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Liste der Farbstoffe

Diese Liste der Farbstoffe gibt eine Übersicht über Farbstoffe nach Grundfarbe, wie sie in der Fachliteratur üblich ist. Farbstoffe pflanzlichen Ursprungs …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Einordnung
  2. 2. Violette, blaue und türkise Farbstoffe
  3. 3. Grüne und purpurne Farbstoffe
  4. 4. Gelbe und orangefarbene Farbstoffe
  5. 5. Rote, rotbraune und schwarze Farbstoffe

Überblick und Einordnung

Die Liste ordnet Farbstoffe nach ihrer Grundfarbe, wie es in der Fachliteratur üblich ist. Farbstoffe sind färbende Stoffe unterschiedlicher Herkunft und chemischer Zusammensetzung. Neben pflanzlichen und tierischen Farbstoffen umfasst die Übersicht auch synthetische organische Farbstoffe und Teerfarbstoffe.

Unlösliche Pigmente werden in einer eigenen Pigmentliste behandelt; pflanzliche Farbstoffquellen finden sich zusätzlich in einer Liste der Färberpflanzen. Einige Stoffe können mehreren Farbgruppen zugeordnet werden, weil ihre Farbe vom pH-Wert abhängt oder weil ihr Farbton zwischen verschiedenen Grundfarben liegt.

Violette, blaue und türkise Farbstoffe

Alizarinviolett ist ein synthetischer organischer Farbstoff. Es besitzt einen rotstichigen violetten Farbton, der unverdünnt sehr rein und tief erscheint. Der Stoff gilt als mäßig bis ausreichend lichtecht, widersteht also dem Ausbleichen durch Licht in entsprechendem Maß, und ist völlig ungiftig.

Kristallviolett gehört zu den Triphenylmethanfarbstoffen. Es wird unter anderem für Farbbänder und Kopierstifte verwendet, vor allem aber in der mikroskopischen Färbetechnik. Mauvein ist ein basischer Azinfarbstoff mit dem Farbton Mauve.

Indigo ist ein Pflanzenfarbstoff, der entweder aus der indischen Indigopflanze oder aus dem einheimischen Färberwaid gewonnen werden kann.

Lackmus, Orseille und Orcein entstehen aus Flechtenarten der Gattung Roccella. Ihre Färbung verändert sich abhängig vom pH-Wert der Umgebung von Blau zu Purpur. Ein pH-Indikator ist ein Stoff, dessen Farbe sich je nach saurer oder alkalischer Umgebung ändert; Lackmus wird in der Chemie in dieser Funktion eingesetzt.

Tekhelet ist ein im Tanach genannter Farbstoff, dessen Zusammensetzung und Herkunft heute teilweise unbekannt sind. Der Farbton wird dort als Meeresblau beschrieben. Nach dem Talmud stammt Tekhelet vom Tier Chilazon. Dessen Identifikation ist umstritten; wahrscheinlich handelt es sich um die Stumpfe Stachelschnecke Hexaplex trunculus.

Prozesscyan ist das nach ISO 2846 genormte Cyan für den Vierfarbdruck.

Grüne und purpurne Farbstoffe

Solidgrün ist ein Teerfarbstoff.

Mauvein war der erste Anilinfarbstoff und besitzt den namensgebenden Farbton Mauve. Orseille und Orcein werden ebenso wie Lackmus aus Flechten der Gattung Roccella gewonnen.

Echter Purpur ist ein organischer Farbstoff aus Meeresschnecken. Er wird heute nur noch selten verwendet, hauptsächlich für religiöse Zwecke oder bei der Restaurierung alter Stoffe.

Tournesol, auch Folium genannt, ist ein Purpurersatzstoff aus dem Farbstoff der Pflanze Chrozophora tinctoria L. Er kann rot, violett oder blau erscheinen und wurde vor allem in der Buchmalerei benutzt.

Auch Lackmus diente als Purpurersatz. Für seine Herstellung werden Flechtenextrakte mit Alkalien fermentiert und anschließend mit Alaun ausgefällt. Historisch wurde Lackmus hauptsächlich in der Buchmalerei, außerdem als Lebensmittelfarbe und zum Färben von Papier eingesetzt. In der Chemie dient er als pH-Indikator. Der Farbstoff ist seit dem 7. Jahrhundert bekannt.

Gelbe und orangefarbene Farbstoffe

Berberis oder Berberin bezeichnet den gelben Farbstoff, der in der Gewöhnlichen Berberitze enthalten ist. Safran wird aus einer Krokusart gewonnen; sein färbender Bestandteil ist Crocetin. Solidgelb ist ein Teerfarbstoff.

Indischgelb ist ein Gelbton mit einem Stich ins Orange. Die Bezeichnung steht für mindestens drei verschiedene Farbmittel. Das historische Indischgelb wurde aus dem Harn von Kühen gewonnen, die Mangoblätter fraßen. Chemisch handelt es sich um ein Magnesium- und Calciumsalz der Euxanthinsäure. Wegen des Tierschutzes wird dieses Farbmittel nicht mehr hergestellt. Eine erste künstliche Nachstellung des Farbtons gelang mit dem Azofarbstoff PY1, dessen Lichtechtheit allerdings unbefriedigend war.

Benzaurin ist ein Triphenylmethanfarbstoff. Pyranthronorange ist ein synthetischer organischer Farbstoff beziehungsweise Teerfarbstoff mit ausgezeichneter Lichtechtheit und guter Stabilität. Es hat einen relativ dunklen Orangeton. Anders als die meisten organischen Pigmente ist es nicht lasierend, also nicht durchscheinend, sondern halbdeckend. Deshalb kommt es als Ersatz für das giftige und teurere Kadmiumorange infrage.

Dibromanthanthron, auch Vat Orange 3 genannt, ist ein orange-roter synthetischer organischer Küpenfarbstoff. Küpenfarbstoffe werden beim Färben in eine lösliche Form überführt und anschließend wieder in ihre schwer lösliche farbige Form umgewandelt.

Rote, rotbraune und schwarze Farbstoffe

Chica ist ein roter Pflanzenfarbstoff aus den Blättern des brasilianischen Bignoniengewächses Arrabidaea chica. Indigene Bevölkerungsgruppen verwenden ihn zur Körperbemalung, zum Färben von Baumwollstoffen und zum Bemalen von Körben.

Eosin ist ein Steinkohlenteerfarbstoff, dessen Hauptanwendungsgebiet die mikroskopische Färbetechnik ist. Roter Färberlack wird wie Schellack aus Lackschildläusen gewonnen. Auch echtes Karminrot, Karmesin oder Cochenille ist ein organischer Farbstoff aus Schildläusen.

Naphtholrot ist relativ preiswert und ähnelt farblich dem Kadmiumrot. Es ist jedoch weniger deckend und nur mäßig lichtecht. Färberkrapp wurde zur Türkischrotfärbung eingesetzt und war im 18. und 19. Jahrhundert ein wichtiger Farbstoff für Baumwolltextilien.

Brasilin beziehungsweise Brasilein sowie Santalin werden aus Brasilholz und anderen Rotholzarten extrahiert. Als weitere rote Farbstoffe oder Farbmittel nennt die Liste Drachenblut und Dornentinte, ohne sie näher zu erläutern.

Aurin ist ein rotbrauner Triphenylmethanfarbstoff. Als schwarzer Farbstoff wird Anilinschwarz aufgeführt.

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