), Belarus mit 24,4 (2020), die Ukraine mit 25,6 (2020), die Niederlande und die Republik Moldau mit jeweils 25,7 (2021), die Vereinigten Arabischen Emirate mit 26,0 (2018), Island mit 26,1 (2017) und Tschechien mit 26,2 (2021).
Weitere vergleichsweise niedrige Werte haben Aserbaidschan mit 26,6 (2005), Belgien mit 26,6 (2021), Algerien mit 27,6 (2011), Finnland und Norwegen mit jeweils 27,7, Armenien mit 27,9 (2022), Dänemark mit 28,3 (2021), Polen mit 28,5 (2021), Osttimor mit 28,7 (2014), Kiribati mit 28,8 (2021) und Kroatien mit 28,9 (2021). Danach folgen unter anderem Kirgisistan und Kosovo mit jeweils 29,0, Kasachstan und Ungarn mit jeweils 29,2 sowie die Malediven mit 29,3.
Bei den Verhältniszahlen zeigen sich ebenfalls Unterschiede. In der Slowakei verdienten die reichsten 10 % 6,7-mal so viel wie die ärmsten 10 %, während das Verhältnis der reichsten 20 % zu den ärmsten 20 % bei 4,1 lag. Für Slowenien werden 5,4 beziehungsweise 3,7 angegeben; für Belgien 7,2 beziehungsweise 4,3.
Mittlere Gini-Werte und internationale Verteilung
Im mittleren Bereich liegen zahlreiche Länder Europas, Asiens, Afrikas und Amerikas. Deutschland wird mit einem Gini-Wert von 31,7 für 2019 angegeben. Der Vergleichswert für 2010 beträgt 30,3; das Verhältnis der reichsten 10 % zu den ärmsten 10 % liegt bei 6,9, das der reichsten 20 % zu den ärmsten 20 % bei 4,3. Österreich erreicht 30,7 (2021), Frankreich 30,7 (2020), das Vereinigte Königreich 32,6 (2020), Portugal 34,7 (2020), Spanien 34,9 (2020) und Italien 35,2 (2020). Griechenland liegt bei 33,6 (2020), Rumänien bei 34,6 (2020), Russland und Litauen bei jeweils 36,0 (2020).
Außerhalb Europas reichen die Werte beispielsweise von Japan mit 32,9 (2013), der Schweiz mit 33,1 (2018), Australien mit 34,3 (2018) und China mit 38,2 (2019) bis zu Indien mit 35,7 (2019), Indonesien mit 37,9 (2022), Thailand mit 35,1 (2021) und Vietnam mit 36,8 (2020). In Afrika werden unter anderem Äthiopien mit 35,0 (2015), Nigeria mit 35,1 (2018), Mali mit 36,1 (2018), Senegal mit 38,1 (2018) und Ghana mit 43,5 (2016) genannt.
In Amerika liegen Kanada bei 32,5 (2018), die Vereinigten Staaten bei 39,7 (2020), Peru bei 40,2 (2021), Argentinien bei 42,0 (2021), Mexiko bei 45,4 (2020) und Ecuador bei 45,8 (2021). Für einige Länder werden besonders hohe Einkommensverhältnisse ausgewiesen: In Peru beträgt das Verhältnis der reichsten 10 % zu den ärmsten 10 % 20,4, in Bolivien 29,2 und in Costa Rica 24,9.
Länder mit den höchsten Werten
Die höchsten aktuellen Gini-Werte der Tabelle entfallen überwiegend auf Länder im südlichen Afrika. Südafrika steht mit 63,0 im Jahr 2014 an der Spitze; der Vergleichswert für 2010 beträgt 63,4. Namibia folgt mit 59,1 (2015), die Zentralafrikanische Republik mit 56,2 (2008), Sambia mit 57,1 (2015), Eswatini mit 54,6 (2016), Botswana mit 53,3 (2015), Mosambik mit 54,0 (2014) und Hongkong mit 54,0 (2016).
Ebenfalls hohe Werte weisen Brasilien mit 52,9 (2021), Kolumbien mit 51,5 (2021), Angola mit 51,3 (2018), Panama mit 50,9 (2021), Simbabwe mit 50,3 (2019), Honduras mit 48,2 (2019), Costa Rica mit 48,7 (2021), Guatemala mit 48,3 (2014), Kamerun mit 46,6 (2014), Nicaragua mit 46,2 (2014), Mexiko mit 45,4 (2020), Lesotho mit 44,9 (2017), Chile mit 44,9 (2020) und Venezuela mit 43,8 (1989) auf.
Die Verhältnisse zwischen den Einkommensgruppen sind in diesen Ländern teils besonders groß. Für Südafrika werden 56,1 für die reichsten 10 % im Verhältnis zu den ärmsten 10 % und 28,2 für die reichsten 20 % im Verhältnis zu den ärmsten 20 % angegeben. In Namibia lauten die Werte 47,3 und 22,8, in Botswana 45,1 und 23,2, in Lesotho 45,4 und 20,8. In Guinea-Bissau beträgt der Gini-Wert 34,8 (2018), zugleich werden aber ein Verhältnis von 26,3 bei den reichsten und ärmsten 10 % sowie 12,6 bei den reichsten und ärmsten 20 % angegeben. Solche Beispiele zeigen, dass nicht für jedes Land alle Tabellenwerte aus demselben Jahr stammen oder vollständig vorliegen.
Veränderungen seit den 1980er Jahren
Nach Angaben der OECD nahmen die Einkommensunterschiede von Mitte der 1980er Jahre bis zur Mitte der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts deutlich zu. Besonders stark war die Erhöhung von Mitte der 1980er Jahre bis Mitte der 1990er Jahre. Danach stieg die Ungleichheit erneut, allerdings nur leicht. In beiden Zeitspannen nahm sie in Deutschland schneller zu als im OECD-Mittel.
Zwischen 1995 und 2006 veränderte sich die Ungleichverteilung in Frankreich, Finnland, Japan, Schweden und den Niederlanden kaum. In Spanien und Irland wuchsen die Löhne der Geringverdiener in diesem Zeitraum sogar schneller als die Löhne der Spitzenkräfte.
Für Deutschland nennt die OECD konkrete Vergleichszahlen: Im Jahr 2005 verdienten die höchstbezahlten 10 % der Arbeitnehmer durchschnittlich 3,1-mal so viel wie die 10 % mit den niedrigsten Löhnen. 1995 war es 2,8-mal so viel. Von den 20 OECD-Ländern, für die Daten verfügbar waren, entwickelten sich die Löhne nur in den Transformationsländern Ungarn und Polen sowie in Südkorea und Neuseeland noch stärker auseinander.