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Liste der Länder nach Vermögensverteilung
Länder nach Gini-Index ; Israel Israel, 67,7, 77,2 ; Italien Italien, 60,9, 68,7 ; Jamaika Jamaika, 68,6, 76,8 ; Japan Japan, 54,7, 63,1 …
Inhalt4 Abschnitte
Gegenstand und Aussagekraft
Die Liste vergleicht die Verteilung des privaten Vermögens in verschiedenen Ländern. Dafür nutzt sie zwei ergänzende Darstellungen: den Gini-Index als Maß der Ungleichverteilung und die Anteile der erwachsenen Bevölkerung in vier Vermögensklassen. Beide Ansätze zeigen unterschiedliche Seiten derselben Frage: Der Gini-Index beschreibt, wie ungleich das Vermögen innerhalb eines Landes verteilt ist; die Vermögensstufen zeigen, wie viele Erwachsene jeweils wenig, mittleres oder sehr hohes Vermögen besitzen.
Ein hoher durchschnittlicher Wohlstand bedeutet nicht automatisch eine gleichmäßige Verteilung. Deshalb enthält die Übersicht neben dem durchschnittlichen Vermögen je erwachsener Person auch den Median. Der Median ist der Wert, bei dem eine Hälfte der Erwachsenen weniger und die andere Hälfte mehr Vermögen besitzt. Ein großer Abstand zwischen Mittelwert und Median weist darauf hin, dass hohe Einzelvermögen den Durchschnitt stark anheben können.
Vergleich mit dem Gini-Index
Der Gini-Index wird in Prozent angegeben: Je höher sein Wert ist, desto ungleicher ist das Vermögen verteilt. Die Tabelle nennt Werte für 2000, 2016, 2019 und 2021 sowie für 2019 die Zahl der Erwachsenen, das mittlere Vermögen und das Medianvermögen je erwachsener Person. Nicht für jedes Land liegen Angaben aus allen Jahren vor.
Für die Welt insgesamt nennt die Tabelle einen Gini-Index von 89,2 % im Jahr 2000, 92,7 % im Jahr 2016, 88,5 % im Jahr 2019 und 88,9 % im Jahr 2021. Für 2019 werden weltweit 5.089.766 Tausend Erwachsene, ein mittleres Vermögen von 70.849 US-Dollar und ein Medianvermögen von 7.087 US-Dollar angegeben. Der starke Abstand zwischen Mittelwert und Median verdeutlicht die globale Vermögenskonzentration.
Die Werte unterscheiden sich erheblich zwischen den Ländern. Für 2021 weist die Tabelle beispielsweise für die Slowakei 50,5 %, für Katar 58,6 %, für Belgien 59,9 %, für Japan 64,7 % und für Australien 66,2 % aus. Deutlich höhere Werte finden sich unter anderem in Brasilien mit 89,2 %, auf den Bahamas mit 89,5 %, in Brunei mit 89,7 %, in Südafrika und Suriname mit jeweils 88,6 % sowie in Schweden mit 88,1 %. Diese Zahlen messen die Ungleichheit innerhalb eines Landes, nicht dessen absolutes Wohlstandsniveau.
Auch Mittelwert und Median können sich stark unterscheiden. In Deutschland betrug das Vermögen je erwachsener Person 2019 im Mittel 216.654 US-Dollar, im Median aber 35.313 US-Dollar; der Gini-Index lag bei 81,6 %. In der Schweiz standen 564.653 US-Dollar im Mittel 227.891 US-Dollar im Median gegenüber, bei einem Gini-Index von 70,2 %. Japan verzeichnete 238.104 US-Dollar im Mittel, 110.408 US-Dollar im Median und einen Gini-Index von 62,6 %. Für Haiti nennt die Tabelle dagegen 723 US-Dollar im Mittel, 214 US-Dollar im Median und einen Gini-Index von 80,1 %. Damit lassen sich sowohl das Vermögensniveau als auch dessen Verteilung betrachten, ohne beide Größen gleichzusetzen.
Datenbasis und Grenzen des Vergleichs
Die Angaben für 2016 und 2019 stammen überwiegend aus dem „Credit Suisse – Global Wealth Databook“ der jeweiligen Jahre. Die Medianwerte sind meist Schätzungen; Einzelheiten zur Methode stehen in den Originalberichten. Die Werte für 2000 und Angaben zu einigen zusätzlichen Ländern stammen vom Institut für Entwicklungsökonomie der Universität der Vereinten Nationen, UNU-WIDER. Ergänzende Werte für Griechenland und Simbabwe wurden einer Veröffentlichung zu 150 Ländern entnommen, ebenfalls mit dem Bezugsjahr 2000. Zahlen in Klammern stammen aus der Luxembourg Wealth Study und beziehen sich teilweise auf einen etwas späteren Zeitraum.
Die Ergebnisse sind nur begrenzt zwischen Ländern vergleichbar. Vermögensvergleiche auf Grundlage von Umfragen haben einen systematischen Fehler, der bei hohen Gini-Koeffizienten größer wird: Die wenigen Personen mit besonders konzentrierten Vermögen werden statistisch kaum erfasst oder geben keine Auskunft. Zusätzlich können unterschiedliche Erhebungsverfahren der Länder die Ergebnisse erheblich verändern.
Schweden gilt in den Daten als Extremfall unter den reichen Ländern. Das Vermögen einer einzigen sehr wohlhabenden Familie, der Wallenbergs, beeinflusst dort die Verteilungsstatistik massiv. Solche Besonderheiten müssen bei der Deutung einzelner Länderwerte berücksichtigt werden.
Einteilung in Vermögensstufen
Die zweite Tabelle ordnet die erwachsenen Personen jedes Landes vier Klassen zu: privates Vermögen unter 10.000 US-Dollar, 10.000 bis 100.000 US-Dollar, 100.000 bis 1 Million US-Dollar und über 1 Million US-Dollar. Alle Angaben stammen aus dem „Global Wealth Databook 2016“ der Credit Suisse. Die Länder sind zuerst nach dem Anteil in der höchsten Klasse sortiert. Ist dieser Anteil gleich oder liegt er bei 0 %, entscheidet die Klasse zwischen 100.000 und 1 Million US-Dollar über die Reihenfolge.
Weltweit gehörten 73,2 % der Erwachsenen zur Gruppe unter 10.000 US-Dollar. 18,5 % besaßen 10.000 bis 100.000 US-Dollar, 7,5 % zwischen 100.000 und 1 Million US-Dollar und 0,7 % mehr als 1 Million US-Dollar.
An der Spitze der höchsten Vermögensklasse stand die Schweiz: 11,6 % der Erwachsenen verfügten über mehr als 1 Million US-Dollar, 53,7 % über 100.000 bis 1 Million, 13,6 % über 10.000 bis 100.000 und 21,1 % über weniger als 10.000 US-Dollar. Es folgten Island mit 7,1 %, Australien mit 6,2 %, Dänemark mit 5,7 %, die Vereinigten Staaten mit 5,5 % und Norwegen mit 5,1 % in der Millionärsklasse.
Deutschland verteilte sich auf 31,0 % unter 10.000 US-Dollar, 33,7 % zwischen 10.000 und 100.000, 32,9 % zwischen 100.000 und 1 Million sowie 2,4 % über 1 Million US-Dollar. Japan hatte mit 9,3 % einen besonders kleinen Anteil in der niedrigsten Stufe; 35,5 % lagen in der zweiten, 52,5 % in der dritten und 2,7 % in der höchsten Stufe.
In zahlreichen ärmeren Ländern befand sich nahezu die gesamte erwachsene Bevölkerung in der niedrigsten Vermögensklasse. Der Anteil unter 10.000 US-Dollar lag beispielsweise in Indien bei 96,2 %, in Nigeria bei 98,1 %, in Äthiopien, Burundi, Guinea-Bissau und Madagaskar jeweils bei 99,7 % und in Malawi bei 99,9 %. Der Anteil über 1 Million US-Dollar wurde für diese Länder mit 0,0 % angegeben. Die Klassenübersicht ergänzt damit den Gini-Index: Sie macht sichtbar, auf welchem absoluten Vermögensniveau sich eine Verteilung befindet, während der Gini-Index das Ausmaß der Ungleichheit innerhalb eines Landes beschreibt.